Kanadische Staatsanleihen: So risikoreich ist der Anleihen-Poker

Empfehlung aus Geldanlage-Redaktionen: Erstklassige Staatsanleihen aus dem Ausland in fremder Währung würden die Sicherheit in Ihrem Depot erhöhen.

Wir schließen uns dieser Meinung aus zwei einfachen Gründen nicht an – und nennen die Alternative.

Kanada: 10jährige Anleihe bringt in Kanada-Dollar 3,4 Prozent

Spitzenreiter dieser Empfehlung(en)  sind Staatsanleihen aus Kanada. Diese bringen 3,4 Prozent Rendite – ausgedrückt im kanadischen Dollar. Immerhin: Kanada zahlt seine Schulden offenbar zurück und der Dollar ist stabil. Unser großes Aber für Sie:

Damit gehen Sie gleich zwei Wetten ein. Die Zahlungsfähigkeit ist selbst in Kanada nicht gesichert, zudem kann im Falle eines Falles dann bei Zahlungsschwierigkeiten auch der kanadische Dollar massiv unter Druck geraten und fallen. Schon haben Sie einen Doppel-Negativ-Hebel im Depot.

Australische Anleihen bringen sogar 5,4 Prozent

Noch mehr Geld verdienen Sie – wenn alles glatt geht – in Australien. Dasselbe Modell, eine höhere Rendite: 5,4 Prozent. Unsere Bedenken bleiben.

GeVestor.de meint: Zocken Sie nicht mit einem Doppelhebel. Staatsanleihen sind und bleiben angesichts der weltweiten Verschuldung und der erwartbaren Konjunkturschwierigkeiten höchst gefährlich.

Wer dann noch zusätzlich in der Währung investiert hat, riskiert massive Verluste. Investieren Sie stattdessen in den heute bereits empfohlenen Bertelsmann-Genussschein, sichern Sie sich zumindest gut 7 Prozent Rendite – ohne Währungsrisiko.

Wer gegen den Euro spekulieren „möchte“, braucht an diesem schwierigen Markt Begleitung. Daher laden wir Sie ein: fordern Sie heute den 30-Tage-Gratis-Test von Heiko Seibel als Chefanalyst der „Devisen-Strategie“ an.

Hintergrund Anleihen: Durchschnittliche Bewertung ist schlecht

Die Ratings reichen von "AAA" (sehr sicher, deutsche Staatsanleihen erhalten das "AAA") bis in den "B"-Bereich. Dort wird es schon unsicher. Im "C"-Bereich tummeln sich nur Anleihen, die wir Ihnen auf keinen Fall empfehlen.

Doch schon diese Beschränkung zeigt: es gibt viele unsichere Anleihen. Deren Zahl wird nach der Finanzkrise sogar noch zunehmen.

Erst ab "A+" gibt es viele Anleihen

Das Rating "AAA" erhalten schlicht "0" Unternehmensanleihen. Ein "AA+" gerade einmal 2,3%. "AA-" nur 1,5%, "A+" dann ist – endlich mit +41,2% vertreten.

Auch "A" ist weit verbreitet. alarmierend jedoch: gut 50% der Bewertungen befinden sich im "B"-Bereich.

GeVestor.de meint: der Trend wird sich noch verschlechtern. Wir halten Anleihen aktuell für vergleichsweise gefährlich. Denn: die Finanzkrise hat Spuren hinterlassen, die Rückzahlungsfähigkeit sinkt. 

Anleihen-Bewertungen werden vor allem durch Rating-Agenturen vorgenommen, deren Urteil sich schnell verändern kann, je nachdem wie die politische und wirtschaftliche Situation im Land ist.

Eine Alternative sind Aktien-Investments. Deren Risiko entspricht nach 10 Jahren Haltedauer statistisch genau dem von Anleihen. Die Rendite aber ist wesentlich höher. Es reichen einfache ETF-börsengehandelte Fonds auf Indizes wie den Dax.

27. Mai 2010
von Janne Joerg Kipp
Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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