Koenig & Bauer Aktie: Konzern trotzt dem negativen Branchentrend
Die Koenig & Bauer AG (WKN 719350) stemmt sich derzeit erfolgreich gegen den negativen Trend in der Druckbranche.
Nach den vorläufigen Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2011 hat das Unternehmen ein positives Vorsteuerergebnis erzielt und besonders mit einem starken Zuwachs bei Auftragseingang und –bestand gepunktet.
Im Vergleich zur direkten Konkurrenz steht der Druckmaschinenhersteller damit sehr gut da. Ob der Konzern allerdings auch in 2012 wachsen kann, bleibt abzuwarten.
Koenig & Bauer zählt zu den ältesten Druckmaschinenherstellern der Welt. Zum Produktportfolio gehören Rollen- und Bogenmaschinen sowie inzwischen auch Digitaldruckmaschinen.
Der größte Absatzmarkt des Konzerns ist Europa. Hier werden rund 40 Prozent der Gesamtumsätze erzielt. Auf Asien entfallen etwa 30 und auf Nordamerika zehn Prozent.
Seit 2011 ist Claus Bolza-Schünemann der Vorstands-Vorsitzende der Aktiengesellschaft, die ihren Hauptsitz in Würzburg hat. Augenblicklich sind etwa 6.400 Mitarbeiter bei Koenig & Bauer beschäftigt.
Koenig & Bauer: Schwarze Zahlen und hoher Auftragsbestand
Während Konkurrenten wie die Heidelberger Druckmaschinen AG vor großen Problemen stehen, konnte Koenig & Bauer – nach den vorläufigen Zahlen – auch in 2011 einen Vorsteuergewinn erzielen.
Dieser lag im einstelligen Millionenbereich und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Auch der Umsatz ging im Vergleich zu 2010 leicht zurück. Positiv überraschen konnten dagegen der Auftragseingang und Auftragsbestand.
Der Auftragseingang von 2011 ist mit rund 1,5 Milliarden Euro 20 Prozent höher als im Vorjahr. Der Auftragsbestand konnte sich sogar fast verdoppeln und betrug Ende 2011 bei etwa 800 Millionen Euro.
Aktie mit fundamentaler Unterbewertung
Aufgrund der vergleichsweise freundlichen Jahreszahlen konnte die Koenig & Bauer Aktie in den vergangenen Wochen einige Prozentpunkte zulegen. Aus fundamentaler Sicht ist noch weiterer Spielraum vorhanden.
Das 9er KGV sowie die Kennzahlen PEG (0,5), KBV (0,4) und KUV (0,2) sprechen allesamt für eine Unterbewertung des Titels. Auch die Eigenkapitalquote von rund 38 Prozent ist positiv zu bewerten.
Die Dividendenrendite liegt derzeit bei mageren 0,8 Prozent. Dies erscheint aufgrund des schwierigen Marktumfeldes allerdings auch notwendig und sinnvoll.
Koenig & Bauer: Besser als die Konkurrenz – reicht das?
Die Koenig & Bauer AG kommt mit der schwierigen Situation in der Druckbranche vergleichsweise gut zurecht. Das Unternehmen hat im dritten Jahr nacheinander ein positives Ergebnis erzielen können und erstaunt mit dem deutlichen Plus bei Auftragseingang und –bestand.
Das liegt unter anderem an der geringeren Abhängigkeit vom Zeitungsdruck. Die Koenig & Bauer AG hat sich mit Nischenprodukten und der rechtzeitigen Entwicklung von Digitaldruckmaschinen von der Konkurrenz abheben können. Auch die solide finanzielle Basis des Konzerns lässt Koenig & Bauer gut dastehen.
Die Aktie des Unternehmens verfügt nicht zuletzt aufgrund der ordentlichen fundamentalen Kennzahlen noch über Aufwärtspotenzial.
Zunächst aber muss sich die Koenig & Bauer AG auch in 2012 behaupten, weiterhin schwarze Zahlen schreiben und die Restrukturierung vorantreiben – ohne die Kosten dafür aus den Augen zu verlieren. Eine bessere Entwicklung als der Branchendurchschnitt ist allerdings wahrscheinlich.
Zahl des Tages: Um etwa 80 Prozent konnte der Auftragsbestand zwischen Ende 2010 und Ende 2011 gesteigert werden.
Aktueller Kurs der Koenig & Bauer Aktie
Fundamentalanalyse der Koenig & Bauer Aktie
* Bewertung nach Schulnotensystem
Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse: https://www.gevestor.de/shop/details/intelligent-investieren.html



