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Italien: Stärken und Schwächen in der Krise

An den Aktienmärkten geht die Achterbahnfahrt munter weiter. Heute legten die Kurse wieder zu. Es gibt Gerüchte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch stärker eingreifen wird.

Am Ende wird die EZB das sein, was die amerikanische Notenbank bereits ist: Der verlängerte Arm der Regierung. Die Notenbank kauft die Staatsanleihen und finanziert die Schuldenorgien der Regierungen.

Griechenland ist langweilig, jetzt ist Italien fällig

Die Schuldenorgien der Vergangenheit machen die Staaten so anfällig. Zuerst wurde Griechenland von den Medien und den Spekulanten abgeschlachtet. Jetzt ist Italien fällig. Wobei ich sagen muss, dass ich diese beiden Länder nicht in einen Topf werfen würde.

Griechenland besitzt keine industrielle Basis. Selbst ohne Schuldenkrise ist schwer vorstellbar, woher zukünftig das notwendige Wirtschaftswachstum kommen soll. Der Tourismus bietet eine gute Grundlage, reicht aber nicht, um das gesamte Land zu tragen.

Wahrscheinlich wäre Griechenland mit einer nationalen Währung, die in Schwächephasen abgewertet werden kann, besser positioniert.


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Panik an den Märkten kommt überraschend

Anders als Griechenland besitzt das EU-Schwergewicht Italien eine ausreichend große wirtschaftliche Basis. Italien gehört zu den weltweit 10 größten Volkswirtschaften. Besonders der Norden des Landes ist absolut wettbewerbsfähig. Der Süden ist dagegen weiterhin der Schwachpunkt.

Das ist aber lange bekannt. Ebenfalls nicht neu ist das Schuldenproblem. Seit vielen Jahren liegt die Verschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung bei über 100%. Die aktuell 119% sind deutlich zu hoch (die EU erlaubt an sich nur 60%), aber auch kein Drama, das sich über Nacht aufgebaut hat.

In den vergangenen Jahren wurde der hohe Schuldenwert vom Markt akzeptiert, weil viele Staatsanleihen das Land nie verlassen haben. Anders als Griechenland ist Italien weniger stark von ausländischen Kapitalgebern abhängig. Im Fall Japan akzeptiert der Markt sogar einen Schuldenstand von 200%, da über 90% der Anleihen in Japan bleiben.

Ein weiterer Pluspunkt: Italien hat nicht in allen Sektoren ein Schuldenproblem. Die Privathaushalte sind relativ solide finanziert. Andere Länder leiden unter einer Doppelbelastung, werden vom Markt aber deutlich besser behandelt.

Zwischenfazit: Die Schuldenkrise in Italien ist real, aber schon lange bekannt. Die plötzliche Panik (Italien musste in dieser Woche sogar eine Neuemission absagen), ist daher rational nicht zu erklären. Zum Teil handelt es sich um eine künstlich aufgeschaukelte Krise.

Regierung als Schwachpunkt

Italien bietet sich für Spekulanten und Medien als ideales Angriffsziel an, weil die Regierung noch schwächer ist als in anderen EU-Staaten. Regierungs-Chef Silvio Berlusconi nimmt jetzt endlich seinen Hut und macht hoffentlich möglichst schnell Platz für einen unbelasteten Nachfolger.

Aber hier liegt auch ein Risiko: Mit einem Regierungswechsel fing auch die Krise in Griechenland an. Die neue Regierung stellte beim Blick in die Bücher fest, dass die Statistiken massiv gefälscht wurden.

Jetzt geht das große Zittern los: Hat die schon lange amtierende italienische Regierung die Bücher ebenfalls frisiert? Gibt es Leichen im Keller? Diese Angst ist ein Grund, warum die Panik ausgebrochen ist.

Statistik spricht für Italien

Zum Abschluss noch ein kleiner Mutmacher in diesen nervenaufreibenden Zeiten: In dem von mir schon oft zitierten Buch „Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen“ von Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff tauchen sämtliche Statistiken zum Thema Staatsbankrott auf.

Es ist erschreckend und zugleich überraschend, wie oft Staaten pleite gehen. In der Staatsbankrott-Statistik seit 1800 liegt Deutschland mit 8 Pleiten mit in der Spitzengruppe. Spanien ist mit 13 Pleiten sehr auffällig. Frankreich kommt wie Deutschland auf 8 Pleiten. Griechenland auf 5 Pleiten.

Bemerkenswert: Italien hat in den vergangenen gut 200 Jahren nur eine einzige Staatspleite hingelegt und gehört damit fast schon zu den Musterknaben. Italien wandelte oft am Abgrund, hat aber immer wieder die Wende geschafft. Wir sollten Italien daher nicht zu früh abschreiben.

10. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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