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Nestlé vor radikalem Umbau: Kurze Schwäche oder sehr krank?

Der weltgrößte Nahrungsmittel-Konzern Nestlé steht vor gewaltigen Umwälzungen; das Schweizer Unternehmen will sich neu erfinden und künftig die Gesundheits-Sparte ausbauen und stärken.

Für dieses seit mehreren Jahren bekannte Ziel hat sich Nestlé inzwischen Ulf Schneider ins Boot geholt. Der langjährige Fresenius-Manager bringt das Know-how mit, das den Schweizern bislang fehlt.

Als neuer Vorstands-Chef soll Schneider die strategische Neuausrichtung vorantreiben.

Der Umbau ist jedoch gar nicht so leicht. Nestle hat nicht nur erheblichen Nachholbedarf im Bereich Gesundheits-Food, sondern muss auch sein Image als Marke entsprechend verändern.

In der Wahrnehmung der Kunden steht der Konzern v. a. für Globalisierung und Massenware – beides gilt inzwischen nicht mehr als sonderlich beliebt.

Regionale Schwierigkeiten

Dabei hat Nestlé in verschiedenen Teilen der Welt mit jeweils spezifischen, regional unterschiedlich gelagerten Schwierigkeiten zu kämpfen.

In den USA etwa breitet sich seit einigen Jahren ein Phänomen aus, das man in Europa noch aus Vor-Globalisierungs-Zeiten gewohnt ist:

Kleinere Fachgeschäfte mit regionalem Bezug sind auf dem Vormarsch, vergleichbar mit hiesigen Metzgereien oder Bäckereien, die oftmals nicht zu größeren Ketten gehören, sondern als alteingesessene, kleinere Regionalbetriebe geführt werden.


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Dieser neuen Konkurrenz blickt Nestle jedoch gelassen entgegen – nicht zuletzt da viele der jungen US-Start-ups nach oftmals rasant kurzer und erfolgreicher Anlaufzeit letztlich doch von den großen Ketten geschluckt werden.

Größerer Gegenwind schlägt Nestle demgegenüber in Indien entgegen.

Dort hatte der Konzern im vergangenen Jahr mit einem monatelangen Verkaufsstopp seiner einstmals sehr beliebten Instantnudeln der Marke Maggi zu kämpfen, nachdem Behörden erhöhte Bleiwerte in Stichproben des Produkts festgestellt hatten.

Der Image-Verlust war gewaltig, der finanzielle ebenfalls.

Wachstumsziel immer wieder verfehlt

Finanziell lief es in den vergangenen Jahren ohnehin nicht so gut wie erhofft:

Sein selbstgestecktes Ziel – ein jährliches organisches Umsatz-Wachstum von 5% – hat Nestlé immer wieder verfehlt und wird es wohl auch im laufenden Jahr nicht erreichen.

Nestle-Manager führen das auf die konjunkturelle Großwetterlage zurück und argumentieren, dass man in einem deflationär geprägten Umfeld eben kaum Preiserhöhungen realisieren könne.

Anleger und Analysten bleiben treu

Anleger jedoch halten der Nestle Aktie meist aus anderen Gründen die Treue. Einerseits verspricht der traditionsreiche Gigant trotz allem ein gutes Stück Stabilität:

Als global agierender Nahrungsmittel-Hersteller ist kaum mit einem umfassenden Niedergang zu rechnen, selbst wenn es von Zeit zu Zeit Probleme in bestimmten Regionen gibt.

Andererseits zählt Nestlé zu den zuverlässigsten und großzügigsten Dividenden-Zahlern.

Ende Juni schoss der Kurs der Nestle Aktie in die Höhe und konnte sich anschließend den gesamten Sommer über auf starkem Niveau behaupten.

Erst seit Ende September hat wieder eine leichte Abwärts-Bewegung eingesetzt.

Analysten gehen jedoch von mittelfristig steigenden Tendenzen aus, sie trauen Nestlé den Umbau zum Gesundheits-Konzern offenkundig zu:

Seit August wurden zahlreiche Kaufempfehlungen für die Nestle Aktie ausgesprochen, die Kurszielspanne bewegt sich dabei im Rahmen zwischen 85 und 97 Schweizer Franken.

Zuletzt wurde das Papier für rund 75 Franken gehandelt.

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14. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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