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Metro: Warum sich der Handelsriese aufspalten will

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Olaf Koch, der Chef des deutschen Handelsriesen Metro, den Konzern aufspalten will. Künftig soll Metro aus zwei Teilen bestehen – einem Lebensmittelhändler und einem Elektronikhändler.

An der Börse kam diese Ankündigung gut an: Sowohl die Stamm- als auch die Vorzugsaktie von Metro legten im Anschluss an die Ankündigung zweistellig zu. Für die Aufteilung in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler gibt es gute Gründe.

Ein in der Vergangenheit lähmender Streit soll beigelegt werden

Viele Branchenkenner sehen die Beilegung der Streitigkeiten mit dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals als Hauptmotiv für die geplante Aufspaltung. Zum Hintergrund: Kellerhals eröffnete 1979 den ersten Media-Markt und hält heute noch über seine Investmentfirma Convergenta knapp 22% der Anteile an der Metro-Tochter Media-Saturn.


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Kellerhals ist per Satzung mit umfassenden Vetorechten ausgestattet und kann strategische Entscheidungen wie die Besetzung von Führungspositionen bei dem Elek­tronikhändler blockieren. Zuletzt führte das immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen und lähmte das Geschäft. Nach Kochs Plänen soll Media-­Saturn Teil einer Holding werden, die zukünftig auch durch Übernahmen wachsen soll.

Die Führung soll Media-­Saturn-­Chef Pieter Haas übernehmen. Das Problem dabei könnte aber sein, dass Kellerhals Haas als verlängerten Arm des Handelsriesen Metro betrachtet.

Daher kommentierte Kellerhals die angekündigte Metro-Aufspaltung wie folgt: „Eine bessere, friedliche Zusammenarbeit wird durch eine Aufteilung des Metro-Konzerns noch nicht gefördert. Herr Pieter Haas ist hier noch ein großes Hindernis.“

Wie Metro-Chef Olaf Koch die Aufspaltung sieht

Metro-Chef Koch hingegen verspricht sich von der zukünftigen Struktur vor allem neue Handlungsmöglichkeiten für den Elektronikhändler. Denn durch Zukäufe der neuen Elektronik-Holding würde der Einfluss von Kellerhals sinken, da dieser nur Anteile an Media-Saturn hält. Koch selbst will zukünftig Chef des Lebensmittelgeschäfts werden.

Zu den Gründen für die geplante Aufspaltung führt Koch zudem an, dass es zwischen den Geschäftsbereichen Elektronikhandel und Lebensmittelhandel nur wenige operative Überschneidungen gebe und daher im Prinzip keine Synergien vorhanden seien. Eine Aufspaltung würde seiner Ansicht nach die Strukturen vereinfachen und das zukünftige Wachstum beschleunigen.

Sollte die Aufspaltung genehmigt werden, soll sie bis Mitte 2017 durchgeführt werden. Eine Genehmigung der Aufspaltungspläne gilt als sehr wahrscheinlich, zumal die Metro-Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim bereits ihre Zustimmung angekündigt haben.

Für die Aktionäre ist die Aufspaltung von Vorteil

Für Metro-Aktionäre ist die geplante Aufspaltung meiner Ansicht nach von Vorteil. Denn erstens sind die beiden zukünftigen Geschäftseinheiten einzeln mehr wert als der gesamte Metro-Konzern aktuell. Zweitens gehe ich davon aus, dass sich die Aufspaltung positiv auf das operative Geschäft der beiden Teilkonzerne auswirken wird.

4. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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