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Kuka-Übernahme: Großaktionäre nehmen Offerte an

Die Übernahme des deutschen Roboter-Bauers Kuka ist 10 Tage vor Ende der Angebotsfrist so gut wie in trockenen Tüchern. Der chinesische Bieter Midea hat bereits 53% der Anteile sicher und kann mit noch größerer Zustimmung rechnen.

An Wochenende wurde bekannt, dass der Großaktionär Voith die Übernahme-Offerte vollständig annehmen wird. Voith hält 25% an Kuka und kann die Aktien dank des Übernahme-Angebots nun mit einem satten Gewinn weiterreichen.

Ebenfalls Kasse macht der zweitgrößte Kuka-Aktionär, Friedhelm Loh. Der Unternehmer teilte mit, dass er am vergangenen Freitag seinen 10%-Anteil andiente. Genau wie Voith streicht auch der langjährige Aktionär Loh einen hohen Gewinn ein.

Midea-Offerte bleibt ohne europäische Konkurrenz

Der Erfolg der Übernahme-Offerte gilt schon seit einigen Wochen als sicher. Der Angebotspreis ist so gut, dass alles außer einer hohen Annahmequote eine große Überraschung wäre.


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Kleinere Fragezeichen blieben allerdings. Zwischendurch wurde versucht eine europäische Lösung zu finden, um den langfristigen Wissenstransfer nach China zu verhindern. Doch es fand sich kein Konzern, der auf Höhe der Midea-Offerte konkurrieren wollte.

Midea als Chance: Bieter ermöglicht Wachstum im chinesischen Markt und gibt großzügige Zusagen

Dass das Kuka-Knowhow an einen chinesischen Konzern geht, hat nur kleinere Proteste ausgelöst und stieß auch nur auf wenig öffentliches Interesse. Chinesische Bieter haben sich nach mehreren Millionen- und Milliarden-Übernahmen in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet.

Sie haben verstanden, dass ein bloßer Wissenstransfer nicht zum Erfolg führt. Also lässt man die europäischen Übernahme-Kandidaten weitgehend selbständig agieren.

Bei Kuka gab es ebenfalls eine Reihe von Zusagen. Durch die sehr freundliche Ausgestaltung des Deals (Standortgarantien, Jobgarantien) wurde die Übernahme sogar von den Arbeitnehmer-Vertretern unterstützt.

Vielleicht ist die Tatsache, dass der Bieter aus China kommt sogar positiv. Ein Kuka-Mitarbeiter verweist zurecht darauf, dass es fraglich ist, ob ein europäischer Bieter ebenfalls solche Zusagen gemacht hätte. Zudem eröffnet sich für Kuka eine Riesen-Chance auf dem chinesischen Markt.

Warum soll ein Deal den alle wollen schlecht sein?

Für den Übernahme-Sensor spielt es ebenfalls keine Rolle, ob das Knowhow nach Frankreich, in die USA oder nach China abwandert. Wer die Vorteile offener Märkte haben will, der muss auch die Nachteile akzeptieren.

Die Angst vor chinesischen Käufern erinnert an die Angst osteuropäischer Bürger in den 1990ern vor einen Ausverkauf an westeuropäische Unternehmen. Auch da war sehr vieles unbegründet und es ist höchst zweifelhaft ob ein Osteuropa mit Handelsbeschränkungen in den 90ern heute besser dastehen würde.

Wenn Kuka neue chinesische Eigentümer hat, dann geht dadurch nicht Europas Innovationskraft verloren. Es wird eine neue Kuka geben, die vielleicht sogar wesentlich besser ist als die alte.

Die Kuka-Übernahme ist eine völlig normale Transaktion, die vom Management, von den Aktionären und sogar von den Arbeitnehmer-Vertretern gewollt ist.

Mehr noch: Das ist eine Transaktion, die zu einem Preis erfolgt, den kein anderer Bieter trotz politischer Einflussnahme bereit war zu zahlen. Da kann man als Aktionär ruhig bedenkenlos den Gewinn einstreichen.

5. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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