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Mögliche Aer Lingus-Übernahme: Skepsis wächst – Aktie fällt

Der Übernahme-Sensor hat Ihnen in der Vorwoche von den Übernahme-Plänen der British Airways-Mutter IAG berichtet.

IAG will die irische Aer Lingus übernehmen und hat in den Augen des Managements eine Offerte vorgelegt, die unter Umständen finanziell akzeptabel ist. Daher hat Aer Lingus dem Bieter Bucheinsicht gewährt, um festzustellen, ob ein Deal möglich ist.

Im Übernahme-Geschäft reicht es jedoch nicht, wenn „nur“ Käufer und Übernahme-Kandidat zu einem Deal bereit sind. Denn das Unternehmen gehört nicht dem Management, sondern den Aktionären. Und die haben ihre eigene Sichtweise auf ein Übernahme-Angebot.

Staat kann auch wirtschaftlich sinnvolle Übernahmen untersagen

Wenn der Staat Großaktionär eines Übernahme-Kandidaten ist, werden nicht immer nur finanzielle Interessen verfolgt. Der Staat sieht auch eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern ihrer Beteiligung. Obwohl Käufer und Verkäufer eine Übernahme also für wirtschaftlich sinnvoll erachten, kann ein Deal platzen.

Wenn zum Beispiel der Staat befürchten muss, dass nach einem Deal ein Großteil der Belegschaft entlassen wird, dann kann er sich trotz eines eigentlich fairen Preises gegen die Übernahme entscheiden.


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Ein anderes Beispiel ist der deutsche Bankensektor. Dort ist der Staat an der Commerzbank beteiligt und hat einen Verkauf des Anteils derzeit ausgeschlossen. Obwohl von Interesse berichtet wurde, will Deutschland den Anteil aktuell nicht verkaufen.

Dahinter steckt auch politisches Kalkül. Würde trotz eines Verkaufs zu einem fairen Preis unter dem Strich ein Verlust bleiben, hätte der Staat die Commerzbank damals mit Steuergeldern gerettet. Das ist den Bürgern nur schwer zu vermitteln.

Daher ist davon auszugehen, dass gewartet wird, bis die Bank wieder so aufgestellt ist, dass es bei Verkauf des Anteils keinen Verlust geben wird.

Weitere Gründe, warum ein Staat Übernahmen untersagt

Übernahmen verhindern, kann ein Staat auch, wenn er bei Übernahmen von Telekom-Unternehmen Sicherheitsbedenken hat oder einen nachteiligen Einfluss auf mit dem Übernahme-Kandidaten verbundene Unternehmen befürchtet.

Gegen systemrelevante oder wettbewerbsbehindernde Übernahmen kann der Staat in vielen Ländern auch ohne eigene Beteiligung ein Veto einlegen.

Die verschiedenen Länder sind unterschiedlich offen gegenüber ausländische Übernahme-Versuche und dessen, was als noch faire Wettbewerbsstruktur anerkannt wird. Besonders restriktiv ist Kanada. Deutschland gilt eher als liberal.

Irland befürchtet Entlassungen und Investitionsnachteile

Bei Aer Lingus hält der Staat einen Anteil von 25,1%. Die Einwilligung Irlands zu dem Deal entscheidet mit, ob es einen Deal gibt oder nicht. Sagt Irland „Nein“, ist der Deal tot.

Die Angst, dass Irland sich gegen die Übernahme ausspricht, hat zuletzt zugenommen. 2 Hauptgründe könnten dazu führen, dass die Übernahme nicht stattfindet:

Zum einen befürchtet der Staat, dass im Zuge einer Übernahme viele Piloten und Mitarbeiter in der Zentrale den Job verlieren würden.

Zum anderen stört sich Irland daran, dass der Verlust der Kontrolle über die Slots am Flughafen London-Heathrow negative Folgen auf den Export und Investitionen haben könnte, weil einige Slots für attraktive IAG-Verbindungen genutzt werden. Irland sich also ein wenig isoliert.

Aer Lingus-Aktie unter Druck: es drohen weitere Kursverluste

Die wachsenden Bedenken spiegeln sich direkt im Aktienkurs der Fluggesellschaft wider. IAG bietet 2,55 Euro je Aktie. Nachdem Aer Lingus sich grundsätzlich offen bezüglich einer Übernahme gezeigt hat, stieg der Kurs in der Spitze auf 2,48 Euro.

Jetzt sind die Investoren vorsichtiger geworden und die Aktie ist auf 2,20 Euro zurückgekommen. Bis zum Angebotspreis klafft also eine Lücke von rund 14%. Sollte sich die Übernahme-Chance weiter verflüchtigen, dürfte die Aktie weiter unter Druck geraten.

30. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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