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Halbjahresbilanz: DAX-Prognosen der Banken lagen erneut daneben

Ging es Ihnen am vergangenen Donnerstag ähnlich? Man schaut auf den Kalender und stellt fest: Schon wieder ist die Hälfte des Jahres 2016 vorbei.

Für Analysten und Portfolio-Manager, aber auch für Privatanleger ist ein solcher Termin stets ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Ich vergleiche an solchen Tage gerne, wie sich die Experten der Banken mit ihren Prognosen geschlagen haben.

Einschätzungen lieber mittels der Charttechnik

Wie Sie wissen, halte ich persönlich nichts davon, vorherzusagen, wo der DAX 30 an einem bestimmten Stichtag in der Zukunft steht. Als Charttechniker leite ich meine Prognosen bevorzugt aus der Analyse von Kursverläufen ab.

Dabei kommt es häufig zu „Wenn …, dann …“-Einschätzungen. Wenn beispielsweise ein Widerstand, eine Abwärtstrend-Linie oder ein früheres Rekordhoch überwunden wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Markt diese oder jene Entwicklung nimmt.

Selbstverständlich versuche auch ich, wo immer es machbar ist, mögliche Kursziele zu bestimmen. Jedoch bin ich nicht so vermessen, zu wissen (zu glauben), wann diese Marken erreicht werden. Schon gar nicht Stichtags-bezogen.

ZEW erhebt vierteljährlich die Banken-Prognosen für 3 und 6 Monate

Die Experten der Banken tun jedoch genau dies. Und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sammelt diese Vorhersagen im vierteljährlichen Rhythmus von den Research-Abteilungen der Kreditinstitute ein und veröffentlicht sie.

Abgefragt werden u. a. die Einschätzungen zu den kurz- und langfristigen Zinsen, DJ Stoxx 50, DAX, Euro/US-Dollar und dem Ölpreis in US-Dollar der Sorte Brent. Die Bankexperten nennen dazu ihre Kursziele zum Ende eines Quartals über einen 3- und 6-Monats-Zeitraum.

Einschätzungen regelmäßig von der Realität beeinflusst

Durch diese Vorgehensweise besteht natürlich immer die Möglichkeit, die ehemalige Halbjahres-Prognose nach 3 Monaten aufgrund der realen Entwicklung der Finanzmärkte auf die dann anstehende 3-Monats-Einschätzung anzupassen.


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Das ist ein durchaus wichtiger Punkt: Denn auch die Bank-Analysten sind Menschen, deren Einschätzung der Zukunft weit überwiegend durch die jüngste Entwicklung an den Finanzmärkten beeinflusst wird.

Daher werden Sie bei Bank-Prognosen höchst selten „Ausreißer“ im Stile eine „Jahrhundert-Hochwassers“ erleben. Ein weiterer großer Vorteil der Prognose-Ableitung aus der Chartanalyse.

Die ZEW-Prognosen zum Jahreswechsel sind dafür ein prima Beispiel: Der DAX kletterte zwischen Ende September und Anfang Dezember 2015 von 9.325 auf 11.430 (+11,8%). Nach einer Korrektur bis 10.122 notierte er zum Zeitpunkt der ZEW-Erhebung bei 10.489 Punkten.

zew banken-prognosen per 30.12.2015-04-07-2016

ZEW-Banken-Prognosen per 30.12.2015: Hohe Erwartungen an den DAX

Starker DAX im Vorfeld = hohe Erwartungen

Wie Sie dem Tableau (Quelle: ZEW Prognosetest von Januar 2016) entnehmen können, gestalteten sich die Voraussagen der 17 Börsen-Experten der Banken entsprechend positiv: Für den 30. Juni 2016 wurde im Konsens ein DAX von 11.538 Zählern erwartet.

Die niedrigste Schätzung orientierte sich am damals aktuellen Niveau: 10.500. Gleich 4 Analysten erwarteten zu Jahres-Halbzeit einen DAX von 12.000 Punkten.

Die ersten beiden Monate des neuen Jahres liefen dann völlig anders, wie Sie wissen: Ein unerwarteter Mini-Crash sandte den DAX bis Mitte Februar von 10.743 (30.12.2015) auf 8.699 Zähler.

Schwacher DAX im Vorfeld = abgesenkte Erwartungen

Zum Zeitpunkt der ZEW-Erhebung am 30. März notierte der deutsche Leitindex dann etwas erholt bei 10.046 Punkten. Auch diesmal können Sie den Einfluss der Realität auf die Vorhersagen in der Grafik  (Quelle: ZEW Prognosetest von April 2016) ablesen:

zew banken-prognosen per 30.03.2016-04-07-2016

ZEW-Banken-Prognosen per 30.03.2016: Deutlich weniger euphorisch

Prompt senkten die 17 Börsen-Analysten der Banken ihre 3-Monats-Einschätzungen für den 30.06.2016 auf durchschnittlich 10.074. Die höchste und niedrigste Vorhersage lag diesmal bei 10.700 bzw. bei 9.300 Zählern!

Immerhin lagen 4 Prognosen mit 9.800 nur 120 Punkte über dem DAX-Endstand am 30. Juni.

Fazit

Kommen wir zur Auflösung: Im 1. Halbjahr 2016 bewegte sich der DAX von 10.743 auf 9.680 Punkte. Das entspricht einem Minus von -1.063 Zählern bzw. -9,9%.

Tatsächlich kam nur 1 ausgeprägt pessimistischer Bank-Analyst (UniCredit) mit seinem am 30. März gemachten Kursziel von 9.300 Punkten dem tatsächlichen DAX-Rückgang nahe. Allerdings:

In ihrer 6-Monats-Prognose vom Dezember 2015 hatte die UniCredit noch einen DAX-Stand von 11.400 vorhergesagt. Hier ist der Einfluss der realen Entwicklung im 1. Quartal also besonders frappierend!

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Ich verfolge die ZEW-Erhebungen nun schon seit einigen Jahren. Meines Erachtens sind diese von den Bankern eingeholten Finanzmarkt-Prognosen für Sie als Privatanleger völlig nutzlos!

Was bringt es Ihnen, wenn die „beste“ Banken-Prognose vom Jahreswechsel satte +1.320 Punkte über der DAX-Realität liegt und der Konsens sogar +1.770 Zähler?

Mein Rat: Analysieren Sie die Finanzmärkte lieber mit Hilfe der Charttechnik und leiten Sie daraus Ihre eigenen Prognosen ab.

4. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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