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Microsol International mischt Solarwirtschaft auf

Das indische Solarunternehmen Microsol International hat laut „WirtschaftsWoche“ beim Bundeskartellamt ein Angebot für den insolventen Berliner Konkurrenten Solon eingereicht und sorgt damit für Wirbel in der heimischen Branche.

Nach gescheiterten Versuchen einer finanziellen Restrukturierung hatten die deutschen Solarbauer Ende 2011 Insolvenz anmelden müssen und damit erneut ein kleines Beben im erneuerbaren Energiesektor ausgelöst.

Zur Höhe des Angebotes von Microsol wollte der zuständige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg laut „WirtschaftsWoche“ keine Auskunft erteilen. Offenbar ist auch ein US-Investor an den Deutschen interessiert.

Die Inder haben jedoch gute Karten: Schon Anfang des Jahres übernahm man Gewährleistungen für die Produkte des Pleitiers aus Berlin.

Microsol, das bisher kaum von sich reden gemacht und seinen Sitz im arabischen Emirat Fuschaira hat, mischt mit seinem Angebot die deutsche Solarwirtschaft gründlich auf.

Indische Unternehmen wollen mit Umweg über Deutschland heimischen Markt erschließen

Besonders verlockend wirken auf die Inder der technologische Vorsprung Deutschlands im Solar-Segment und sein in letzter Zeit häufig kritisiertes Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Zwar hat auch Indien, wie viele weitere Staaten, nach deutschem Vorbild eine Förderung der erneuerbaren Energien vorangetrieben, allerdings bleibt der deutsche Markt mit seiner im Vergleich hohen Förderung für viele Unternehmen im Ausland äußerst attraktiv.


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Während chinesische Produktionsstätten die deutschen Solarunternehmen durch ihre Massenabfertigung im Billig-Segment oftmals in Panik versetzen, sind andere ausländische Investoren und Unternehmen durchaus willkommen.

Denn diesen geht es oft weniger um das billige Kopieren von Know-How und den Verkauf von günstigen Modulen im deutschen Markt, als viel mehr um den Austausch von Technologiestandards und der Belebung der heimischen Wirtschaft.

Indische Unternehmen haben im Kern die eigene staatliche Solar-Förderung im Blick und der heimische Markt bietet langfristig deutliches Potenzial: Denn mit 300 Sonnentagen im Jahr verspricht der Photovoltaikmarkt deutliches Wachstum.

So sieht Microsol bis 2016 einen Zubau von rund 9000 Megawatt vor, welche in etwa der Leistung von sieben Atommeilern entspricht.

Indische Unternehmen stark in der deutschen erneuerbaren Energie

Microsol ist zwar der jüngste Interessent im deutschen Energie-Sektor aus Indien, aber bei Leibe nicht der Einzige:

So mischt der zweitgrößte Solarmodulhersteller Emmvee kräftig bei der Sonnen-Energie mit. Seit 2007 betreibt er seine Geschäfte über zwei Gesellschaften in Heppenheim und Berlin.

Der indische Solarkonzern Websol versucht mit seinen Fertigungsanlagen vom schwäbischen Maschinenbauer Centrotherm zu werben und der ebenfalls indische Windradbauer Suzlon übernahm im Oktober den verbliebenen Rest am Hamburger Windmühlenhersteller Repower.

Markt weiter attraktiv

Microsol indes ist längst nicht so groß, dass es bisher mit den großen Firmen aus Indien und anderswo mithalten könnte.

Doch mit der Ausweitung auf den deutschen Markt könnte das bald anders sein. In jedem Fall zeigt das anhaltende Interesse an erneuerbaren Energien weltweit, dass das Potenzial des Sektors noch nicht ausgereizt ist.

Strittig allerdings dürfte bleiben, inwiefern eine entsprechend hohe Förderung, wie sie aktuell in Deutschland vorherrscht, sich halten kann.

Wohin diese führen kann, hat die letzte Boom- und anschließende Pleite-Welle in Deutschland gezeigt.

Wenn aber Milliardenmärkte wie Indien oder China langfristig erschlossen werden können, ist viel Geld zu verdienen. Besonders für jene Unternehmen, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren.

Für Microsol wird sich noch zeigen, ob es in dieser Liga langfristig mitspielen kann.

Anmerkung der Redaktion: Bei der ursprünglich veröffentlichten Form des Artikels handelte es sich um eine noch nicht freigegebene Version bei der unter anderem Quellennennungen nicht enthalten waren. Wir bitten dies zu entschuldigen.

8. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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