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Länderbericht Deutschland: Privater Konsum wichtigster Wachstumsmotor

Deutschland bleibt weltweit eine der wichtigsten Industrienationen.

Die deutsche Wirtschaft erzielte 2015 ein solides Wachstum. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte um 1,7% zu. Im Vorjahr waren es nur 1,6%. Allerdings gibt es bei der Zusammensetzung des Wachstumserfolgs entscheidende Unterschiede. Die Exportnachfrage lässt allmählich nach.

Die Weltwirtschaft ächzt unter den Wachstumsdellen in den Schwellenländern; der Ölpreis ist im Keller, und selbst die chinesische Wirtschaft gerät ins Stocken. Daher ist für Deutschland die Binnennachfrage umso wichtiger.

Hier konnten im letzten Jahr beeindruckende Erfolge erzielt werden. Trotz Eurokrise und der latenten Existenzangst bleibt die Kauflaune der deutschen Bürger ungebremst. Unterstützt durch die kräftige Arbeitsmarktentwicklung und die vergleichsweise niedrigen Energiepreise hat der private Konsum erheblich angezogen. Die Arbeitsmärkte befinden sich in einem hervorragenden Zustand. Die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung (4,6%).

Unternehmensinvestitionen sind im Keller

Ganz anders sieht es allerdings im Bereich der Unternehmensinvestitionen aus. Hier machen sich die Unsicherheiten der Weltwirtschaft deutlich bemerkbar. Man ist vorsichtiger geworden. Besonders belastend hat sich dabei die Entwicklung rund um China ausgewirkt.

Deutschland ist von der Absatzkrise in China direkt betroffen, denn China ist ein zentrales Importland. Geht es der chinesischen Wirtschaft schlecht, leiden auch die deutschen Unternehmen darunter. Ähnlich verhält es sich mit den anderen aufstrebenden Schwellenländern. Das Wachstum ist nicht mehr so dynamisch, wie einst angenommen.


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Diese Erkenntnis hat sich direkt auf die Finanzmärkte ausgewirkt und größere Turbulenzen hervorgerufen. Alle diese Faktoren spielen für die deutschen Unternehmen eine zentrale, entscheidungserhebliche Rolle. Da es voraussichtlich weiterhin so turbulent bleiben wird, rechnen wir auch für 2016 mit eher mäßigen Unternehmensinvestitionen, die im Ergebnis aber keine deutsche Rezession auslösen werden.

„refugees welcome“ – eine wirtschaftliche Betrachtung

Gestützt wird diese positive Annahme von den großen Flüchtlingswellen. Auch wenn wir in Deutschland schon seit mehreren Jahren eine wachsende Zuwanderung beobachten konnten, so hat sich dieser Trend im letzten Jahr doch deutlich verstärkt.

Mit rund 1,1 Mio Flüchtlingen ist Deutschland zu einem der beliebtesten Zuwanderungsländer aufgestiegen. Allein im letzten Jahr betrug die Zuwanderung 1,3% der deutschen Gesamtbevölkerung. Dieser Flüchtlingsstrom kann ebenfalls zu großen Verunsicherungen in der Wirtschaft führen, bietet dafür aber mindestens eine genauso große Wachstumschance.

Auf kurzer Sicht werden vor allem die höheren öffentlichen Ausgaben für die Grundversorgung der Flüchtlinge zu einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts führen. Mittelfristig wird sich dieser Kurs durch den Bau von Wohnimmobilien weiter forcieren.

Langfristig stehen wir aber vor einer gewaltigen Integrationsaufgabe, die nicht nur politisch und gesellschaftlich, sondern vor allem wirtschaftlich bewältigt werden muss. In erster Linie geht es um die strukturelle Integration der angekommenen Flüchtlinge. Aufgrund der recht jungen Altersstruktur ist aber davon auszugehen, dass die Zahl der Erwerbstätigen steigen wird.

Altersarmut bleibt zentrales Problem

In den Flüchtlingen steckt also die letzte Hoffnung für unser marodes Rentensystem. Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote nimmt die Zahl der Bürger, die besonders armutsgefährdet sind, stetig zu. Zwar haben immer mehr Menschen Arbeit, aber von deren Arbeit können sie nicht leben; geschweige denn privat für den Ruhestand vorsorgen.

Niedrige Löhne, soziale Ausgrenzung und katastrophale Zukunftsperspektiven sind die Folge. Die prekären Beschäftigungsmodelle sehen also nur auf dem Papier nach einem echten Erfolg aus. Die Armutsgefährdungsquote betrug im Jahr 2005 rund 12,2%. Im Jahr 2014 stieg diese auf durchschnittlich 17,2%. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Wir gehen aber stark davon aus, dass sich dieser Wert weiter erhöht hat.

Damit ist fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung zumindest latent von Altersarmut bedroht. Ob durch die Flüchtlingsbewegung und -integration dieses Problem abschließend gelöst werden kann, ist äußerst fraglich. Allerdings bietet die aktuelle Bewegung genügend Potenzial, um nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich zu einer Verbesserung der gesamtdeutschen Situation zu führen.

Handel mit Ausland weiter positiv

Im weltweiten Vergleich nimmt Deutschland aber weiterhin eine Führungsposition ein. Gestützt auf der positiven wirtschaftlichen Entwicklung sehen wir im Einklang mit europäischen Volkswirten weiteren Raum für Lohnwachstum, ohne dabei die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Seit 2008 hat sich das Lohnwachstum deutlich verbessert, bietet aber immer noch genügend Spielraum für Erhöhungen.

Trotz der kleineren Wachstumsdellen im Auslandsgeschäft bleibt der Export für Deutschland immer noch eine der wichtigsten Einnahmequellen. Der Leistungsbilanzüberschuss, also der Saldo zwischen Importen und Exporten, lag 2015 bei über 8% des deutschen BIP. Dieser Wert sollte auch in 2016 und 2017 erreicht werden. Längerfristige und vor allem seriöse Prognosen sind aufgrund der Schnelllebigkeit der internationalen Wirtschaft kaum möglich.

Wirtschaftswachstum wird 2016 weiter steigen

Grundsätzlich kann aber festgehalten werden, dass es der deutschen Wirtschaft gut geht. Die hervorragenden Fundamentaldaten wurzeln in einer guten Arbeitsmarktsituation, einer starken Inlandsnachfrage und immer noch hohen Exportzahlen. Auch wenn man die Probleme nicht kleinreden sollte, erwarten wir doch kurz-, mittel- und langfristig eine solide Entwicklung der gesamten deutschen Wirtschaft.

In 2016 sollte sich die Kaufkraft der privaten Haushalte weiter positiv bemerkbar machen. Wir rechnen mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,8%. Nachdem die Probleme rund um den Euroraum und China geklärt sein sollten, werden auch die Unternehmensinvestitionen wieder deutlich anziehen.

Hieraus ergibt sich ein attraktives Wachstumspotenzial, das sich auf die gesamte Wirtschaftslage positiv auswirken wird. Im weltweiten Vergleich bleiben deutsche Unternehmen deshalb besonders attraktiv.

13. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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