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Mastercard auf Rekordsumme verklagt

Wer häufig mit Kreditkarte zahlt, kennt das Ärgernis: Die Firmen und Banken, die die Kreditkarten zur Verfügung stellen, verlangen hohe Gebühren für das bargeldlose Bezahlen.

Einen Teil dieser Gebühren zahlt der Kreditkarten-Nutzer selbst, etwa über die monatliche Abrechnung.

Doch im Gebühren-Dschungel gibt es durchaus auch Beträge, die für die normalen Kunden kaum sichtbar werden und doch Auswirkungen für alle Verbraucher haben – selbst für solche, die keine Kreditkarten nutzen.

Das gilt v. a. für die sogenannten Interbanken-Entgelte. Diese Zahlungen erheben Kreditkarten-Anbieter wie Mastercard oder Visa nicht von ihren Kunden selbst.

Sondern sie erheben sie – wie der Name schon sagt – von den Banken, in diesem Fall konkret von der Bank des Händlers oder Anbieters, der die Zahlung erhalten soll.

Überzogene Gebühren an Verbraucher weitergereicht?

Da niemand gern auf Zahlungen sitzenbleibt – zumal, wenn die Option besteht, das Geld an anderer Stelle wieder reinzuholen – , ist die Vermutung naheliegend, dass die Gebühren weitergereicht werden:


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vom Kreditkarten-Anbieter an die Bank, von der Bank an ihren Kunden (den Händler) und von diesem wiederum an die Endverbraucher, also an uns alle – und zwar unabhängig davon, ob wir an der Kasse die Plastik-Karte oder den Geldschein zücken.

Mit dieser Argumentations-Kette wurde nun eine Sammelklage gegen Mastercard aufgebaut:

Die US-Kanzlei Quinn Emanuel verklagt den Kreditkarten-Anbieter im Namen der britischen Verbraucher auf eine Rekordsumme von 16,5 Mrd. € bzw. 14 Mrd. Pfund.

Mastercard werden überzogene Gebühren-Forderungen vorgeworfen. Juristisch stützt sich die Schadenersatz-Klage auf ein neues Verbraucherschutz-Gesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde.

Richtungsweisendes Verfahren

Mastercard selbst weist die Vorwürfe zurück und kündigte an, sich juristisch dagegen zu wehren.

Kommt es zu keiner Einigung, könnte die Auseinandersetzung in etwa 2 Jahren zu einem Prozess führen, der wohl einiges an Aufsehen erregen würde.

Schließlich sind entsprechende Verkettungen aus Gebühren und Preissteigerungen nicht auf Großbritannien beschränkt, sondern sehr wahrscheinlich nahezu überall an der Tagesordnung.

Bei einem Erfolg der Sammelklage wären wohl weitere Klagewellen zu erwarten.

Allerdings ist es von der jeweils nationalen Gesetzgebung abhängig, inwiefern solche Schadenersatz-Forderungen als Sammelklagen geltend gemacht werden können.

Das deutsche Justizsystem sieht ein solches Instrument nicht vor; hier bedarf es einer nachgewiesenen Betroffenheit des einzelnen Klägers oder seiner Vollmacht.

Auch wenn es als wahrscheinlich gilt, dass überhöhte Kreditkarten-Gebühren auch hier an die Endverbraucher weitergereicht werden, wäre die Beweisführung in Deutschland wesentlich komplizierter.

Auch der Ausgang des nun angestoßenen britisch-amerikanischen Verfahrens ist noch ungewiss. Man sollte die Entwicklung jedoch im Auge behalten:

Gelingt ein Sieg gegen Mastercard im Sinne des Verbraucherschutzes, wären künftig wohl zahlreiche weitere Klagen aus verschiedenen Ländern zu erwarten – und nicht nur gegen Mastercard.

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16. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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