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Lafarge und Holcim: Sehr schlechte Nachrichten für die Zementhochzeit

Sicher ist an der Börse garnichts. Sie können als Anleger mit guter Recherche Risiken minimieren und Richtung 0 drücken – doch das 100% sichere Ereignis gibt es nie. Im Übernahme-Geschäft ist häufiger das Risiko begrenzt.

Wenn Sie beispielsweise Aktien mit Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag im Depot haben, dann wissen Sie, dass solche Papiere selbst in den schwersten Krisen Vermögen erhalten. An sehr vielen dieser besonderen Aktien ging sogar die Finanzmarktkrise 2008/2009 nahezu spurlos vorbei.

Doch auch da gab es Ausnahmen. Genauso gibt es manchmal bei „sicheren“ Übernahmen Ausnahmen. Bestes Beispiel ist die Fusion von Lafarge und Holcim. Alle notwendigen Genehmigungen wurden eingeholt, ein Zusammenschluss lange vorbereitet, der Preis ausgehandelt – und doch wackelt der Deal.

2014: Investoren beider Lager begrüßen den Deal

Rückblick: Als die größte Hochzeit in der Zementbranche im April 2014 bekannt gegeben wurde, waren viele Investoren der beiden Unternehmen von einem guten Deal überzeugt. Immerhin sollte ein Konzern entstehen, der doppelt soviel umsetzt als HeidelbergCement, Nummer 3 der Branche.


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Der Einsparpotenzial des Zusammenschlusses wurde auf 1,9 Mrd. $ veranschlagt. Auch gab es Pläne, mit denen die Bedenken der Wettbewerbsbehörden zerstreut werden sollten. Der Verkauf einer Tochtergesellschaft verschaffte Holcim und Lafarge dann auch die Zustimmung.

2015: Lafarge hinkt Holcim hinterher – Frankenaufwertung erfordert neue Verhandlungen der Deal-Konditionen

In der Folgezeit verflog jedoch ein wenig die Euphorie – und zwar bei den Holcim-Investoren stärker als bei den Lafarge-Investoren. Es zeigte sich, dass Lafarges Geschäfte im direkten Vergleich mit Holcim operativ ein wenig hinterher hingen und größeren Risiken ausgesetzt waren.

Auch wurden Bedenken laut, ob die auf 1,5 Mrd. $ gesunkenen zu erwartenden Synergien realistisch sind. Als dann auch noch der Franken aufwertete, wurde es Holcim zu viel. Das Managemet verlangt eine Nachverhandlung über die Deal-Konditionen.

Deal könnte scheitern

Lafarge zeigte sich einsichtig und stimmte einer Nachverhandlung zu. Ursprünglich war ausgemacht: 1 Lafarge-Aktie für 1 Holcim-Aktie. Insider berichten, dass die Franzosen bereit sind, auf 0,93 Aktien herunter zu gehen. Holcim soll eher 0,875 Anteile je Lafarge-Aktie vorschweben.

Die Positionen sind nicht weit auseinander, sodass nicht zu erwarten ist, dass ein Deal nur daran scheitert. Doch offenbar wird hinter den Kulissen über den Chefposten gestritten. Zwar soll Einigkeit darüber herrschen, dass der Posten an Lafarge geht, doch nicht an den dafür vorgesehenen Lafarge-Chef Bruno Lafont.

Streitereien im Management sind im Zuge von Übernahmen sehr gefährlich. Im Extremfall kann die Vereinbarung sogar platzen. Doch auch wenn sich beide Unternehmen noch einmal einigen – was dann bedeuten würde, dass nur das Tauschverhältnis angepasst wird, ist Management-Streit gefährlich.

Post-Merger-Probleme: Grabenkämpfe gefährden Synergie-Ziele

Verschiedene Modelle der Verhaltensökonomik zeigen, wie Integrations-Grabenkämpfe ein fusioniertes Unternehmen belasten. Das wiederum könnte dann dazu führen, dass der ohnehin komplexe Deal nicht die angepeilten Einsparnisse liefert.

In der Summe sind die jüngsten Meldungen also schlecht für die Unternehmen. Platzt der Deal wäre es schlecht, wobei Lafarge-Investoren dann wohl eher Verluste fürchten müssten, denn die Franzosen haben in den Augen des Übernahme-Sensors den größeren Vorteil von dem Zusammenschluss.

17. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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