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K+S: Neues vom Kali-Krimi

Der DAX gewann heute gut 2% und kletterte auf 8.446 Punkte. Die Investoren feierten an der Börse gute Konjunkturdaten aus China und die Hoffnung auf eine friedliche Lösung in Syrien.

Überproportional zulegen konnte im DAX erneut die K+S-Aktie. Kurzfristig stützen Gerüchte den Kurs.

Außerdem gab es in der Vorwoche gute Nachrichten von der Deutschen Börse.

Der Kali- und Salz-Produzent K+S konnte bei der Überprüfung der großen deutschen Indizes seinen Platz im DAX verteidigen. K+S gewann das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Handelsriesen Metro.

Am heutigen und am gestrigen Handelstag konnte die K+S-Aktie deutlich zulegen. Der Eröffnungskurs am Montag lag bei 19,05 Euro. Heute lag der Schlusskurs schon bei über 21 Euro. Der Kampf mit der 20-Euro-Marke wurde (vorerst) gewonnen.

Doch was ist der Grund für die jüngsten Kurssprünge?

Aktienkurs von neuen Gerüchten beflügelt

Anfang dieser Woche machte das Gerücht die Runde, dass der russische Oligarch und Uralkali-Großaktionär Suleiman Kerimov kurz davor sei, seinen 22%-Anteil an Uralkali zu verkaufen.

Kerimov gilt bislang als mächtiger Drahtzieher bei Uralkali. Es gilt als sicher, dass Uralkali-Chef Baumgertner seinen Vorstoß, aus der Kali-Allianz mit Belaruskali auszutreten, mit Kerimov vorher abgesprochen hat.


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Einige Beobachter gehen sogar soweit, dass Kerimov die treibende Kraft hinter der Auflösung der Kali-Allianz gewesen sei.

Ein möglicher Verkauf der Anteile von Kerimov ist bislang zwar noch hypothetisch; allerdings sollten K+S-Aktionäre die Aktionärsstruktur des russischen Konkurrenten ganz genau im Auge behalten.

Sollte Kerimov seinen Anteil an Uralkali tatsächlich verkaufen, könnte dies zu einem Aufatmen in der gesamten Branche führen.

Denn: Der neue Besitzer könnte den von Uralkali angeheizten Preis- und Mengenkrieg im Kali-Markt sofort wieder beenden. Der Kali-Preis würde deutlich steigen und damit auch die Aktienkurse der Kali-Produzenten.

Short-Squeeze: Ein weiterer möglicher Faktor für die Kurssprünge

Ebenfalls könnten die jüngsten Kurssprünge eine Folge des relativ hohen Anteils von Marktteilnehmern sein, die über Leerverkäufe auf einen fallenden K+S-Kurs gewettet hatten.

Das klingt zunächst einmal ein wenig verwirrend. Ich erkläre Ihnen aber jetzt, wie das funktioniert:

Die Leerverkäufer, die auf einen fallenden K+S-Kurs gewettet haben, sind bei steigenden Kursen gegebenenfalls dazu gezwungen, Aktien zu kaufen, um ihre Verluste aus den Leerverkäufen zu begrenzen.

Ein sogenannter „Short-Squeeze“ ist dann möglich. Dabei sorgen Leerverkäufer, indem sie sich mit K+S-Aktien eindecken, weil sie die Aktien benötigen, um sie an die Ausleiher zurückzugeben, durch die gestiegene Nachfrage für starke Kurszuwächse.

Diese Kurszuwächse sorgen dann wiederum dafür, dass weitere Leerverkäufer dazu gezwungen sind, sich mit K+S-Aktien einzudecken, bevor diese noch teurer werden. Das treibt den Kurs dann noch weiter nach oben.

Der Fall VW: Das berühmteste Beispiel für einen Short-Squeeze

Das berühmteste Beispiel für einen „Short-Squeeze“ ist die Kursexplosion der Volkswagen-Stammaktie, die am 27. Oktober 2008 begann.

Am 26. Oktober 2008 hatte der Sportwagenhersteller Porsche mitgeteilt, dass er seinen Anteil an VW von 35 % auf 42,6 % erhöht habe und sich über Optionen weitere 31,5% gesichert habe

Bei voller Optionsausübung wäre Porsche also bei den VW-Stammaktien auf einen Gesamtanteil von 74,1% gekommen. Spekulanten, insbesondere Hedgefonds, hatten aber auf sinkende VW-Kurse gesetzt und VW-Stammaktien leer verkauft.

Da das Land Niedersachsen weitere 20 % der VW-Aktien hielt, verblieben weniger als 6% der VW-Aktien im freien Börsenhandel.

Die Leerverkäufer hatten sich jedoch 12% der VW-Aktien geliehen, die sie für die Rückführung der Leihe am Aktienmarkt wieder zurückkaufen mussten. Somit steckten sie in einem „Short-Squeeze“.

Da diese Leerverkäufer um jeden Preis VW-Aktien kaufen mussten, kletterte der VW-Kurs kurzzeitig auf rund 1.000 Euro. Für einen kurzen Augenblick war VW das teuerste börsennotierte Unternehmen der Welt.

Fazit: Es bleibt spannend

Bis jetzt sind die Meldungen über einen Uralkali-Verkauf Kerimovs nur Gerüchte. Auch die Begünstigung des K+S-Kurses durch mögliche „Short-Squeeze-Effekte“ ist noch nicht belegt.

Die Entwicklung der K+S-Aktie, sowie der gesamten Kali-Branche, bleibt also spannend und der Krimi wird in die nächste Runde gehen. K+S-Aktionäre, die bei 15 Euro nicht die Nerven verloren und die Position gehalten haben, wurden bisher für ihren Mut belohnt.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.