MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Mini-Zins: Lohnt jetzt der Immobilienkauf?

Heute ist Rekordtag in Frankfurt – mal wieder.

Zum x-ten Mal in den vergangenen Wochen markierte der Dax am frühen Nachmittag ein neues Allzeithoch deutlich jenseits der 9.100 Punkte. Und das hatte seinen Grund: Die Europäische Zentralbank hat den bereits historisch niedrigen Leitzins für die Euro-Zone noch weiter abgesenkt von 0,5 auf nur noch 0,25 Prozent.

Inflationsrate von durchschnittlich 0,7 Prozent

Die Entscheidung war nicht gänzlich unvorhersehbar, kam nun aber doch überraschend schnell und dürfte wohl auf die geringe Inflationsrate von lediglich 0,7 Prozent zurückzuführen sein, die zuletzt in der Währungsunion gemessen wurde.

Dabei zeichnen sich zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten allerdings gravierende Unterschiede ab. Während die jüngste Teuerungsrate in Deutschland bei 1,2 Prozent lag, tendiert sie in den Südstaaten nahe Null.

Schon seit geraumer Zeit ist es so billig wie nie zuvor, sich Geld zu leihen.

In Ländern mit halbwegs stabiler Wirtschaftsentwicklung wie Deutschland kann das leicht zu größeren Anschaffungen verführen. Fernseher, Autos, Immobilien – günstig kreditfinanzierte Luxusgüter locken die Kundschaft an.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Vorsicht beim Immobilienkauf: Ballungszentren überbewertet

Doch gerade bei der Investition in Immobilien ist Vorsicht geboten. Der verstärkte Run gerade auf die Großstädte lässt dort nicht nur die Miet-, sondern auch die Kaufpreise in die Höhe schnellen. Zahlreiche Regionen gelten bereits als völlig überbewertet. Wer 20 Prozent zu teuer kauft, dem helfen auch die niedrigen Zinsen nur wenig.

Steigende Investitionskosten über höhere Mieten wieder reinzuholen, dürfte in Zukunft auch schwieriger werden. Zumindest deutet sich derzeit in Berlin an, dass eine schwarz-rote Bundesregierung eine stärkere staatliche Regulierung zugunsten der Mieter anstrebt.

So könnte die maximal zulässige Mieterhöhung begrenzt werden, was die hohe Zahl der Mieter freuen, vielen Vermietern aber ein Dorn im Auge sein dürfte.

Regierungspläne: Wer zahlt künftig den Makler?

Und auch auf den Maklergebühren bei Neuvermietung könnten Sie als Eigentümer künftig sitzenbleiben. Denn die Große Koalition plant die Einführung des Bestellerprinzips: Wer den Makler beauftragt, soll dessen Dienstleistung künftig bezahlen müssen.

Aus Sicht der Mieter ist ein solcher Schritt längst überfällig. Gerade in den überlaufenen Ballungszentren kommt man bei der Wohnungssuche kaum vorbei an den 2,38 Monatsmieten, die in der Regel für die Maklerleistung fällig werden – und die bisher fast immer am Mietinteressenten hängenbleiben.

Sollte es hier zu gesetzlichen Regelungen kommen, wie es die künftigen Regierungsparteien gerade verhandeln, dann dürfte der eine oder andere Privatvermieter das Bewerbercasting künftig wohl wieder selbst vornehmen – oder aber die Maklergebühren auf die Monatsmiete umrechnen, wobei ja hier die Begrenzung der maximalen Mieterhöhung Hürden festsetzt.

Auch der Staat muss Versäumnisse aufholen

Wie auch immer die konkrete Ausgestaltung am Ende aussehen wird, fest steht, dass sich dringend etwas verändern muss, wenn das traditionelle Mieterland Deutschland nicht in die Armutsfalle tappen will.

Denn wenn Mietpreise und Nebenkosten kräftig anziehen, ohne dass die Lohnentwicklung in gleichem Maße voranschreitet, droht eine Abwärtsspirale, die langfristig nur Verlierer kennt.

Dass sich hier auch der Staat an die eigene Nase fassen muss, haben die Großkoalitionäre übrigens auch erkannt – und wollen künftig wieder stärker den Wohnungsbau fördern, um Engpässe zu überwinden, auf die man es in den vergangenen Jahren fahrlässigerweise hat ankommen lassen.

Denn erst das führte zur heutigen Situation und damit eben auch zu den überhöhten Kaufpreisen.

So verlockend die Mini-Zinsen derzeit sind – überlegen Sie es sich gut und rechnen Sie lieber zweimal, bevor Sie Ihr Geld in eine Immobilie stecken.

Es gibt schließlich noch zahlreiche andere Investitionsmöglichkeiten. Immerhin feiert der Dax derzeit fast wöchentlich neue Rekorde. So wie heute.

7. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.