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Katastrophenbilanz: Deutsche Bank kämpft mit Geistern der Vergangenheit

Wenn sich Deutschlands größtes Geldhaus an diesem Donnerstag in die Bücher schauen lässt, könnte es noch einmal ungemütlich werden in Frankfurt. Das haben die letzten Handelstage bereits deutlich gezeigt.

Vergangene Woche hatte die Deutsche Bank ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht – und die fielen katastrophal aus.

Sicherlich, an ein Wunder hatte niemand mehr geglaubt, Analysten hatten bereits Horrorszenarien von einem 5-Milliarden-Euro-Verlust gezeichnet. Doch die Realität ist noch schlimmer: Auf satte 6,7 Milliarden Euro beläuft sich das Minus, das die Deutsche Bank im vergangenen Jahr eingefahren hat.

Rekordverlust wegen Altlasten

Es ist das schlechteste Ergebnis der Unternehmensgeschichte und erst der zweite Jahresverlust überhaupt nach 2008, dem Jahr der globalen Finanzkrise. Und selbst damals stand die Deutsche Bank besser da als heute, belief sich ihr Minus seinerzeit doch auf „nur“ knapp 4 Milliarden Euro.


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Was die Bilanz jetzt verhagelt, sind allerdings die Spätfolgen von damals, genauer gesagt: aus der Zeit vor dem Kollaps der Finanzmärkte, als vor allem Investmentbanker eine riesige Party auf Kosten aller anderen feierten und mit hochriskanten Geschäften gigantische Gewinne machten – bis das Kartenhaus in sich zusammenfiel.

Seither kämpft die Deutsche Bank mit Rechtsstreitigkeiten, die vor allem in den USA gerne mal richtig teuer werden. Es sind vor allem die nicht ganz koscheren Geschäfte, die unter dem früheren Vorstandschef Josef Ackermann und dem damaligen Leiter des Investmentbankings, Anshu Jain, abgewickelt wurden, die bis heute juristisch für reichlich Ärger in den Zwillingstürmen sorgen.

Schafft Cryan den Neuanfang?

Die Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die Ackermann an der Spitze ablöste, blieb den angekündigten Kulturwandel schuldig. Es brauchte wohl externes Personal, um den Laden aufzuräumen.

Dieser Mammutaufgabe stellt sich seit nunmehr einem halben Jahr der Brite John Cryan, dem die desaströse Bilanz daher kaum anzulasten ist. Ganz im Gegenteil: Er versucht den Neuanfang, will den radikalen Schnitt, die Deutsche Bank soll eine ganz andere werden – und das bis 2018. Ein ambitioniertes Ziel angesichts der Altlasten, die noch abgearbeitet werden müssen.

Eine zusätzliche Belastung ist dabei das zuletzt eher schwächelnde Investmentbanking, das doch eigentlich für die dringend benötigten Einnahmen sorgen soll, um den Umbau zu stemmen. Abspaltung der Postbank, Eindampfen des Privatkundengeschäfts, Verschlankung der Strukturen – die Liste der Reformpläne ist lang und teuer.

Anleger fürchten Kapitalerhöhung

Kein Wunder, dass Anleger mittlerweile eine weitere Kapitalerhöhung befürchten. Diese würde jedoch den Wert ihrer Aktien weiter schmälern, die sich in den letzten Jahren ohnehin im Tiefflug befinden: Binnen Jahresfrist hat der Kurs ein Drittel eingebüßt, betrachtet man die letzten drei Jahre, hat er sich bereits halbiert.

2016-01-25 Deutsche Bank

Nicht wenige ergreifen daher die Flucht nach vorn: Die Deutsche Bank stand am vergangenen Donnerstag sowie am gestrigen Montag weit oben auf den Verkaufszetteln der Anleger, die Papiere verzeichneten im Handelsverlauf Abschläge von bis zu 8 Prozent.

Eine Trendwende ist bislang nicht in Sicht. Vieles wird nun davon abhängen, wie Cryan die Weichen stellt. Einen Ausblick darauf darf man am Donnerstag erwarten.

26. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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