MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Kohle in der Krise: Konkurs bei US-Produzent

In der Rohstoff-Branche nimmt der Druck in bestimmten Bereichen immer mehr zu.

Jetzt hat ein großer US-Kohleproduzent ein Konkursverfahren nach dem Chapter 11 eröffnet, um eine grundlegende finanzielle Umstrukturierung umsetzen zu können.

Das betroffene Unternehmen heißt Patriot Coal und ist einer der größten US-Produzenten von thermischer Kohle, die hauptsächlich zur Stromerzeugung verwendet wird. Doch hier stehen die Kohleanbieter gleich von zwei Seiten unter Druck.

So sinkt der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den USA ständig. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres ist der Kohleanteil auf nur noch 35% abgesackt. Vor einem Jahr lag der Vergleichswert noch bei 44%. Das ist ein Grund warum die Kohlenachfrage in den USA auf ein 24-Jahres-Tief gefallen ist.

Kohlepreise im freien Fall

Und bei nachlassender Nachfrage und stabilem Angebot kennen die Preise nur eine Richtung: Nach unten. Und genau das passiert derzeit in den USA. Eine Folge ist das jetzt laufende Konkursverfahren von Patriot Coal.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Das Unternehmen hat massiv an Wert verloren. Und auch die Drosselung der Produktion um mehr als 4 Mio. Tonnen hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Auch der Abbau von mehr als 1.000 Jobs hat zwar eine Kostensenkung aber nicht die Wende gebracht.

Verluste sind in der US-Kohlebranche an der Tagesordnung. Das gilt eben auch für die großen Unternehmen wie Peabody, Arch Coal oder Alpha Natural Resources. An der Börse haben sich die Kurse vieler Kohlewerte auf 52-Wochen-Sicht mehr als halbiert.

Der RBS World Coal Index, in dem 10 der weltweit wichtigsten Kohlefirmen zusammengefasst sind, hat auf Jahressicht 40% verloren – und das als Branchenindex. Daran ist ganz klar die Krise der gesamten Branche erkennbar.

Bei Patriot gehen aber jetzt nicht die Lichter aus. Vielmehr dient das nun begonnene Verfahren dazu, eine weitreichende Umstrukturierung auf den Weg zu bringen. Zunächst ist auch die Fortsetzung des Minenbetriebs und die Belieferung der Kunden geplant.

Immerhin betreibt Patriot Coal 13 Minen in den USA. Im vergangenen Jahr lag die verkaufte Kohlemenge bei 31,1 Mio. Tonnen, von denen drei Viertel an nationale und internationale Stromproduzenten geliefert wurden.

Durch das nun eingeleitete Verfahren wird Patriot Coal wohl Zugang zu einer 800 Mio. Dollar-Finanzierung von einem prominent besetzten Konsortium, zu denen die Citigroup, Barclays und die Bank of America Merrill Lynch gehören, erhalten.

Der Erdgas-Boom in den USA belastet die Kohlebranche

Keine Frage: Vor allem in den USA steht die Kohlebranche vor heftigen Herausforderungen. Ein wichtiger Faktor ist dabei Erdgas. Dieser Energieträger ist nicht nur sehr preiswert. Erdgas ist auch noch umweltfreundlicher.

Und neue Kraftwerke zur Stromerzeugung sind für Erdgas deutlich schneller umzusetzen als neue Anlagen für die Verstromung von Kohle. Durch die massive Diskussion über den CO² Ausstoß hat hier Erdgas auf jeden Fall einen Vorteil.

Ob Patriot Coal aber bei diesen Voraussetzungen die Wende gelingen wird, ist doch sehr fraglich. An der Börse schlug die Nachricht ein wie eine Bombe und der Kurs brach um mehr als 70% auf nur noch knapp 0,30 Euro ein. Noch vor einem Jahr kostete diese Aktie mehr als 17 Euro. So etwas nennt sich wohl Totalverlust.

10. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.