Erdöl: Das sagt IEA-Studie zur Trendwende beim Ölpreis

Seit 2 Jahren purzeln die Ölpreise – doch damit könnte bald Schluss sein.

Einer aktuellen Studie der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zufolge könnte bereits Ende des laufenden Jahres, spätestens aber Anfang 2017 die Nachfrage die täglichen Fördermengen übersteigen.

Ein Szenario, das sich bislang nicht so recht abzeichnen will, denn immerhin wird so viel Öl gefördert wie nie zuvor.

Die OPEC-Staaten, allen voran Saudi Arabien, haben ihre Fördermenge hochgeschraubt – ungeachtet des Ölpreis-Verfalls.

Förderung auf Rekord-Niveau

Dahinter steckte nicht zuletzt das Kalkül, ungeliebte Konkurrenten aus dem Markt zu drängen:

So werden in den USA teure Fracking-Verfahren angewendet, um sich von den Öl exportierenden Staaten im Nahen und Mittleren Osten unabhängiger zu machen.


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Viele dieser Fracking-Firmen konnten dem Ölpreis-Verfall jedoch nicht standhalten, zahlreiche von ihnen sind inzwischen wieder verschwunden.

Und es wird weltweit munter weiter gefördert. So hat auch der Iran erklärt, seine tägliche Fördermenge wieder auf das Vorsanktions-Niveau von 4 Mio. Barrel erhöhen zu wollen.

Anfang des Jahres hatten westliche Staaten ihre Sanktionen gelockert und teilweise aufgehoben, die im Streit um das iranische Atom-Programm verhängt worden waren.

Seither haben diverse westliche Firmen ihr Interesse bekundet, wieder in iranische Ölfelder zu investieren. Die Ölproduktion wurde bereits wieder kräftig gesteigert von 2,8 Mio. Barrel auf zuletzt 3,6 Mio. Barrel täglich.

Nichtsdestotrotz sind die eingelagerten Reserven immens.

Selbst wenn die IEA-Studie richtig liegt und die Nachfrage demnächst die Fördermenge übersteigt, wird es noch Monate brauchen, bis die Bestände aufgebraucht sind.

Steigt der Ölpreis ab 2017?

Von einem Ausgleich im Verhältnis von Angebot und Nachfrage würde der Ölpreis dennoch profitieren. Dies zeigte sich bereits im sprunghaften Anstieg nach Veröffentlichung der Studie.

Ob die Entwicklung jedoch ausreicht, das Preisniveau von vor 2 Jahren zu erreichen, bleibt abzuwarten.

Im Sommer 2014 kostete das Barrel der Sorte Brent rund 110 US-Dollar. Im Herbst setzte jedoch ein dramatischer Preisverfall ein, der den Ölpreis bis Anfang 2016 massiv unter Druck setzte.

Ein Tiefststand wurde im Februar 2016 erreicht, als das Barrel für unter 30 Dollar zu haben war. Einige Beobachter rechneten damals mit einem weiteren Preisverfall bis unter 20 Dollar, der bislang jedoch ausblieb.

Stattdessen erholte sich das Preisniveau und stieg bis zum Juni wieder auf über 50 Dollar je Barrel an. Danach ging es allerdings noch einmal abwärts, Anfang August lag der Ölpreis wieder bei rund 40 Dollar.

Tendenziell sieht es derzeit danach aus, als würde sich der Ölpreis allmählich konsolidieren, allerdings eher im Bereich um die 50 Dollar.

Spannend wird es, sollte die IEA Recht behalten und die Nachfrage das Angebot bald übersteigen. Dann könnte es im kommenden Jahr wieder spürbar teurer werden an den Zapfsäulen.

17. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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