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Hochfrequenzhandel: Das sollten Sie wissen

Der deutsche Leitindex DAX hat heute im Tagesverlauf kurzzeitig die 10.000-Punkte-Marke überschritten und erreichte das Tageshoch bei 10.039 Punkten. Das Spitzenniveau konnte der DAX jedoch nicht ganz halten. Der Endstand von 9.990 Punkten bedeutet aber immerhin ein Tagesplus von 1,6%.

An „Spielchen“ rund um die 10.000-Punkte-Marke müssen wir uns gewöhnen. Obwohl diese Marke rational betrachtet keinerlei Bedeutung hat, orientieren sich viele psychologisch orientierte Anleger und auch Computerprogramme an dieser Marke. Wie unberechenbar die Kursbewegungen sein können, die Computer auslösen, haben wir in der Vorwoche erlebt.

Am vergangenen Donnerstag spielte der DAX-Handel nach dem jüngsten EZB-Entscheid verrückt. Gestartet war der DAX an diesem Tag bei rund 9.700 Punkten und kletterte dann nach der Ankündigung der EZB, den Leitzins auf 0,00% zu senken und den Strafzins für Banken von 0,3 auf 0,4% zu erhöhen, auf knapp 10.000 Punkte.

In der Folge schmierte der DAX dann jedoch plötzlich ab und landete schließlich bei 9.498 Punkten. Der DAX hatte also innerhalb von nur 2 Stunden rund 500 Punkte bzw. knapp 5% verloren. Ursächlich dafür war mit großer Wahrscheinlichkeit der computergesteuerte Hochfrequenzhandel.

Anlässlich dieser Berg- und Talfahrt des DAX habe ich am vergangenen Freitag hier im „Schlussgong“ über das Thema Hochfrequenzhandel berichtet und Ihnen abschließend eine Fortsetzung angekündigt, in der Sie erfahren, wie Sie sich in verrückten Börsenzeiten verhalten sollten, wenn Sie unterm Strich Geld an der Börse verdienen wollen.

Zuvor möchte ich jedoch noch einmal auf das Thema Hochfrequenzhandel eingehen und Ihnen erläutern, was genau darunter zu verstehen ist.


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Hochfrequenzhandel im Fokus

Hinter den Hochfrequenzhändlern stehen oft Hedgefonds. Modernste Computerprogramme setzen auf winzige Kursunterschiede an den Börsen. Damit sich der Aufwand lohnt, müssen riesige Summen eingesetzt werden.

Das hört sich spontan wie eine kleine Nische für Spezialfonds an. Die Realität sieht aber anders aus. Experten gehen davon aus, dass die Hochfrequenzhändler in den USA für über 70% der Aktien-Umsätze verantwortlich sind. In Europa liegt die Quote auch schon bei über 40%.

Hochfrequenzhandel besitzt Vor- und Nachteile

Theoretisch ist der Hochfrequenzhandel sogar eine gute Sache für die Börse und auch für uns Anleger. Der Markt wird noch liquider. Das ist die Grundlage für transparente und faire Kurse.

Es gibt allerdings einige Schwachstellen: Zum einen sind die Hochfrequenzhändler unberechenbar. Ziehen sich mehrere große Händler plötzlich zurück, trocknet der Markt schlagartig aus.

Ein solcher Rückzug soll den „Flash-Crash“ im Mai 2010 ausgelöst haben. Damals verlor der Dow Jones ohne Grund plötzlich 1.000 Punkte. Am Ende des Handelstages notierte der Index wieder auf dem alten Niveau.

Ein weiterer Kritikpunkt: Negative Trends werden bestärkt und wer das schnellste Handelsprogramm hat, gewinnt. Das hat mit der Wirtschaft nichts mehr zu tun. Schauen Sie nur wenige Wochen zurück. Der DAX verlor zweistellige Milliardenbeträge, nur weil automatische Computerprogramme immer neue Verkaufssignale generiert hatten.

In Sekundenbruchteilen handeln diese Programme nach statistischen Größen – und nicht nach Sachverstand. Die Programme können nicht entscheiden, welchen Wert eine Meldung hat. In der Folge crasht der Markt.

Investorenvertrauen wird dadurch zerstört und der Wirtschaft wird geschadet. In ruhigen Marktphasen mag der Hochfrequenzhandel für einen effizienteren Markt sorgen. Wenn aber der Schaden in unruhigen Börsenzeiten größer ist als das Plus in ruhigen Zeiten, dann muss der Handel kontrolliert werden.

Besonders bedenklich ist, dass die High-Speed-Händler in unruhigen Zeiten oft mehr verdienen als in normalen Börsenphasen. Damit haben die Händler automatisch ein Interesse an schlechten Nachrichten und können gezielt negative Gerüchte streuen.

Mein Rat: Nutzen Sie die Schwankungen für sich aus

Einen Trost gibt es für Sie: In turbulenten Börsenphasen werden auch viele solide Unternehmen abverkauft und notieren dadurch weit unter dem fairen Wert.

Für Sie bieten sich daher immer wieder günstige Einstiegs-Chancen. Und: Da der Hochfrequenzhandel auch Aufwärtstrends verstärkt, wird die Gewinnspanne größer. Sie können die Aktien im Boom teurer verkaufen.

Lassen Sie sich daher von den großen Schwankungen und den negativen Nachrichten nicht verrückt machen und bewahren Sie stattdessen einen kühlen Kopf. Wenn Ihnen dies gelingt, können Sie in turbulenten Marktphasen den Grundstein für Ihre zukünftigen Börsengewinne legen.

14. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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