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K+S AG – Warten auf die Bodenbildung

Endlich scheint mal wieder die Sonne, schließlich sind ja auch bald Schulferien. Wer schon in Urlaub ist oder demnächst noch fährt, hat sich vor Reiseantritt frühzeitig bevorratet.

Mit Sonnencreme, Sonnenhut und Sonnenschirm. Auf geht es an den Badesee, den Strand oder ins Gebirge.

Schwimmen, wandern, faulenzen ist angesagt, schließlich ist Urlaubszeit. Und zwischendurch wird mal einen Blick in die Tageszeitung geworfen.

Wer es sich heute bequem gemacht hat und schon Zeitung gelesen hat, hat es schon mitbekommen: der DAX, der Deutsche Aktien Index feiert seinen 25. Geburtstag.

Wie erfolgreich die Kursentwicklung des Index der letzten die 25 Jahre war, ist und auch in Zukunft sein wird, darüber haben heute und die letzten Tage schon zahlreiche Kollegen geschrieben.

Aber haben Sie schon etwas über die erfolgreichste Aktie des DAX gelesen? Nein, das wundert mich nicht, wer denkt denn heute schon an den Winter?

Wie bitte? Wie komme ich denn nun auf das Thema Winter? Was hat der DAX bei diesem herrlichen Wetter denn mit Kälte, Eis und Schnee zu tun?

Aus 2.900 € wurden 28.725 €

Meteorologisch betrachtet nichts, noch sind es 173 Tage bis zum Winteranfang. Aber aktientechnisch schon. Denn die erfolgreichste Aktie der letzten Jahre ist die Aktie des Streusalzproduzenten K+S AG, die frühere Kali und Salz AG.

Wer zum Beispiel Anfang Januar 2003 für 2.900 € glatte tausend Aktien der K+S erwarb, verfügt heute über ein Aktienvermögen von 28.275 €. Kein schlechter Wertzuwachs,

Der langfristige Point&Figue-Chart zeigt den starken Trend der letzten 10 Jahre.

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(anklicken zum Vergrößern)


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Die Aktie ist ein Liebling der Investoren, das Geschäftsmodell ist leicht zu verstehen und einzuschätzen. Denn das Unternehmen produziert und handelt mit Salz und Kalidünger.

Beides Produkte, die nahezu jedermann kennt. Streusalz im Winter und Dünger für die Felder im Frühjahr, Sommer und Herbst, das lehrt uns das Leben bzw. die Grundschule.

Beschränkt sich der Absatz von Streusalz doch recht regional und mehr oder wenig vom Klima abhängig, ist der Bedarf an Kalidüngemitteln weltweit gegeben.

600 Millionen Mehrkosten

Die K+S AG (WKN KSAG88, Ticker SDF) hat sich der Nachfrage in den letzten Jahren angepasst und produziert ihre Dünger mittlerweile vor Ort.

Kaliwerke in Deutschland, Europa und zukünftig in Kanada versorgen die regionalen Märkte und stärken die Marktposition des Unternehmens.

Doch gerade die Erschließung des nordamerikanischen Marktes ist es, die die Erfolgsbilanz der K+S-Aktie in diesem Jahr brutal ausbremst.

Mehrkosten von 600 Mio. Euro bis zur Inbetriebnahme und gleichzeitig sinkenden Düngemittelpreise in Nord- und Südamerika belasten das  Unternehmen schwer.

Entgegen dem allgemeinen Trend deutscher Aktien steigt der Aktienkurs der K+S in diesem Jahr deshalb nicht, nein, er fällt. Und zwar drastisch.

Notierte die Aktie zum Jahreswechsel noch bei 35,00 €, sind es heute Morgen gerade noch einmal 28,30 €, mithin ein Kursverlust von -20%.

Und ein Ende des Kursrückgangs scheint nicht in Sicht, der Point&Figure-Chart zeigt es.

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(anklicken zum Vergrößern)

Die letzten Verkaufssignale sprechen ein klare Sprache, das rechnerische Kursziel für die Aktie liegt aktuelle bei gerade einmal 19,00 €, weitere 33% tiefer.

Doch ob es wirklich so weit kommt, muss in Frage gestellt werden.

Denn aus Sicht der Charttechnik befindet sich der Aktienkurs derzeit in einem recht massiven Unterstützungsbereich.

Das erste Chartbild zeigt es, die Unterstützungen rühren aus den Tiefpunkten des Jahres 2008 und liegen sämtliche im Bereich der 26,00 bis 28,00 €.

Turnaround an breiter Unterstützungszone möglich

Gelingt es der Aktie den Kursverfall in diesem Bereich zu stoppen haben wir die letzten Tiefs gesehen.

Und wenn auch derzeit noch alle Zeichen auf Verkaufen stehen, sobald ich im Point&Figure-Chart die erste X-Säule sehe, die mir steigende Kurse signalisiert, wandert die Aktie der K+S AG umgehend auf die Beobachtungsliste des Point&Figure-Trader.

Denn zwei Dinge sind unstrittig:

Die Weltbevölkerung wächst, der Bedarf an Nahrungsmitteln steigt. Und damit auch die Nachfrage nach geeigneten Düngemitteln. Als weltweit viertgrößter Hersteller wird K+S davon profitieren, davon bin ich überzeugt.

Und auch der nächste Winter kommt bestimmt. Mit Kälte, Eis und Schnee. Und Städte, Kommunen und Gemeinden werden sich ebenso  mit Streusalz bevorraten, wie wir Endverbraucher.

Denken Sie also rechtzeitig an die Bevorratung mit Streusalz. Auch wenn derzeit wohl  eher der Einsatz von Sonnenmilch angesagt ist.

Doch auch die haben Sie rechtzeitig gekauft.

So wie Streusalz. Oder die Aktien der K+S AG.

1. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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