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LinkedIn: KGV 800 zeigt neuen Börsenstar

Hurra – das Spielcasino Börse hat wieder geöffnet – mit LinkedIn als großem Mitspieler. Vor rund 10 Jahren war es geschlossen worden, als die ganzen Internet-Blasen geplatzt sind. In Deutschland wurde das Spielcasino «Neuer Markt» sogar abgerissen. Diesen Aktien-Index für Hoffnungswerte gibt es schon lange nicht mehr.

An der Wall Street wurde heute das neue Casino «Internet 2011» eröffnet. Erster Mitspieler ist das Online-Netzwerk LinkedIn. Die Anteilsscheine des jungen Unternehmens sollten heute für 42 bis 45 USD je Aktie an der Börse platziert werden. Der Start verzögerte sich jedoch, da die Handelssysteme aufgrund der riesigen Nachfrage zusammengebrochen sind. Nach dem Startschuss schoss der Aktienkurs rund 150% in die Höhe. Ein neuer Börsenstar war geboren.

LinkedIn wäre in Deutschland neuer DAX-Star

In der Spitze wurde das US-Unternehmen LinkedIn heute an der Börse mit sportlichen 12 Mrd. USD bewertet. In Deutschland könnte LinkedIn direkt in den DAX aufsteigen. Commerzbank oder Lufthansa kosten an der Börse deutlich weniger. HeidelbergCement und Infineon liegen nur hauchdünn vor dem neuen Börsenstar.

Bewertungstechnisch spielt LinkedIn jetzt in der 1. Liga, aber das Geschäftsmodell wird noch nicht jeder kennen. Es handelt sich um das weltweit größte Karriereportal. Laut Eigenwerbung kommt LinkedIn auf rund 100 Mio. Nutzer, die dort sich und ihren beruflichen Werdegang vorstellen. Haupteinnahmequelle ist – wie bei fast allen neuen Internet-Giganten – die Werbung.

LinkedIn mit KGV 800: Hohe Bewertung, kleine Gewinne

Der Kurssprung von über 100% (innerhalb weniger Minuten!) und der Börsenwert im zweistelligen Milliardenbereich zeigen, dass die Investoren, die heute LinkedIn-Aktien gekauft haben, ein gigantisches Wachstumspotenzial sehen.

Während der Börsenwert bereits für den DAX-Aufstieg reicht, kommt LinkedIn bei Umsatz und Gewinn auf Zahlen, die man üblicherweise im SDax bei den Nebenwerten findet. Im Geschäftsjahr 2010 erreichte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 243 Mio. USD und einen Gewinn von 15 Mio. USD.


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Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 50 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 800 sind Bewertungskennzahlen, die man an der Börse relativ selten findet. Der Neue Markt lässt grüßen.

Gründe für die hohe Bewertung von LinkedIn mit KGV 800

Es gibt 2 Gründe, die ein KUV von 50 und ein KGV von 800 erklären können. Zum einen gibt es offensichtlich an der Börse Anleger, die davon ausgehen, dass das Unternehmen noch viele Jahre riesige Wachstumsraten schaffen kann. Wenn LinkedIn den Umsatz auf rund 2 Mrd. Euro und den Gewinn auf knapp 1 Mrd. USD steigert, könnte die Aktie aus fundamentaler Sicht durchaus interessant werden. Wobei ein Gewinnanstieg von 15 Mio. USD auf knapp 1 Mrd. USD ein sehr ambitioniertes Ziel ist.

Zum anderen gibt es Investoren, die fundamentale Kennzahlen vollständig ignorieren. Diese Anleger haben heute über 100 USD je LinkedIn-Aktie gezahlt, weil sie erwarten, dass in einigen Wochen oder Monaten andere Investoren 150 oder 200 USD je Aktie zahlen. Diese Anleger spekulieren nicht auf eine Wertsteigerung des Unternehmens, sondern auf eine Preissteigerung der Aktie.

Kurzfristige Kurssprünge signalisieren Gefahr

Der heutige Kurssprung der Aktie muss für die zukünftige Entwicklung kein schlechtes Zeichen sein. Ein Blick zurück signalisiert jedoch eine Absturzgefahr. Anfang des Jahres wurde LinkedIn vorbörslich mit 2 Mrd. USD bewertet. Im März lag der Wert bereits bei rund 3 Mrd. USD. Jetzt im Mai sollten beim Börsengang 4 bis 5 Mrd. USD erreicht werden. Am ersten Börsentag hat sich der Wert zwischen 10 und 12 Mrd. USD bewegt.

Man muss sich als LinkedIn-Aktionär fragen, welche Nachrichten dazu geführt haben, dass der Wert innerhalb von nicht einmal 6 Monaten um rund 10 Mrd. USD gestiegen ist. Das Unternehmen selbst hat keine Daten veröffentlichen, die diesen Sprung auch nur ansatzweise erklären könnten. Daher sehe ich die Möglichkeit, dass die März- oder Januar-Werte (2 bis 3 Mrd. USD Börsenwert) doch etwas besser zum Unternehmen passen als der aktuelle Wert.

Die Zahl der frei handelbaren Aktien wird stark steigen

Ich will den frischgebackenen LinkedIn-Aktionären nicht den Spaß am Börsendasein verderben, aber 2 weitere Punkte sollten bedacht werden. Die Alt-Besitzer haben heute nur LinkedIn-Aktien im Wert von gut 400 Mio. USD an die Börse gebracht, jedoch bereits angekündigt, dass viele weitere Aktien bald platziert werden sollen.

Die Alt-Besitzer werden auf dem aktuellen Kursniveau den Markt mit weiteren Aktien fluten. Schneller können die Alt-Besitzer nicht reich werden. Die Zahl der frei handelbaren LinkedIn-Aktien wird daher voraussichtlich sehr schnell rasant steigen. Erfahrungsgemäß ist das keine optimale Voraussetzung für steigende Aktienkurse.

Der Wettbewerb wird härter

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die Tatsache, dass viele weitere Unternehmen, die ebenfalls von der Internet-Werbung leben, so schnell wie möglich an die Börse wollen. Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Groupon werden zusammen auch weit mehr als 100 Mrd. USD an der Börse einsammeln – wenn die aktuell gute Stimmung für Internet-Aktien so lange hält.

Wenn aber weitere Unternehmen mit zweistelligen Milliardenbeträgen bewertet werden, könnten kritische Analysten folgende Rechnung aufmachen: Wie groß ist der Werbemarkt und wie teuer sind die Unternehmen, die von Internet-Werbung leben? Die Rechnung wird ergeben, dass der Werbekuchen bereits mehrfach verteilt wurde. 

Wenige Gewinner, viele Verlierer

Da der Online-Werbemarkt dynamisch aber nicht explosionsartig wächst, können nicht mehrere Dutzend Großunternehmen um 100% pro Jahr wachsen – aber genau das ist notwendig, um ein KUV von 50 und ein KGV von 800 zu rechtfertigen.

Schauen Sie sich einfach die Entwicklung der ehemaligen Nasdaq- oder Neue-Markt-Stars an: Einige wenige Unternehmen werden überleben und den Markt monopolartig beherrschen, der Rest wird untergehen oder geschluckt. Aber wer ist Gewinner und wer ist Verlierer? Die neuen Internet-Aktien sind heiße Wetten.

19. Mai 2011

Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von "Morriens Einsteiger Depot", von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.