MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

„Long-Strangle“ gegenüber „Long-Straddle“ im Vorteil

Gestern habe ich an dieser Stelle geschrieben: „Long-Strangle wieder attraktiv“. Daraufhin erreichten mich mehrere E-Mails, die nach dem Long-Straddle fragten beziehungsweise, ob ich diesen bewusst ausgeklammert habe. Eine berechtigte Nachfrage. Denn alle gestern gemachten grundsätzlichen Aussagen zum Long-Strangle gelten auch für den Long-Straddle.

Long-Straddle bietet auch wieder Gewinnchancen

Also gilt es festzuhalten: Durch den gesunkenen V-DAX (siehe gestrigen Kommentar) ist der Long-Straddle ebenso wieder „attraktiv“ wie der Long-Strangle.

Definition Long-Straddle

Um einen Long-Straddle zu bilden, kaufen Sie gleichzeitig eine Call Option und eine Put Option auf denselben Basiswert (z.B. Aktie, Rohstoff, Index) mit gleicher Laufzeit und gleichen Basispreisen.

Unterschied: Long-Straddle zu Long-Strangle

Bei einem Long-Straddle kaufen Sie Call Option und Put Option mit gleichen Basispreisen. Beim Long-Strangle kaufen Sie Call Option und Put Option mit unterschiedlichen Basispreisen.

Long-Strangle aussichtsreicher als Long-Straddle

Es gibt immer wieder Ausgangssituationen, bei denen ein Long-Straddle oder ein Long-Strangle die bessere Wahl ist. Ich persönlich schätze den Long-Strangle aber mehr.

Der Grund: Bei einem Long-Straddle setzen Sie immer auf eine große Kursbewegung des Basiswertes. Dabei ist völlig gleichgültig in welche Richtung diese geht. Im Gegensatz dazu favorisieren Sie beim Long-Strangle eine Kursbewegung.

Das heißt: Der Long-Strangle bietet Ihnen eine Feinjustierung.

Ich bin der Meinung, dass ich nahezu immer eine „Vorstellung“ davon habe, wohin eine Kursentwicklung läuft. Und sobald diese gegeben ist, ist der Long-Strangle besser geeignet.

Long-Straddle teurer als Long-Strangle

Bei einem Long-Straddle sind die Basispreise für die entsprechenden Call Optionen und Put Optionen gleich. Das ergibt sich zwingend aus der Definition des Long-Straddle. Typischerweise liegt der Basispreis der Option in etwa am aktuellen Kurs des Basiswertes.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Bei einem Long-Strangle wähle ich den Basispreis der Call Option normalerweise oberhalb des aktuellen Kurses des Basiswertes und den Basispreis der Put Option unterhalb vom aktuellen Kurs des Basiswertes. Und damit sind sowohl Call Option als auch Put Option beim Long-Strangle billiger als beim Long-Straddle.

Long-Straddle teurer als Long-Strangle, Zahlenbeispiel

Wichtiger Hinweis: Im Folgenden handelt es sich um ein Zahlenbeispiel mit realen Kursen vom 29.09.2009, gegen 15:15 Uhr. Dafür nenne ich Basiswert und Optionen. Es ist ausdrücklich keine Handlungsempfehlung!

Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit einem Long-Straddle oder Long-Strangle auf eine große Kursbewegung von ThyssenKrupp (TKA) traden.

Ihre Investitionen:

1. Long-Straddle auf TKA

Call Option: Dezember 2010, Basispreis 24 Euro – Kaufpreis: 4,00 Euro

Put Option: Dezember 2010, Basispreis 24 Euro – Kaufpreis: 4,40 Euro

Kaufpreis für den Long-Straddle = 8,40 Euro

2. Long-Strangle auf TKA

Call Option: Dezember 2010, Basispreis 28 Euro – Kaufpreis: 2,50 Euro

Put Option: Dezember 2010, Basispreis 20 Euro – Kaufpreis: 2,50 Euro

Kaufpreis für den Long-Strangle = 5,00 Euro

Da Sie bei einem Long-Strangle mit den Basispreisen Ihre Strategie feinjustieren können, ist auch eine Kombination von Call Option und Put Option vorstellbar, die den Kaufpreis auf 4,20 Euro senkt.

Damit wäre der Long-Straddle exakt doppelt so teuer, wie der Long-Strangle. Und bei der langen Laufzeit der hier genutzten Optionen, da sind die Gewinnaussichten des Long-Strangle nicht schlechter als die des Long-Straddle.

Fazit: Gestern habe ich an dieser Stelle den Long-Straddle eher unbewusst nicht erwähnt. Der Grund liegt aber darin, dass ich den Long-Strangle bevorzuge. Und ich gehe auch davon aus, dass in dem gestern erwähnten Spezial-Themenheft des Option Advisor am 04.11.2009 eher kein Long-Straddle zur Empfehlung kommt.

Zum guten Schluss: Heute vor 462 Jahren, also am 29.09.1547, kam der spanische Dichter Miguel de Cervantes zur Welt. Sein Hauptwerk war der „Don Quijote“. Er hinterließ uns auch die „Weisheit“: „Die Narrheit hat gewiss mehr Genossen und Schmarotzer (Anhänger und Nutznießer) als die Gescheitheit.“ Da er ein Gescheiter war, unterstelle ich, dass er Recht hat.

Nun gilt: Hebelprodukte von emittierenden Banken und Wertpapierhäusern haben weitaus mehr Anhänger als manipulationsunabhängige Optionen. Das ist Fakt.

In Kombination mit der obigen Weisheit des Miguel de Cervantes folgere ich augenzwinkernd daraus: Anleger in Optionen sind gescheiter als Anleger in Optionsscheine, CFDs, Zertifikate etc. Schön, dass Sie hier sind!

Mit dieser unzweifelhaft gescheiten Schlussfolgerung sende ich Ihnen gescheite Grüße

29. September 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.