Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Nächster Akt in der griechischen Tragödie

Nachdem am Freitag vergangener Woche der Fahrplan im Hinblick auf die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern klar schien, kam am Wochenende dann doch alles ganz anders als erwartet.

Aber der Reihe nach: Am Freitag traf sich die Euro-Arbeitsgruppe, die aus hochrangigen Beamten aus den Euro-Staaten sowie IWF und EZB besteht. Diese Arbeitsgruppe sollte ein endgültiges Papier erarbeiten.

Am Samstag sollte dann das finale Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel folgen, bei dem entschieden werden sollte, ob sie einen Kompromiss, der bis dahin stehen sollte, ihren Staats- und Regierungschefs vermitteln können.

Doch dazu kam es nicht. Denn: Der griechische Premierminister hatte überraschend am Freitag Abend seinem Parlament eine Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger vorgeschlagen. Die Geldgeber reagierten darauf, in dem sie ihre Verhandlungen ohne griechische Beteiligung fortsetzen und schließlich eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen ohne eine Einigung mit Griechenland verwehrten.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Was jetzt in und mit Griechenland passiert

An dieser Stelle möchte ich jetzt einen Blick auf die neue Ausgangslage werfen, mit der so wohl niemand rechnen konnte. Kommen wir zunächst zu der Frage, was passiert, wenn Griechenland am morgigen Dienstag nicht die ausstehende Kreditrate in Höhe von 1,55 Mrd. Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen kann.

In den Medien ist vielfach die Rede davon, dass Griechenland in diesem Fall pleite sei. Das ist so jedoch nicht richtig. Denn bevor der IWF offiziell die Zahlungsunfähigkeit und somit die Pleite Griechenlands feststellen würde, bekäme Athen einen „Blauen Brief“ mit einer Zahlungserinnerung.

Würde auch diese Frist verstreichen, könnten Sanktionen seitens des IWF folgen. Diese könnten bis zu einem Ausschluss Griechenlands aus dem IWF führen.

Jetzt zu der Frage, was in Griechenland passiert: Dort werden sowohl die Börsen als auch die Banken voraussichtlich bis mindestens Ende der Woche geschlossen sein. Weiterhin soll es sogenannte Kapitalverkehrskontrollen und eine mengenmäßige Beschränkung bei der Abhebung von Bargeld an den Geldautomaten geben.

Die Kapitalverkehrskontrollen sollen verhindern, dass Geld ins Ausland transferiert wird und die mengenmäßige Beschränkung bei der Abhebung von Bargeld soll die Liquidität der griechischen Banken schützen.

Daneben soll es nach wie vor am kommenden Sonntag zu dem geplanten Referendum in Griechenland kommen. Konkret soll die griechische Bevölkerung darüber abstimmen, ob die Forderungen der Gläubiger umgesetzt werden sollen oder nicht. Aus meiner Sicht ist die Frage im Kern aber, on Griechenland in der Euro-Zone bleiben will oder nicht.

Tsipras jedoch vermittelt seinem Volk den Eindruck, ein negatives Votum würde dazu führen, dass es zu erneuten Verhandlungen mit den Geldgebern käme, bei denen die Position der Griechen verbessert sei. Dies ist jedoch nicht der Fall – und das ist auch gut so.

Abgesehen davon kann dieses Referendum im Grunde nicht mehr wie geplant durchgeführt werden, da das Angebot der Gläubiger spätestens bis dahin erloschen ist. Es bleibt also spannend. Und: Während ich bis vor wenigen Tagen noch fest davon ausging, dass es am Ende durch einen faulen Kompromiss zu einer Einigung kommen würde, wage ich aktuell keine weitere Prognose für die kommenden Tage.

Größter Verlierer ist die griechische Bevölkerung

Was aus meiner Sicht aber nach wie vor sehr sicher ist, ist, dass sowohl die Realwirtschaft als auch die Börsen in der Euro-Zone auch im Falle eines „Grexits“ nicht allzu stark und auch nur vorübergehend mit negativen Folgen zu kämpfen hätten.

Größter Verlierer ist nach meiner Einschätzung die griechische Bevölkerung. Und das wird im Falle eines „Grexits“ genauso sein (und sogar noch viel stärker), wie bei einem Verbleib in der Euro-Zone – zumindest dann, wenn die aktuelle Regierung an der Macht bleibt.

29. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt