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Mini-Plus: Monsanto-Aktionäre von Bayer-Offerte unbeeindruckt

Durchbruch bei den Übernahme-Verhandlungen zwischen den deutschen Chemie- und Pharma-Konzern Bayer mit dem US-Saatgut-Spezialisten Monsanto:

Die Leverkusener einigten sich mit Monsanto auf einen 66 Mrd. Dollar schweren Deal. Es ist die größte Auslands-Übernahme eines deutschen Konzerns aller Zeiten.

Oder besser gesagt: die größte Übernahme-Ankündigung aller Zeiten. Denn ob am Ende die Ehe gelingt, steht noch in den Sternen.

70% der Investoren erwarten erfolgreichen Deal-Abschluss

Zumindest Bayer ist optimistisch, dass der Zusammenschluss gelingt.

Sollte der Deal entgegen der Erwartung des Managements doch noch platzen, zahlt Bayer eine Vertrags-Strafe von 2 Mrd. Dollar an Monsanto.

Es heißt, dass eine Aufstockung der sogenannten „breakup fee“ mit ausschlaggebend dafür war, dass Monsanto die Offerte annahm.

Denn beide Seiten wissen, dass die US-Behörden sich den Deal ganz genau anschauen werden.

Skepsis herrscht auch bei Investoren und Analysten. Dabei sind einige Analysten sogar fast schon pessimistisch.

Während die Aktionäre, die einer Umfrage die Dealgenehmigungs-Chance bei 70% sehen, noch mehrheitlich eine erfolgreiche Übernahme erwarten, beziffert Bernstein die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal von den Behörden durchgewinkt wird, auf 50% – also ein Münzwurf.

Bis endgültige Klarheit herrscht wird noch einige Zeit vergehen. Den Abschluss der Transaktion erwartet Bayer erst bis Ende 2017.

Monsanto-Aktie bleibt 20% unter Angebotspreis zurück

Da der Deal trotz einer Einigung der beiden Managements weiterhin unsicher ist, reagiert die Monsanto-Aktie nur kaum auf die Übernahme-Ankündigung.


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An der Heimat-Börse in den USA verteuert sich die Aktie nur um 0,6% auf 106,76 Dollar. Damit liegt die Lücke zum Bayer-Angebotspreis von 128 Dollar je Aktie bei stattlichen 20%.

Man könnte argumentieren, dass dies bei dem Branchen-Kollegen Syngenta nach dem ChemChina-Übernahme-Angebot ebenfalls der Fall war und der Deal am Ende genehmigt wurde.

Doch das wäre zu einfach. Diese Transaktion ist völlig anders und dementsprechend auch anders zu werten.

Klar ist, dass Bayer nicht grundlos 2 Mrd. Dollar Vertragsstrafe anbietet, für den Fall, dass die Übernahme untersagt wird.

Die Chancen, dass der Deal klappt dürfte von Bayer viel höher angesehen werden als von den Bernstein-Analysten.

Bayer-Management handelt Top-Konditionen aus: Kursplus hält sich jedoch nur kurz

In Erwartung eines einvernehmlichen Deals zeigten sich die Bayer-Aktionäre gestern zunächst erleichtert.

Mit einem Angebotspreis von128 Dollar je Aktie und 2 Mrd. Dollar breakup fee, hat das Management Konditionen ausgehandelt, die besser sind als vielfach erwartet wurde.

Zwischendurch hieß es, dass Bayer wohl 130 Dollar – 135 Dollar je Aktie bieten muss sowie 3 Mrd. Dollar breakup fee, um Monsanto zu überzeugen.

Im weiteren Handelsverlauf schmolzen die anfänglichen 2% Gewinn jedoch und die Aktie ging mit 0,3% Plus aus dem Handel. Heute Mittag verliert die Aktie in einem unveränderten Markt 1,2%.

Der Deal wird von Analysten zwar mehrheitlich positiv gesehen.

Doch lastet auf den Kurs die zunehmende Verschuldung, die Ungewissheit, ob der Deal klappt, wie die Öffentlichkeit reagiert und ob die in Aussicht gestellten Synergie-Ziele wirklich erreicht werden können.

3 Szenarien, wie es weitergehen könnte

Der historische Deal hat drei Ausgangs-Möglichkeiten. Zum einen könnte Bayers neuer Firmenchef hier einen Genie-Streich getätigt haben und damit die Bayer-Aktionäre sehr, sehr glücklich machen.

  1. Die gesteckten Kosten-Synergie-Effekte werden erreicht oder übertroffen, die kriselnden Absatzmärkte erholen sich, die Öffentlichkeit geht über zum Alltagsgeschäft und vergisst die Transaktion.
  2. Zum anderen könnte der Deal platzen. Bayers Idee von einem starken Saatgut- und Pestizide-Komplett-Anbieter scheitert an den Behörden. Monsanto kassiert die breakup fee, Bayer versucht in dem Bereich über Partnerschaften zu punkten.
  3. Die 3. Variante ist, dass der Deal stattfindet, aber nicht die gewünschten Ergebnisse liefert. Die Märkte bleiben länger als gedacht am Boden, Integrations-Probleme treten auf und Bayers Übernahme-Preis wird im Nachhinein als viel zu hoch angesehen. Dann folgt auch die Quittung am Aktienmarkt.

Notwendigkeit von Übernahme-Transaktionen nur schwer vermittelbar: Wehe, wenn es geht schief!

Gute Manager zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Lage sind Entscheidungen zu fällen.

Bayer-Chef Werner Baumann hat gehandelt, nachdem in der Branchen-Spitze eine starke Konsolidierungs-Welle stattfand. Dabei konnte Bayer Konditionen erzielen, die klar unter den Erwartungen lagen.

Sicher, eine 66 Mrd.-Dollar-Transaktion ist risikobehaftet. Als Chef ist man dann der Dumme, wenn es schief läuft.

Wenn man die Transaktion allerdings nicht tätigt und Bayer aufgrund der Konsolidierung im CropScience-Bereich unter Druck gerät, heißt es: Warum waren Sie damals nicht mutiger und haben die Transaktion gemacht?

Monsanto freundlich zu übernehmen (im Gegensatz zu einem feindlichen Vorstoß) ist eine mutige und vertretbare Entscheidung – auch mit Blick auf die Risiken.

Da jetzt Parallelen mit anderen Großdeals aus anderen Branchen zu ziehen, die gescheitert sind, ist falsch. Aber so ist das halt: Der Kritiker kann nur gewinnen.

Wenn die Übernahme ein Erfolg wird, macht es nichts, dass man vorher gegen den Deal gewettert hat. Es wurden ja schließlich Risiken aufgezeigt.

Und wenn es schiefgeht, wusste man natürlich von Anfang an, dass dieser Deal nichts werden konnte.

Wie richtig und wichtig so ein Deal ist, wenn er erfolgreich ist, wird nur beiläufig registriert oder geht vollständig unter.

Am Stammtisch heißt es nie: Die Übernahme hat dem Unternehmen zusätzliche Millionen gebracht, dafür aber immer wieder: Die Pfeifen im Management haben wieder einmal Milliarden versenkt.

15. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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