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Kuka dank Übernahme mit sattem Umsatzplus

In einer Waschmittel-Werbung wird bemängelt, dass das Sprichwort „Qualität hat seinen Preis“ nicht richtig ist. Am Aktienmarkt zeigt sich dagegen immer wieder, dass es Aktien von Unternehmen gibt, die merkwürdigerweise nie günstig zu haben sind.

Das sind häufig Nischenanbieter, bei denen die Gewinnentwicklung sehr gut zu prognostizieren ist. Auch Übernahme-Kandidaten, die eine Garantie-Dividende zahlen sind häufig teuer.

Teuer sind auch innovative Wachstums-Unternehmen mit starker Marktstellung. Zu denen zählt der Roboter-Hersteller Kuka. Das Papier ist quasi nie günstig und bislang nur kurzzeitig für ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20 zu haben gewesen.

Großaktionär könnte mehr wollen als nur eine Beteiligung

Kuka ist vielen von Ihnen vielleicht als Übernahme-Kandidat bekannt. Nicht wenige spekulieren darauf, dass ein chinesischer Käufer sich die Technologie der Deutschen sichert.


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Erst vor wenigen Tagen gab der chinesische Großaktionär Midea bekannt, dass er den Anteil an Kuka auf 10% aufgestockt hat und sorgte damit für ein Kursfeuerwerk.

Gut möglich, dass der Haushaltsgeräte-Hersteller wirklich mehr will als nur die Beteiligung an einem Qualitätsunternehmen. Ohne weiteres ist Kuka jedoch nicht zu haben. Mit 25,1% der Anteile hält Großaktionär Voith die Sperrminorität.

Umsatz-Sprung dank Übernahme

In dieser Woche stand Kuka jedoch nicht wegen der Übernahme-Story im Zentrum des Medieninteresses. Der Roboter-Hersteller hat seine Zahlen für das vierte Quartal bekannt gegeben und die Investoren wollten wissen, wie sich der jüngste Zukauf entwickelt.

Denn Kuka kaufte 2014 den Schweizer Logistiktechnik-Anbieter Swisslog. Der Zukauf für 280 Mio. Euro war aufgrund eines großzügigen Übernahme-Ergebnis-Multiplikators nicht unumstritten, gleichwohl wurde der Sinn des Deals – Verringerung der Abhängigkeit von der Automobilindustrie und neues Wachstum – verstanden.

Kuka hat mit den Zahlen die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreichen können. Dennoch zeigten die Ergebnisse, dass der Zukauf sich gelohnt hat. So konnten die Umsätze um 41,5% auf fast 3 Mrd. Euro gesteigert werden. Ohne Übernahme wäre das Plus bei „nur“ 12% gelandet. Auch das Auftragsbuch füllte sich kräftig – gute Voraussetzungen für künftige Umsatzerlöse.

Operativ sah es dagegen eher durchwachsen aus. Übernahmen gehen zu Beginn auf die Gewinnspanne – und das wurde auch bei Kuka deutlich.

Qualität hat manchmal eben doch ihren Preis

Die Kuka-Aktie konnte im Zuge der Zahlen weiter zulegen, obwohl die Erwartungen leicht verfehlt wurden. Vom Tief bei 68 Euro ist das Papier inzwischen wieder 20% entfernt.

Kukas KGV-basierte Bewertung ist dadurch wieder über 20 gestiegen. Die Investmentstory inklusive Übernahme-Chance ist also nicht billig – ein Kauf vielleicht aber dennoch gerechtfertigt (keine Kaufempfehlung – halte keine Kuka-Aktien).

Doch wenn Sie „nur“ auf billig schielen, ist das auch nicht zwangsläufig zielführend. Wenn ein Unternehmen jahrelang unterbewertet bleibt, haben Sie auch keinen Gewinn erzielt…

18. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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