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Kernkapitalquoten bei Banken: Zum großen Stresstest

Die Kernkapitalquote bei Banken als Indikator der Sicherheit.

Werfen Sie einen Blick auf die aktuellen Ergebnisse des Stresstest.

Und vergessen dabei nicht, dass der Stressstest selbst kritisch zu hinterfragen bleibt, wie im Anschluss zu klären ist.

Kernkapitalquote bei Banken – Eigenkapital zu Risikopositionen

Die Kernkapitalquote bei Banken gibt an, wie hoch das Eigenkapital zu den Risikopositionen der Bilanz ist.

Letztere sind beispielsweise ausstehende Kredite. Je höher die Quote, desto besser. Einige Beispiele für Sie:

Die Deutsche Bank hat eine Quote von 11,2%, die Commerzbank eine Quote von 10,8%. Diese Zahlen gelten als „gut“.

Nur die Postbank bereitet Sorgen: diese hat eine Kernkapitalquote von 7,3%. Gefahren müssen Sie in den nächsten Wochen nicht befürchten.

Von den untersuchten Banken ist unserer Einschätzung nach keine unmittelbar von den Krisen betroffen.

Beachten Sie allerdings: einige Banken sind erst gar nicht untersucht worden. Insofern ist der Stresstest kein Branchengüte-Siegel.

Fazit: in den nächsten Wochen wird nicht viel passieren. Sie können ganz entspannt eine Aktie wie die der Deutschen Bank im Depot halten oder sogar kaufen – die Kernkapitalquote dieser Bank empfiehlt sich.

Gefährlich wird es nur bei Landesbanken – die sind unserer Einschätzung nach noch lange nicht „sauber“.

Und außerdem:

Stresstest der Banken dient als Beruhigungspille fürs Volk

Sie werden sich kaum erinnern. Aber die obige Überschrift stammt von meinem Kommentar vom 22.07.2010. Die Jahreszahl ist richtig. Ich habe das vor mehr als einem Jahr geschrieben.

Ausgerechnet der deutsche Banker, der dem größten deutschen Bankhaus, also der Deutschen Bank, vorsteht, Josef Ackermann, beweist nun die Richtigkeit meiner damaligen Aussage. Dazu unten gleich mehr.


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Damals habe ich geschrieben:

„Buchungs“tricks“ tricksen Stresstest aus

Ein Beispiel, wie die Banken den Stresstest problemlos bestehen: Sie halten Staatsanleihen in ihren Bilanzen. Jetzt wird geprüft, wie sich die Kapitalausstattung der Bank verhält, wenn die Staatsanleihen z.B. 20% an Wert verlieren.

Nun der „Trick“: Banken verbuchen Staatsanleihen im Handelsbuch oder Bankbuch. Im Handelsbuch müssen sie die Wertverluste buchen, im Bankbuch nicht. Vor einigen Monaten hatten die Banken noch rund 90% der Staatsanleihen im Handelsbuch.

Wie durch Zauberhand sind jetzt, pünktlich vor dem Stresstest, nur noch rund 50% der Staatsanleihen im Handelsbuch. Nur diese müssen gegebenenfalls buchungsmäßig korrigiert werden.

Die ins Bankbuch umgebuchten Staatsanleihen behalten ihren ursprünglichen Wert und finden beim Stresstest keine Beachtung.

Der guten juristischen Ordnung halber sei gesagt: Es ist kein Trick, es ist eine legale Buchungs-/Bilanzvorschrift.

Legal ist nicht, was Sie und ich denken, sondern was die Politik ins Gesetz schreibt. Unter kräftiger Mithilfe einflussreicher Lobbyisten.“

Bis hier der Ausschnitt aus meinem Kommentar vom Juli 2010.

Deutsche Bank-Chef Ackermann bestätigt mich

Bei einer Banken-Tagung sagte Ackermann diese Woche:

„Es ist eine Binsenweisheit, dass es zahlreiche europäische Banken nicht verkraften würden, müssten sie die im Bankbuch gehaltenen Staatsanleihen auf Marktwerte abschreiben“.

Stresstest der Banken wird mit Binsenweisheit ausgetrickst

Es ist also eine „Binsenweisheit“. Wikipedia schreibt zur Binsenweisheit:

„Als Binsenweisheit bezeichnet man eine allgemein bekannte Information. Der Begriff wird insbesondere dann verwendet, wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass eine als interessant vorgetragene Erkenntnis im Grunde keinen besonderen Wert hat.“

Also genügte eine allgemein bekannte Information um zu zeigen, dass die Stresstests zur Ihrer und unserer Täuschung dienten.

Genau so habe ich kürzlich die albernen Stresstests der Banken kommentiert: Banken-Stresstest: Sie werden gezielt getäuscht

Politiker: Täuschung oder Dummheit, ist hier die Frage

Ich setze voraus, dass die Fachleute aus Politik und Wirtschaft, die über hunderte von Milliarden Euro für Rettungsfonds für Banken entscheiden, den Unterschied zwischen Bank- und Handelsbuch kannten?

Wenn ja, haben Sie uns gezielt täuschen wollen.

Wenn nein, sind sie dermaßen unwissend, dass sie wegen Inkompetenz schleunigst abtreten müssen.

Informieren, informieren, informieren

Als ich seinerzeit auf die wichtige Unterscheidung zwischen Bankbuch und Handelsbuch und die damit erfolgte Manipulation des Stresstests aufmerksam gemacht habe, fand ich das an kaum einer anderen Stelle unserer „kritischen“ Medien. Und auch jetzt kommt es nicht in die Schlagzeilen.

Deshalb ist es unverzichtbar, dass Sie sich (nicht nur) für Ihre finanziellen Entscheidungen nicht auf die großen Medien verlassen. Denn sonst passiert dieses:

55% Verlust bei Vertrauen in Stresstest und Medien

Ende Juli 2010, also zum Zeitpunkt meines oben angesprochenen Kommentars, notierte die Aktie der Deutschen Bank mit 53,60 Euro. Gestern notierte sie um die 24 Euro.

Wer also seinerzeit dem Stresstest vertraute und dachte, zumindest mit der Deutschen Bank sei ja alles in Ordnung und hat deshalb die Deutsche Bank-Aktie gekauft, der sitzt heute auf einem Verlust von satten 55%.

Wie heißt es doch so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Seinerzeit waren Sie gut beraten, den offiziellen Verlautbarungen nicht zu trauen.

Mehr zum Thema: Deutsche Banken im Stresstest

Wenn Sie wissen wollen, wie Börse wirklich ist

Mein täglicher Newsletter hat bei GeVestor diese Beschreibung:

„Börse auf den Punkt gebracht: Wenn Sie wissen wollen, wie Börse wirklich ist: Heißmann schaut hinter die Kulissen, deckt Ungereimtheiten und Widersprüche auf und begleitet das Wirtschafts- und Börsengeschehen mit seinen kritischen Kommentaren.“

Ich denke, das passt.

Zum guten Schluss: Heute vor 113 Jahren, also am 07.09.1898, kam Henry Morton Robinson, der US-amerikanische Schriftsteller, zur Welt Er hinterließ uns das Zitat:

„Wir sind Diplomaten. Das heißt: Wenn wir sagen, was wir denken, haben wir uns versprochen.“

Na, die Gefahr, dass sie sagen, was sie denken, besteht bei vielen Politkern und hochrangigen Bankern wohl nicht. Ich jedoch bemühe mich, genau das zu tun. In der Hoffnung, dass es gelingt, sende ich beste Grüße

15. Juli 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.