MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Momentum-Trading: So funktioniert’s – Teil 2

Im ersten Teil meines Beitrags Momentum-Trading: So funktioniert’s! hatten wir das Momentum als Ausdruck für Kraft und Geschwindigkeit einer Bewegung definiert. Es ist sozusagen die Schwungkraft eines Kurses.

Das Momentum wird berechnet, indem jeden Tag die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und einem Kurs vor X Tagen ermittelt und fortgeschrieben wird.

Ergebnis ist ein Oszillator, der um die Nulllinie pendelt. Ein Momentum-Wert größer Null bedeutet, dass der Kurs in dem gemessenen Zeitintervall gestiegen ist. Ein Wert kleiner Null zeigt an, dass der Kurs gefallen ist.

Da ein Leser nach dem 1. Teil diese Frage stellte: Der Indikator ROC (Rate of Change=Veränderungsrate) vermittelt exakt die gleichen Aussagen wie das Momentum. Einziger Unterschied ist, dass die ermittelte Differenz zwischen 2 Kursen durch den Kurs vor X Tagen dividiert und alles anschließend mit 100 multipliziert wird. Er zeigt damit die prozentuale Veränderung des Momentum an.

Auch das Momentum „trendiert“

Beim Momentum-Trading wird dieser Indikator aufgrund seiner Vielseitigkeit sehr gerne eingesetzt. Heute möchte ich Ihnen anhand einiger Beispiele zeigen, welche Möglichkeiten Ihnen das Momentum bei Ihren Charttechnik-Analysen bietet.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich das Momentum, wie der dazugehörige Markt, ebenfalls in Trends bewegt. Dabei gibt er häufig (nicht immer) schon etwas früher als andere Charttechnik-Methoden Hinweise auf einen bevorstehenden Trend-Wechsel.

Die Grafik zeigt den DAX und sein 50-Tage-Momentum kurz vor dem Ende der Baisse von 2008.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Meist frühe Kaufsignal und Verkaufssignale

Gut zu erkennen ist, wie das Momentum hier jeweils frühzeitig Signale zum Ausstieg und später zum Einstieg generierte.

Mit einer herkömmlichen Aufwärtstrend-Linie im Kurschart wäre ein Verkaufssignal erst 4 Tage (roter Kreis) später entstanden. Das Momentum jedoch gab schon 1 Tag nach dem Erreichen des Hochpunktes der Erholungsbewegung das Signal zum Ausstieg (roter Balken).

Ihnen wären entweder 900 DAX-Punkte Verlust erspart geblieben oder Sie hätten mit einem Short-Derivat daraus kräftig Kapital schlagen können.

Das Signal für den Wiedereinstieg in den DAX kam nur 1 Tag nach dem Erreichen des absoluten Tiefpunktes der Baisse (grüner Kreis und grüner Balken) im März 2009. Diesmal gab auch die Abwärtstrend-Linie gleichzeitig ein Kaufsignal.

Somit hatten Sie 2 sich gegenseitig bestätigende Kaufsignale.

Divergenzen: Wichtiges Momentum-Werkzeug auf der langfristigen Ebene

Während wir gerade ein Beispiel für eher kurz- bis mittelfristig ausgerichtete Signale gesehen haben, möchte ich Ihnen noch eine andere Möglichkeit zeige, das Momentum auch für längerfristige Prognosen einzusetzen. Nämlich mit Hilfe von Divergenzen.

Eine Divergenz ist eine Abweichung. Im Falle des Momentum ist damit eine abweichende Entwicklung des Indikators im Vergleich zum Kursverlauf gemeint.

Dazu ziehen wir den ersten Chart noch weiter auf, um etwas mehr von der vorausgegangenen Entwicklung des DAX und des Momentum zu sehen.

Momentum-Trading DAX: Divergenz gab langfristiges Kaufsignal

Nicht wenige Investoren sahen in den beiden DAX-Tiefs vom Oktober und November 2008 (gelbe Kreise) ein Doppeltief und damit eine Chartformation mit positivem Prognose-Charakter.

Das Momentum gab zumindest einen warnenden Hinweis, dass dies eine etwas voreilige Schlussfolgerung gewesen sein könnte. Denn die Tiefs des Momentum lagen auf gleicher Höhe – sie bestätigten also lediglich die im DAX zu sehende Kursentwicklung (korrespondierende gelbe Kreise).

Im März 2009 hingegen lagen die Dinge gänzlich anders: Während der DAX ein noch tieferes Tief als im Herbst 2008 ausgebildet hatte, markierte das Momentum ein deutlich höher gelegenes Tief (blaue Kreise). Eine eindeutige Divergenz / Abweichung vom Kursverlauf.

Wenn Sie diese Divergenz zum ersten Kaufsignal hinzuziehen, hatten Sie nicht nur ein kurzfristiges Kaufsignal vorliegen. Die Divergenz erhöhte zusätzlich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der DAX einen langfristigen Trend-Wechsel vollzog.

27. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.