Lucasfilm-Übernahme: Disney setzt auf Neuauflage des Star Wars-Erfolgs
Das Übernahme-Geschäft spielt sich nicht immer nur über die Börse ab. Auch abseits der Börse finden Milliarden-Deals statt.
Meistens handelt es sich dabei um Transaktionen, bei denen eine von Finanzinvestoren gehaltene Firma an einen anderen Finanzinvestor oder an ein Unternehmen weiterverkauft wird.
Der Anteil dieser Transaktionen am weltweiten Übernahme-Volumen ist nicht zu vernachlässigen.
Eine Reihe namhafter Unternehmen ist nicht börsennotiert (bspw. der Industrie-Konzern Robert Bosch). Dies heißt jedoch nicht, dass die Unternehmen am Übernahme-Markt nicht aktiv sind.
Disney bietet 4 Mrd. Dollar für Lucasfilm
Aktuell in aller Munde ist der Verkauf der Lucasfilm Ltd. an den weltgrößten Unterhaltungskonzern Walt Disney für 4,05 Mrd. Dollar (ca. 3,1 Mrd. Euro).
Die Ankündigung ist eine echte Überraschung und sorgt insbesondere unter Star Wars-Fans für Begeisterung.
Denn Lucasfilm hält die Rechte an der 6 teiligen Science-Fiction Saga und Disney hat angekündigt, dass 2015 eine siebte Episode des Kassen-Schlagers kommen soll. Später soll dann auch ein achter und neunter Teil gedreht werden.
Investoren (noch) skeptisch
Mit dem Kauf setzt Disney auf eine Fortsetzung der zurückliegenden Erfolge. Die sechs Star Wars-Episoden haben 4,4 Mrd. Dollar allein an den Kinokassen eingebracht.
Durch den Verkauf unzähliger Franchise-Produkte (Spielzeug, Computerspiele, etc.) konnten weitere Milliarden eingenommen werden.
Die Übernahme kann sich in den kommenden Jahren für Disney also locker bezahlt machen.
Doch trotzdem sind die Investoren zunächst nicht so begeistert über den Deal wie die Star Wars-Fans. In einem schwachen Markt verliert die Aktie 2%.
Es ist üblich, dass die Bieter-Aktie am Tag der Bekanntgabe einer Milliarden-Übernahme leicht abgibt. Doch die Investoren können schon in wenigen Tagen zurückkommen.
Disney hat mit der Übernahme von Pixar (7 Mrd. Dollar) und Marvel (4 Mrd. Dollar) bewiesen, dass vergleichbare Deals einen echten Mehrwert geschaffen haben.
George Lucas kassiert Milliarden und löst Nachfolge-Problem
Großer Gewinner des Deals sind die Lucasfilm-Anteilseigner. Besser gesagt: Der Lucasfilm-Anteilseigner George Lucas. Er erhält für seine Firma 2 Mrd. Dollar in bar und für den Rest des Kaufpreises Disney-Aktien.
Gleichzeitig löst Lucas damit das Problem der Unternehmensnachfolge. Dies sei für ihn das Hauptmotiv gewesen, weswegen er verkaufen wollte. Disney sei dabei der logische Partner gewesen.
Geheime Deal-Gewinner: Hasbro und EA profitieren mit
Großer Gewinner des Deals sind jedoch nicht nur die Star Wars-Fans oder Firmeneigner George Lucas. Investoren schauen bereits, wer neben Disney noch von einer Fortsetzung der Star Wars-Filme profitieren könnte.
Schnell fällt dabei der Blick auf den Spiele-Hersteller Hasbro und den Computerspiele-Hersteller Electronic Arts. Beide Unternehmen haben schon in der Vergangenheit von den Filmen profitiert und könnten die heimlichen Gewinner des Deals werden.
In einem schwachen Markt steigt die Hasbro-Aktie um 1,7% – Electronic Arts verteuert sich um 2,4%.



