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Mylan setzt Annahme-Quote im Rennen um Perrigo auf 50% herab

Der Poker um den irischen Pharma-Konzern Perrigo geht in eine neue Runde. Um den Druck auf den Übernahme-Kandidaten weiter zu erhöhen, hat Mylan die erforderliche Annahme-Quote der feindlichen Übernahme-Offerte auf 50% gesenkt.

Bisher wollte Mylan 80% der Aktionäre für sich gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Offerte erfolgreich verläuft, war jedoch äußerst gering. Vielen Aktionären war das Angebot einfach nicht hoch genug.

Als Perrigo vor wenigen Wochen auch noch starke Geschäftszahlen vorlegte, wurde die Annahme-Quote utopisch. Das sah Mylan dann auch ein. Doch dass die 50%-Grenze erreicht wird, ist nicht unbedingt wahrscheinlicher.

Übernahme-Dreikampf dauert seit April

Rückblick: Im April dieses Jahres legte der US-Pharma-Konzern Mylan ein Übernahme-Angebot für Perrigo vor. Die Offerte zielte zum Teil darauf ab, dass man nicht selbst übernommen wird. Mylan wollte mit einer 30 Mrd. Dollar-Übernahme wachsen, um nicht vom israelischen Widersacher Teva geschluckt zu werden.

Wie sich später herausstellte, hatte Teva wirklich Übernahme-Interesse und legte trotz der Perrigo-Deal-Ankündigung eine Offerte für Mylan vor. Diese wurde von Mylan jedoch abgelehnt und das Management machte deutlich, dass praktisch kein Preis gezahlt werden kann, der unterstützt werden würde.


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Ende Juli sah Teva ein, dass ein weiteres Festhalten an dem Deal keinen Sinn macht und sicherte sich das Generika-Geschäft von Allergan.

Unterdessen bemühte sich Mylan um die Komplettierung der Perrigo-Übernahme. Der Übernahme-Kandidat wollte jedoch nicht und lehnte auch eine Angebotserhöhung ab. Mylan wandte sich daraufhin direkt an die Perrigo-Anteilseigner.

Aktie nur 4,5% unter Angebotspreis

Die feindliche Offerte bedarf noch der Unterstützung der Mylan-Aktionäre. Ende August sollen die Investoren darüber entschieden, ob ein Deal gewollt ist. Nachdem bereits der wichtigste Großaktionär Zustimmung signalisierte, wird erwartet das Mylan dann auch die feindliche Übernahme beginnen kann.

Mylan bietet 2,3 eigene Aktien und 75$ in bar. Das Übernahme-Angebot hat per heute einen Wert von 202 US-Dollar. Perrigo-Aktien notieren an der Börse zu 193 Dollar.

Häufig signalisiert eine geringe Lücke zum Angebotspreis, dass ein Deal ziemlich wahrscheinlich ist. In diesem Fall könnte ein Großteil des Aktienkurses fundamental unterfüttert sein. Nicht wenige Analysten erachten den Perrigo-Wert auch ohne Offerte als höher. Wie wahrscheinlich ein Erfolg des Mylan-Vorstoßes ist, lässt sich in diesem Fall nicht ablesen.

50%-Anteil ist deutlich unattraktiver für die Aktionäre

Auf den ersten Blick scheint klar, dass eine 50%-Annahmequote schneller erreicht werden kann. Doch wenn Mylan „nur“ 50% und nicht 80% erwirbt, dann kann der neue Großaktionär nicht wie vorgesehen durchregieren und es fallen weniger Synergien an.

Da ein Großteil des Übernahme-Preises wiederum in Mylan-Aktien gezahlt wird, wäre dies wertschädigend für das Angebot. Eine geringere Attraktivität bedeutet dann auch eine geringere Annahmequote.

Mylan braucht einen Deal: Kommt es wie bei Teva zu Plan B?

Mylan sagt, dass man Perrigo nicht zwangsläufig brauche. Man könne sich auch nach Alternativen umschauen – so wie Teva. Das erste Ziel, Übernahme durch Teva verhindern, wurde schließlich erreicht.

Ob Mylan Perrigo allerdings wirklich als so gleichgültig erachtet, ist fraglich. Das Unternehmen hat ein finanziell sehr attraktives Angebot von Teva ausgeschlagen – auch mit der Begründung, dass Mylan-Perrigo viel mehr wert schafft.

Die Aktie ist vom (Teva)-Hoch inzwischen 29% zurück gefallen. Das Management steht also sehr wohl unter Druck und muss etwas liefern. Entweder einen Perrigo-Deal – der vermutlich eine Angebotsaufstockung erfordert – oder einen Plan B. Für den Übernahme-Sensor ist es sehr wahrscheinlich, dass Mylan noch in diesem Jahr einen Milliarden-Deal ankündigt.

14. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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