MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

In Sachsen wird wieder nach Silber gesucht

In Deutschland hat der Bergbau nicht nur an Saar und Ruhr Tradition. Wichtige Bergbaugebiete, die inzwischen aufgegeben wurden, lagen auch im Harz und in Sachsen. Von der einstigen Bedeutung dieser Regionen für den Bergbau zeugen die erhaltenen Industriedenkmäler wie beispielsweise das Fördergerüst des Ottiliae-Schachts in Clausthal-Zellerfeld. Bei diesem Förderturm aus dem Jahr 1876 handelt es sich um das älteste stählerne Fördergerüst in Deutschland.

An die alte Bergbautradition erinnern auch die in die Technische Universität aufgegangene Bergakademie in Clausthal-Zellerfeld sowie die gleichnamige Institution im sächsischen Freiberg. Die Freiberger Bergakademie kann für sich in Anspruch nehmen die älteste noch bestehende montanwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Welt zu sein. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1765 zurück und ist als eine Folge des verlorenen Siebenjährigen Krieges zu werten. Um seine Reparationsleistungen bezahlen zu können, musste Sachsen den Bergbau als Einnahmequelle forcieren.

Große wissenschaftliche Erfolge waren vor allem im 19. Jahrhundert zu verzeichnen. Zwei chemische Elemente wurden an der Freiberger Bergakademie entdeckt: Zunächst gelang 1863 Ferdinand Reich und Theodor Richter die Darstellung von Indium und 1886 entdeckte Clemens Winkler ein neues Element das heute unter dem Namen Germanium bekannt ist.

Niedergang im frühen 20. Jahrhundert


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Nach seiner Blüte im 19. Jahrhundert kam der Silberbergbau im Harz und im Erzgebirge jedoch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Erliegen. In Clausthal-Zellerfeld wird seit 1930 kein Silber mehr gefördert, in Sachsen wurde die Silberförderung bereits im Jahr 1913 offiziell eingestellt.

Über Jahrzehnte hinweg war der Silberbergbau in Sachsen somit kein Thema mehr, er könnte aber in Zukunft wieder eines werden, denn wie kürzlich das sächsische Wirtschaftsministerium in Dresden bekannt gab, hat das Sächsische Oberbergamt der in Espenhain ansässigen Sachsenerz Bergwerks GmbH drei sogenannte Bergbauberechtigungen zur Erkundung von Silbererzvorkommen erteilt.

Die neuen Explorationslizenzen betreffen alle Orte im Erzgebirge, an denen der Silberbergbau im 12. Jahrhundert seinen Anfang nahm. Zur Erkundung freigegeben wurden Felder in einer Größe von 5 bis 21 Quadratkilometer. Sie liegen im Gebiet der Städte Aue und Schwarzenberg, Wolkenstein und Großrückerswalde sowie Brand-Erbisdorf und Freiberg.

Renaissance im 21. Jahrhundert?

Sachsens Politiker stehen dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber und verbreiten Optimismus. Es locken neue Arbeitsplätze, ein höheres Wirtschaftswachstum und natürlich am Ende auch zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) glaubt die Zeit sei reif für ein neues „Berggeschrey“. Mit diesem Begriff umschrieb man einst den Beginn des Silberbergbaus.

Die Sachsenerz Bergwerks GmbH ist eine extrem junge Gesellschaft. Sie wurde im September 2010 aus der Geiger Holding GmbH ausgegründet. Vorrangiger Zweck des Unternehmens ist die Erschließung von Silbervorkommen im Erzgebirge. Darüber hinaus soll sie die Versorgung der Tochterunternehmen Geiger Edelmetalle GmbH und Geiger Edelmetalle AG mit den benötigten Rohstoffen sicherstellen.

Sie ist allerdings nicht als einzige Gesellschaft im Erzgebirge auf der Suche nach Silber. Fünf weitere Unternehmen haben bereits Explorationslizenzen beantragt. Ihnen geht es nicht nur um Silber, sondern auch um die Metalle Kupfer, Zinn, Wolfram, Nickel und Molybdän. Neben den Metallen sind auch Salze von Interesse. Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatcompagnie GmbH, ein weiteres Unternehmen aus dem Rohstoffsektor, errichtete im Oktober im Erzgebirge bereits ein Bergwerk zur Gewinnung von Fluss- und Schwerspat.

Mit dem heutigen Handelstag endet das Börsenjahr, das für Sie hoffentlich ein sehr gutes war. Ich möchte mich bei Ihnen an dieser Stelle für Ihre Aufmerksamkeit bedanken und Ihnen einen heiteren und beschwingten Jahreswechsel wünschen. Sie hören Anfang des neuen Jahres wieder von mir, denn auch 2011 verspricht ein ausgesprochen interessantes Rohstoffjahr zu werden.

30. Dezember 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.