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KTG Agrar SE: Anleihe-Gläubiger schauen wohl in die Röhre

Vor exakt 3 Monaten habe ich an dieser Stelle über Probleme mit einer Zinszahlung bei der in Hamburg ansässigen KTG Agrar SE geschrieben

Damals teilte das Unternehmen mit, dass eine fällige Zinszahlung für eine von 2011 bis 2017 laufende Anleihe nicht beglichen werden kann.

Das führte dazu, dass der Kurs der KTG-Aktie dramatisch einbrach. Auch die Kurse der Anleihen der KTG Agrar SE brachen damals ein.

Das Unternehmen selbst versuchte jedoch zu beruhigen und teilte mit, dass die Zinszahlung nur verschoben werde. Es folgte jedoch ein Insolvenz-Antrag.

Es sieht düster aus für die Anleger

Inzwischen ist auch klar, dass die Anleger von KTG Agrar wohl leer ausgehen werden. Vor wenigen Tagen berichtete das Unternehmen über das Gutachten des vorläufigen Insolvenz-Verwalters.

Demnach hat KTG einen Abschreibungs-Bedarf auf Beteiligungen und Forderungen von bis zu 222 Mio. €. Zusätzlich gibt es einen Wertberichtigungs-Bedarf auf Forderungen gegen Dritte in Höhe von 169 Mio. €.


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Das bedeutet: KTG ist um 391 Mio. Euro „ärmer“ als zunächst angenommen. Im Geschäftsjahr 2015 waren Forderungen von insgesamt 353 Mio. € ausgewiesen.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen bedeuten somit auch, dass sich die Forderungen, die per Ende 2015 noch bilanziert wurden, jetzt in Luft aufgelöst haben.

Rechnet man die Abschreibungen auf das Eigenkapital der KTG Agrar SE an, so steht dort statt knapp 117 Mio. € ein Minus von rund 274 Mio. € zu Buche.

Doch das ist noch nicht alles: Laut Mitteilung ist die KTG Agrar SE mit 394 Mio. € überschuldet!

Daran, was das für die Anleihe-Gläubiger bedeutet, lässt der Vorstand keinen Zweifel: „Aufgrund dieser Tatsache ist absehbar, dass die Insolvenz-Quote für die Gläubiger der KTG Agrar SE äußerst gering ausfallen wird.“

Nach meiner Einschätzung kann man diese getrost mit 0 ansetzen. Da das Amtsgericht Hamburg eine Insolvenz in Eigenverantwortung angeordnet hat, wollen die Eigenverwalter nun die verbliebenen Vermögenswerte verkaufen.

„In Anbetracht der Ermittlungs-Ergebnisse stehen alternative Sanierungs-Möglichkeiten nur sehr eingeschränkt zur Verfügung“, heißt es.

Für die Anleihe-Gläubiger dürfte das bedeuten, dass sie nichts oder nur sehr sehr wenig von ihrem eingestezten Kapital wiedersehen werden. Denn: Es dürfte kaum genug Geld da sein, um die anderen Gläubiger zu bedienen.

Daher erscheint es mir sehr wahrscheinlich, dass die Anleihe-Gläubiger schlussendlich in die Röhre schauen werden.

Daher empfehle ich schon seit Jahren, die Finger von hochverzinslichen Mittelstands-Anleihen zu lassen. Denn: Wo Mittelstand draufsteht, stecken nicht immer die Tugenden des Mittelstands drin.

Fazit: Hohe Zinsen bedeuten zumeist auch hohe Risiken

Meine Empfehlung: Das Lockmittel und Werbe-Argument im Zusammenhang mit Mittelstands-Anleihen und -Genussscheinen sind die vergleichsweise hohen Zinsen.

Das genannte Beispiel zeigt Ihnen jedoch, dass in der aktuellen Niedrigzins-Phase derartige Zinsversprechen fast immer mit großer Vorsicht zu genießen sind.

Darüber, wie es bei KTG Agrar weitergeht, werde ich Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

Betroffene Anleger können sich an Organisationen wie „SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.“ wenden, um zu erfahren, wie sie möglicherweise doch nich einen Teil ihres Geldes retten können.

5. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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