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(Kein) Crash in China

„Neues Beben an Chinas Aktienmarkt / Stärkster Verlust seit über 8 Jahren / Schwarzer Montag in China“.

Schlagzeilen dieser Art haben Sie in den Medien vermutlich auch gelesen.

Natürlich können Sie es auch Crash nennen, denn vom Jahreshoch ging es rund 35% abwärts.

Danach folgte eine deutliche Kurserholung. Anfang dieser Woche rauschten lokale chinesische Indizes dann erneut um 8% nach unten. Das war der zu Schlagzeilen führende „stärkste Verlust seit über 8 Jahren“.

„Lokale“ Indizes schreibe ich, weil der Handel mit den im „Shanghai Stock Exchange“ bzw. „SSE Shanghai Local Company Index“ und „Shenzhen Stock Exchange“ notierenden Aktien nur für in China lebende Anleger erlaubt und damit für ausländische Investoren verboten ist.

Crash in China nur die halbe Wahrheit

Anfang Juli konnten Sie von dem 35%-igen Kursverlust lesen. Jetzt wird Ihnen der 8%-ige Kursverlust eines Tages dramatisch geschildert. Beides hört sich auch dramatisch an.

Besonders dann, wenn geschrieben wird, dass in China ein „Vermögen von 3 Billionen Euro vernichtet“ wurde (Zitat aus der Internetausgabe von welt.de).

Und auch die Zusätze „Stärkster Verlust seit über acht Jahren“ und“Schwarzer Montag“ dramatisieren die Lage.

Weglassen von Informationen ist kein Lügen, es führt aber trotzdem zu einem falschen Bild.

Crash in China nur Abbau vorheriger Blasenbildung

So konnten Sie Anfang Juli kaum die Information finden, dass die 35% Kursverlust weniger waren als der vorherige Kursgewinn im laufenden Jahr.

Entsprechend wären es im Umkehrschluss vorher 3 Billionen Euro Gewinn gewesen (beide Aussagen sind Unsinn).


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Und die 8% Kursverlust von Anfang dieser Woche waren nur eine Reaktion auf die hohen Kursgewinne der Tage zuvor.

Auch nach den 8% Kursverlust notierte der „SSE Shanghai Local Company Index“ immer noch über seinem Zwischentief vom 9. Juli dieses Jahres.

Denn auch hier hatte der Index zuvor erst mehr gewonnen als an dem 8%-Tag verloren. Das sehen Sie im Chart des „SSE Shanghai Local Company Index“.

„SSE Shanghai Local Company Index“

Shanghai-Stock-Exchange_2015.07.29

Chart wurde erstellt mit tradesignal

Der „SSE Shanghai Local Company Index“ notierte im Herbst 2014 mit rund 1.700 Punkten. Dann startete die Rally. Bis Anfang 2015 legte der Index knapp 50% zu und konsolidierte im Bereich von 2.500 Punkten.

Dieser Kursanstieg war nach der vorherigen langen Seitwärtsbewegung (seit rund 2012, im Chart nicht zu sehen) angemessen. Eine längere Konsolidierung hätte hier die Basis für später weiter zulegende Kurse bilden können.

Dann kam die Kursexplosion, die den Index vom Herbst 2014 bis Mitte 2015 zur Verdopplung katapultierte – eine typische Blasenbildung.

Jetzt wird diese Blase neutralisiert. Die aktuellen Notierungen liegen nahezu punktgenau auf denen vom Jahresanfang 2015 (grün markiert).

Selbst wenn der Index noch bis auf 1.700 Punkte fiele, wäre nicht mehr passiert, als dass der Kursgewinn seit Herbst 2014 komplett neutralisiert wäre.

Chinesischer Anleger noch im Plus – DAX im Minus

Ein chinesischer Anleger, der Anfang Januar 2015 gekauft hat, verbucht – je nach exaktem Kaufkurs – immer noch ein kleines Plus. Von daher ist dies kein wirklicher Crash.

Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres notierte der DAX 30 Index im Hoch mit 11.401 Punkten. Das Tief im Juli lag bei 10.652 Punkten. Der DAX 30 Index hat sich in dieser Zeit schlechter entwickelt der Kurs des „SSE Shanghai Local Company Index“.

(Kein) Crash in China

Bedenken Sie bei den dramatisierenden Meldungen immer: Der Autor will Ihre Aufmerksamkeit. Da lesen sich die eingangs zitierten Schlagzeilen spannend und locken Sie an.

Dann wird durch Weglassen ein entsprechend dramatisches Bild aufgebaut. Ob das dann der ganzen Geschichte entspricht, ist – so scheint es – nebensächlich.

In China ist ein Sack Reis umgefallen

Derzeit sehe ich keinen ausufernden Crash, sondern „nur“ den Abbau der Blasenbildung aus dem Frühjahr 2015. So schnell es rauf ging, so schnell rauschte es wieder runter – mehr ist (noch) nicht passiert.

Das gilt für die rund 35% Kursverlust seit dem Hoch der Blasenbildung ebenso wie für den Tagesverlust von 8% am Montag dieser Woche.

Für die für Sie wichtigen Märkte ist dieses Auf und Ab derzeit nicht mehr als der berühmte Sack Reis, der in China umgefallen ist.

Zum guten Schluss: Heute vor 159 Jahren, also am 29.07.1856, verstarb der deutsche Komponist und Pianist Robert Schumann. Zu seinem Schaffen sagte er:

„Es ist des Lernens kein Ende.“

Das lässt sich unverändert auf das Börsenleben übertragen. Zwischen Schaffen und Lernen sende ich Ihnen beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

29. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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