Immobilien: jetzt kaufen – oder ungeeignet für Altersvorsorge?
Immobilien sind aus Sicht der Altersvorsorge-Beratung ein ideales Investment. Denn:
Das Betongold können auch Privathaushalte in aller Regel in 20, 30 Jahren abbezahlen.
Infolgedessen stehen dann im Alter die eigenen vier Wände zumindest zur mietfreien Nutzung bereit. Dies ist das Idealmodell, das vor allem Bausparkassen und andere -finanzierer gerne aufzeigen. Eine neue Studie verdeutlich, dass dies nicht immer die beste Variante für das Wohnen im Alter ist. Vor allem:
Weitere Kosten der Immobilieneigentümer sind in den Modellen oft gar nicht erfasst, sodass ein Vergleich mit Mietwohnungen und -verträgen oft nicht ohne weiteres sinnvoll oder möglich ist. Zum Beispiel merkt ein Professor der EBZ Wirtschaftshochschule Bochum: "… Erwerb ist ökonomisch unsinnig für all jene, die damit rechnen müssen, … an … anderen Ort zu arbeiten".
Zahlreiche Gegenbeispiele
Dieses Argument können wir verlängern, indem dann vor allem die Kosten für die Jobsuche oder die Arbeitsaufnahme so hoch sind, dass sich die eigene Immobilie nicht rechnen wird. Dies schlägt sich dann auch in den Altersbezügen nieder, die davon abhängen, wieviel in jüngeren Jahren eingezahlt werden kann.
Die Landesbausparkassen argumentieren anders: So sei die Mietersparnis für abgezahltes Wohneigentum besonders dann wichtig, wenn der Ruhestand beginnt. Denn die Rente falle meist deutlich niedriger aus als der Nettolohn. In Zahlen: pro Monat ließen sich 518 Euro einsparen.
Andere Stimmen gehen jedoch davon aus, dass auch dies eine Milchmädchenrechnung ist. Denn die Mietbelastung würde im Alter zunehmen, wenn die Wohnungsgröße den – neuen – Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst wird. Das heißt aber:
- Wer die Immobiliengröße rechtzeitig anpasst, verliert zumindest kein Geld gegenüber Eigentümern. Vor allem gilt es zu Bedenken, dass Statistiken zufolge die Belastungen durch Immobiliendarlehen 70% des Kaufpreises ausmachen können.
- Dieses Geld jedoch lässt sich alternativ auch anders anlegen, sodass die Immobilienbelastung im Alter sich unter dem Strich beim Mietmodell als geringer herausstellen kann.
- Schließlich warnen Experten wie IVG-Chefanalyst Thomas Beyerle auch vor den Nebenkosten beim Erwerb von Immobilien. So würden diese im Durchschnitt beim Notar oder Amt (Grundbucheintragung, Grunderwerbsteuern etc.) über 13% betragen.
- Zu den Zahlen: Wer all diese Aufwendungen spart, kann schließlich das bessere Ergebnis erreichen. Denn deutsche Aktien haben in Form von Fondssparplänen seit 1982 laut BVI im Durchschnitt jährlich 6,6% geschafft.
- International investierende Aktienfonds brachten 5,3%, Rentenfonds ebenfalls 5,3%.
GeVestor meint: Immobilienpreise unterliegen Schwankungen – fast ebenso wie Aktien. Entscheidend dürfte für die meisten privaten Investoren sein, ob sie neben der rein ökonomischen Betrachtung am Ende der Immobilien-Phase besondere weitere – Gestaltungs- – Vorteile hatten.
Ansonsten ist die Rendite zudem eine Frage der Zinsen und damit von Finanzierungskosten. Diese allerdings sind zur Zeit besonders niedrig.



