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(K)eine Börse zum Abgewöhnen

Mit 2.169 Punkten ist der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 ins vergangene Wochenende gegangen.

Das liegt nur 0,7% unter seinem Allzeithoch auf Wochenschlusskurs-Basis. Das hat der S&P 500 am 12. und 19.08.2016 mit jeweils 2.184 Punkten erreicht.

0,7% unter Allzeithoch spricht für sich: Die Märkte notieren auf einem hohen Niveau. Genau genommen muss es heißen: Die Märkte konsolidieren auf einem hohen Niveau.

Denn seit dem 15.07.2016 hat der S&P 500 die Wochen in einer Bandbreite von nur 22 Punkten, entsprechend 1%, beendet.

Das Tief des S&P 500 auf Wochenschlusskurs-Basis lag in dieser Zeit bei 2.162 Punkten, das Hoch bei den genannten 2.184 Punkten.

Andere Indizes, wie z. B. der DAX, Dow Jones oder die Nasdaq, haben eine etwas größere Kursbandbreite. Aber auch bei ihnen gilt: Sie konsolidieren auf einem hohen Niveau.

Das heißt aber auch: Es geht seitwärts. Das sehen Sie im unten stehenden Chart der S&P 500 auf Wochenschlusskurs-Basis.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter.


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Wenn es für Sie neu ist: Ich nutze für meine Charts gerne die Wochenschlusskurse der Indizes oder Aktien.

Diese Chart-Einstellung blendet das Auf und Ab innerhalb des Wochenverlaufs aus. Genau dadurch sind nachhaltige Kursbewegungen zu erkennen, die Trends gut bestimmen lassen.

In dieser Chart-Einstellung analysiere ich den DAX 30 Index, Dow Jones, S&P 500, etc. Heute sehen Sie den aktuellen Chart des S&P 500.

S&P 500: Es kann jeden Tag wieder losgehen

S&P500-Index_2016_08_29

Im Chart des S&P 500 auf Basis seiner Wochenschlusskurse sehen Sie das ewig lange Seitwärts-Geschiebe (grün markiert).

Es wurde zwar Anfang dieses Jahres durch eine kurze Ab- und Aufwärts-Bewegung unterbrochen. Danach lief der S&P 500 aber wieder seitwärts.

Im Sommer gelang dann endlich der Ausbruch über den Widerstand (rote Linie) nach oben. Dabei hat der S&P 500 rund 7% am Stück zugelegt (schräg aufwärts gerichteter Pfeil).

Und nun läuft der Kurs schon wieder seitwärts. Das zeigen Ihnen die im Chart eingetragenen Wochenschlusskurse ab dem 15.07.2016.

Keine Börse zum Abgewöhnen

Das scheinbar endlos andauernde Seitwärts-Geschiebe ist, wie eine Börse zum Abgewöhnen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Seitwärts-Geschiebe erfordert zwar unsere Geduld, aber sie lohnt sich.

Die Börsen bestehen aus einem Auf und Ab sowie ausgeprägten Seitwärts-Phasen. Das ist Alltag. Den habe ich schon oft erlebt. Genau genommen kenne ich die Märkte überhaupt nicht anders.

Nur in der rückwirkenden Betrachtung sehen viele Phasen viel einfacher aus. So wird es bald auch für den jetzigen Zeitraum sein. Dann zeigt sich erneut, wer Geduld bewiesen hat, wird durch Gewinne belohnt. Das ist meine feste Überzeugung.

Zum guten Schluss frage ich: Bricht unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel das Grundgesetz? Denn: Der englische Philosoph John Locke, der auf den Tag genau vor 384 Jahren, also am 29.08.1632, zur Welt kam, meinte:

„Wenn jemand die Macht beansprucht, Steuern aufzuerlegen oder zu erheben, ohne des Volkes Einwilligung, bricht er das Grundgesetz des Eigentums und stößt den Zweck der Regierung um.“

  1. Sagen wir so: Angela Merkel wurde demokratisch gewählt. Also hat sie wohl des Volkes Einwilligung, Steuern aufzuerlegen. Sie bricht das Grundgesetz also nicht.
  1. Sagen wir so: Angela Merkel und die CDU bekamen bei der letzten Bundestagswahl 34,1% der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 71,5%. Also wurde sie von 24,38% der Wahlberechtigten gewählt. Wenn Sie die CSU- und SPD-Stimmen hinzuzählen, ergibt das auch nur 48% der Wahlberechtigten. Im Sinne der Aussage von Locke hat sie damit nicht des Volkes Einwilligung, Steuern aufzuerlegen. Sie bricht also das Grundgesetz.

Fazit: Lassen Sie Philosophie Philosophie sein. An der Tatsache, dass Sie und ich Steuern zahlen müssen, ändert sich nichts. Freuen Sie sich trotzdem über einen sonnigen Wochenauftakt.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

29. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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