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Lanxess mit neuer Strategieausrichtung

Die neuen Büros sind bezogen und die Umzugskisten sind ausgepackt, im „Lanxess-Tower“ in Köln ist der Alltag eingekehrt.

Der Umzug von Leverkusen ins ehemalige Firmengebäude der Lufthansa in Köln scheint den Vorstand umgehend zu beflügeln, Konzernchef Axel Heitmann spricht davon, noch in diesem Monat die neue Fokussierung der ehemaligen Bayer AG-Tochter vorzustellen.

Die Neuausrichtung ist dringend geboten, denn Lanxess, heimlicher Weltmarktführer im Geschäft mit Kautschuk für Fahrzeugreifen, leidet unter der Flaute im Automobil- und Baumaschinenbereich und muss dramatische Umsatzeinbußen verzeichnen.

Schwächere Nachfrage bei gesunkenen Rohstoffpreisen

Und Druck auf den Umsatz, aber auch auf den Gewinn, kommt derzeit von zahlreichen Fronten.

Die schwächere Nachfrage nach synthetischem Kautschuk wegen der gesunkenen PKW-Verkäufe in Europa, Asien und Nordamerika belastet ebenso wie die gesunkenen Rohstoffkosten und ein kräftiger Kapazitätsausbau bei den asiatischen Wettbewerbern.

Der Gewinn im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bricht um 95% ein, der Vorstand kassiert seine Prognose für die Jahre 2013 und 2014 gleich mit ein. Und selbst die Langfristziele bis 2018 scheinen gefährdet.

Die Erwartungen der Aktionäre sinken auf einen neuen Tiefpunkt. Der Aktienkurs, der bereits im März diesen Jahres deutlich gesunken war, kommt mit den schlechten Zahlen erneut unter Druck und markiert ein neues Jahrestief bei 42,45 €.

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Stimmen die Marktgerüchte, sind oder waren bei Lanxess die Short-Seller am Drücker, Sie leihen sich gegen eine geringe Leihgebühr Lanxess-Aktien bei Investmentfondgesellschaften, verkaufen sie anschließend über die Börse und erhöhen damit den Druck auf den Aktienkurs weiter.

Sinken die Kurse tatsächlich weiter, kaufen sie die Aktien zum niedrigeren Kurs zurück und geben die geliehenen Stücke an die Fondgesellschaft weiter, die Differenz ist ihr Gewinn.

Das Spiel mit den geliehenen Aktien kann solange weiterführen werden, wie es einem Konzern nicht gelingt, seine Außendarstellung positiv zu gestalten und damit eine gewisse Kursphantasie zu entfachen.

Strategiesitzung am 18. September

Und hier ist Lanxess nun auf dem richtigen Weg. Für den 18. September hat Konzernchef Heitmann seine Vorstandsmitglieder und den Aufsichtsrat zum Strategiegespräch gebeten. Dort wird er vorstellen, wie er den Konzern aus der aktuellen Krise führen will.

Das Produktionskürzungen an den bisherigen Standorten und Investitionsverschiebungen im Nahen Osten und Asien auf der Liste stehen werden, ist ausgemachte Sache, die klassischen Sanierungsmaßnahmen dürfen einfach auf der Liste der Managementaufgaben nicht fehlen.

Doch Stillstand bedeutet häufig auch Rückschritt. Und den kann sich Lanxess definitiv nicht leisten, auch wenn die Abhängigkeit vom Kautschukgeschäft (40% des Konzernumsatzes) extrem hoch ist.

Und so setzen der Aufsichtsrat, aber auch die Aktionäre des Unternehmens, ihre ganze Hoffnung auf die Ideenflut des amtierenden Vorstandsvorsitzenden.

Mit seiner Beharrlichkeit soll es gelingen, neue Geschäftsfelder im Bereich der Agrarchemievorprodukte und Hochleistungskunststoffe zu besetzen und bestehende Bereiche wie die Rohstoffgewinnung zur Aromaherstellung (Kunde: Symrise AG) auszubauen.

Die Vorschusslorbeeren, die Lanxess bereits mit der Diskussion über die mögliche strategische Fokussierung in der Zukunft erntet, sind hoch, die Entwicklung des Aktienkurses zeigt es.

Point&Figure-Kaufsignal im Abwärtstrend mahnt zur Vorsicht

Im obigen Chartbild ist klar erkennbar, der Aktienkurs hat sich nach einer Bodenbildung (rote waagerechte Linie) zwischenzeitlich erholt und hat sogar ein Point&Figure-Kaufsignal (grüner Kreis) ausgelöst.

Das bislang nicht bestätigte Kursziel hieraus beträgt vorerst 68,00 €, was in etwa den bisherigen Jahreshochpunkten entspricht.

Doch ob man hier gleich auf den fahrenden Zug aufspringen sollte, möchte ich bezweifeln. Denn ebenso deutlich zu sehen ist, dass sich die Lanxess-Aktie trotz der gestiegenen Notierungen in einem stabilen Abwärtstrend (die 2 roten fallenden Linie) befindet.

Um den Abwärtstrend zu brechen, muss der Aktienkurs diese Trendlinien erst einmal überwinden und dabei am besten gleich ein neues Point&Figure-Kaufsignal generieren. Dann erst wäre für mich die Lanxess-Aktie eine Kaufüberlegung wert.

Auch wenn Vorstand und Aufsichtsrat nach dem 18. September noch so schöne Worte über die Zukunft finden, erst wenn sie erste Erfolgszahlen liefern, steigen die Kurse nachhaltig.

Alle Bewegungen davor unterliegen ganz einfach der Spekulationen, an der wir Point&Figure-Trader uns eher selten beteiligen.

9. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.