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Krise: Viele Schiffgesellschaften und Reedereien werden untergehen

Haben Sie von ihrem Bankberater nicht auch schon mindestens einmal einen geschlossenen Schifffonds als „todsichere Anlage“ empfohlen bekommen?

Nun, diese Fonds sind in den letzten Monaten und Jahren zunehmend in Verruf geraten – und das absolut zu Recht.

Trotzdem muss ich feststellen, dass es leider immer noch Anleger gibt, die sich von solchen Lügenkonstrukten überzeugen lassen, weshalb ich an dieser Stelle gerne etwas Aufklärungsarbeit betreiben möchte.

Markt wächst zweistellig – Schifffahrt schrumpft trotzdem

Beginnen wir zunächst ganz am Anfang und nähern uns dem Thema Schritt für Schritt.

Reedereien und die Schifffahrt hängen zweifellos in großem Maße von der weltweiten Konjunktur und dem daraus resultierenden Güterverkehrsaufkommen ab.

Aktuellen Zahlen der EU-Kommission zufolge, ist der Güterverkehr in Europa innerhalb der letzten 10 Jahre immerhin um über 25 % gewachsen. Auf den ersten Blick gewiss kein schlechter Wert.


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Auf den zweiten Blick jedoch wird deutlich, dass die transportierte Menge der Schifffahrt mit 297 Mrd. Tonnenkilometer in 2010 gegenüber 301 Mrd. in 2000 nur stagniert beziehungsweise sogar leicht rückläufig ist.

Die beiden anderen Transportmittel Lkw und Schienenverkehr hingegen konnten deutlich zweistellige Wachstumsraten verbuchen und teilen sich mit rund 85 % den größten Teil des Marktes.

Auch ein Blick in die Zukunft verheißt für die Schifffahrt nichts Gutes.

Bis 2020 prognostiziert die EU-Kommission ein Wachstum des Güterverkehrs um erneut starke 18,5 %. Die Binnenschiffe hingegen sollen sich mit 288 Mrd. Tonnenkilometer weiterhin auf dem absteigenden Ast befinden.

Überangebot und sinkende Nachfrage

Diese Schwäche der Branche führte letztendlich dazu, dass während der Schifffahrtskrise in 2009 und 2010 viele Schiffe nur geringe Erträge erwirtschaften konnten und es anders als versprochen zu keinen Ausschüttungen der Fonds kam.

Die Schwierigkeiten in der Schifffahrt sind in meinen Augen dabei besonders struktureller Art.

Da Charterverträge meist nur über sehr kurze Zeiträume geschlossen werden, führt ein Rückgang der Nachfrage bei einem Überangebot an Transportkapazitäten schnell zu sinkenden Charterraten oder sogar dem Ausbleiben von Aufträgen.

Die Schiffe an denen Anleger über die Fonds kleine Anteile halten, können bestenfalls die Betriebskosten decken, nicht aber Zins und Tilgung der Finanzierung und schon gar nicht für eine attraktive Ausschüttung sorgen

Schiffsgesellschaften werden künstlich über Wasser gehalten

Sie sollten sich deshalb bewusst sein, bevor Anleger auch nur einen Cent sehen, melden sich erst mal die Banken als Kreditgeber und schöpfen jeglichen Überschuss ab, den die Schiffe im besten Fall erwirtschaften konnten.

Wenn Sie mich fragen, werden die Branche und viele der dort tätigen Reedereien mittlerweile nur noch künstlich am Leben erhalten.

Bereits 2009 und 2010 konnten viele Schiffsgesellschaften nur durch eine Stundung der Tilgung seitens ihrer Banken und zusätzliche Darlehen von ihren Gesellschafter über Wasser gehalten werden.

An der wirtschaftlichen Situation hat sich fundamental indes nichts geändert.

Kapitalsuchende Gesellschaften hoffen weiter darauf, Anleger mit einem viel zu langem Atem zu finden und wollen sich zudem bei der Bundesregierung für Solidarität in Form von Steuersubventionen stark machen.

In meinen Augen muss und wird sich die Branche mittelfristig selbst bereinigen – und das funktioniert letzten Endes nun mal nur über Insolvenzen.

31. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.

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