Immobilienaktien: Strohfeuer oder sinnvolles Betongold?
Zur Zeit sind Immobilienaktien besonders stark. Die Kurse explodieren.
Ein Beispiel ist die Patrizia, deren Kurse in vier Monaten 50% gewannen.
Achtung: Das Unternehmen sucht einfach nur frisches Geld, um weitere Übernahmen zu finanzieren. Bei günstigen Zinsen lohnt sich für die Gesellschaft aus Augsburg weiterhin der Kampf um neuen Umsatz. Zur Zeit geht es um das Portfolio der bundeseigenen Gesellschaft TLG.
Milliarden-Volumen
Die Gesellschaft bündelt Gewerbe- und Wohn-Immobilien aus dem Bestand früherer „VEBs“ der DDR. Dabei geht es um ein Gesamtvolumen in Höhe von etwa 1,7 Milliarden Euro.
Patrizia kann dabei auf auf günstige Zinsen und einen insgesamt gut Kaufpreis setzen. Nach Sanierung zum Beispiel sind die Preise wahrscheinlich höher als aktuell. Denn:
Nach Studien der Immobilienberatungsgesellschaft CBRE sind etwa Wohnimmobilien wieder deutlich attraktiver geworden. Das „Transaktionsvolumen“ steigt. Alleine in den ersten drei Monaten ist das Volumen bei 60% des Vorjahres gelandet, stellte Jones Lang LaSalle fest.
Preise und Zinsen steigen
Dabei steigen nicht nur die Zinsen, sondern auch die Preise für Immobilien deutlich an. Die durchschnittlichen Kaufpreise etwa in München haben sich im ersten Quartal um 5,4% nach oben geschoben Berlin meldet um 4,9% steigende Preise.
Achtung:
- Besonders gute Wohnungen sollen inzwischen mehr als das 30fache der Jahresmiete kosten. Dies sind Mieten, von denen normale Immobilienverkäufer nur träumen können.
- Diese Werte zeigen, dass Käufer mit anziehenden Mieten rechnen und daher Höchstpreise zahlen werden.
- Auf der anderen Seite steigen auch die Preise für sogenannte „Paketkäufer“ wie Immobiliengesellschaften. Das heißt: wer jetzt kauft, wie es Patrizia noch macht, profitiert von günstigen Preisen sowie von den niedrigen Zinsen.
Wer in Immobilienaktien investieren möchte, hat daher aktuell noch vergleichsweise gute Aussichten. Denn: Noch sind nicht alle Kurse davongelaufen. Sie können alternativ auch einen Branchenindex kaufen: den Euro Stoxx Immobilien.
GeVestor meint: Auf diesen Index erhalten Sie noch ETFs – börsengehandelte Fonds. Damit lohnt sich der Kauf für eine längerfristige und sichere Investition, da diese Fonds keine Laufzeit haben und das Vermögen immer noch in Ihrem Zugriff sein wird, falls der Emittent insolvent sein sollte.
Zertifikate als Schuldverschreibungen sind für diesen Zweck weniger geeignet, da Sie bei einer Insolvenz der Emissionsbank keinen Zugriff mehr auf das Vermögen hätten – oder am Ende der Kette auf Auszahlungen aus der Konkursmasse warten müssten.
Eine Einlagensicherung für diese Form der Investments existiert nicht, so dass Sie wie bden Zertifikaten von Lehman Brothers a) zittern und b) wahrscheinlich auf einen großen Teil der Investitionen in das Betongold verzichten müssten. ETFs sind daher aus unserer Sicht bei Immobilienaktien deutlich besser.



