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Kanadischer Autozulieferer Magna kauft deutschen Mittelständler

Der kanadische Autozulieferer Magna kauft den schwäbischen Getriebespezialisten Getrag für 1,75 Mrd. Euro. Das Familienunternehmen Getrag mit rund 13.000 Mitarbeitern, das in Untergruppenbach bei Heilbronn ansässig ist, beliefert unter anderem BMW, Daimler, Renault und Volvo und hatte schon seit einiger Zeit einen großen Partner aus der Branche gesucht.

Ein vollständiger Verkauf stand dabei aber zunächst nicht zur Diskussion, da die Gründerfamilie Hagenmeyer lange Zeit nur einen Minderheitsanteil verkaufen wollte. Jetzt kommt es allerdings doch anders.

Details zur Milliardenübernahme

Einschließlich der Schulden und Pensionsverpflichtungen von Getrag muss der Käufer Magna International 2,5 Mrd. Euro aufwenden. Dies teilten die Kanadier kürzlich mit. „Mit dem neuen Eigentümer wird Getrag künftig robuster gegenüber Marktschwankungen“, sagte Getrag-Chef Mihir Kotecha. Die Finanzkrise hatte das schwäbische Familienunternehmen zuvor empfindlich getroffen. Daher wurde auch ein starker Partner gesucht.


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Der Käufer Magna ist mit einem Umsatz von 36,6 Mrd. US-Dollar hinter Bosch die weltweite Nummer 2 in der Branche der Automobilzulieferer. Ein wichtiger Grund, der zu dem Kauf von Getrag geführt hat, ist das Doppelkuppelungsgetriebe, bei dem Getrag führend ist.

Hier zeigt sich wieder einmal, dass „Made in Germany“ in qualitätsbewussten Bereichen weltweit sehr gefragt ist. Magna-Chef Don Walker äußerte sich dazu wie folgt: „Wir haben den Ausbau unseres Getriebegeschäfts als strategisch vorrangig erkannt.“

Der schwäbische Mittelständler Getrag kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 1,7 Mrd. Euro. Dazu kamen weitere 1,6 Mrd. aus Gemeinschaftsunternehmen mit Partnern wie Ford sowie den chinesischen Autobauern Jiangling und Dongfeng. Der operative Gewinn (EBIT) soll nach Schätzungen bei rund 230 Mio. Euro gelegen haben.

Im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung hat Getrag-Chef Kotecha ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2019 soll der Gesamtumsatz auf 5 Mrd. Euro ansteigen. Dabei setzt Kotecha vor allem auf China als Produktionsstandort. In 4 Jahren (also bis 2019) sollen 45% der Getrag-Produktion in China ansässig sein. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 25%.

Als Alternative zum Verkauf des Unternehmens war auch ein Börsengang geprüft worden. Zuletzt war mit dem Lichtspezialisten Hella im Jahr 2014 ein anderes Familienunternehmen, welches im Automobilsektor tätig ist, sehr erfolgreich an die Börse gegangen. Bei Getrag wurden diese Pläne jedoch letztlich verworfen und es kam zum Verkauf des Unternehmens an Magna.

Deutscher Mittelstand auch bei Finanzinvestoren gefragt

Nicht nur das Beispiel des Getrag-Verkaufs an Magna zeigt Ihnen, dass der deutsche Mittelstand sehr gefragt ist. So befindet sich beispielsweise auch der chinesische Milliardär und Investor, Guo Guangchang, derzeit auf Einkaufstour in Deutschland. Zuletzt sorgte der Investor mit einer 80%igen Beteiligung an der deutschen Privatbank Hauck & Aufhäuser für Aufsehen.

Dem Handelsblatt gegenüber sagte der Investor aus dem Reich der Mitte, dass vor allem die Mittelständler als „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ für seine Beteiligungsgesellschaft Fosun International interessant seien. Guo Guangchan, der oft mit dem US-Starinvestor Warren Buffett verglichen wird, ist in Europa bereits an dem Ferienclub-Betreiber Club Med und der Modekette Tom Tailor beteiligt.

Daher sollten auch Sie auf den deutschen Mittelstand setzen, sofern Sie dies nicht bereits tun. Zwar sind viele erfolgreiche deutsche Mittelständler nicht an der Börse notiert, doch es gibt auch an der Börse durchaus einige Paradebeispiele für erfolgreiche Mittelständler aus Deutschland. Zu nennen sind hier beispielsweise die Optikerkette Fielmann, der Autovermieter Sixt oder Krones, ein Spezialist für Getränkeabfüllanlagen.

20. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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