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Nestlé: Lebensmittel-Riese will britische Gesundheits-Firma Phagenesis schlucken

Der börsennotierte Schweizer Konzern Nestlé ist der größte Lebensmittel-Hersteller der Welt.

Die Aktie erfreute sich in den letzten Jahren bei vielen Anlegern einer hohen Beliebtheit.

Nicht verwunderlich also, dass sich das Kursplus seit 1993 auf mehr als 700% summiert und die Aktie gerade ein neues Allzeithoch markiert hat.

Doch um die Erwartungen der Anleger zu erfüllen, muss sich der Konzern zunehmend strecken.

Die Halbjahres-Zahlen waren schwach und die Zuwachsraten im Kerngeschäft verlieren an Dynamik.

Daher will der Konzern jetzt stärker in den Gesundheitsmarkt vorpreschen, wo die Gewinne noch kräftiger sprudeln. Hierzu setzen die Schweizer verstärkt auf Übernahmen, um in den Markt zu kommen.

Gesundheits-Sparte gewinnt an Bedeutung

Dabei steht die strategische Stoßrichtung hin zum Gesundheitsmarkt schon länger auf dem Programm.

Seit nunmehr 5 Jahren baut Nestlé das Gesundheits-Geschäft systematisch aus. Das Fundament legte damals Konzernchef Bulcke mit dem von Novartis gekauften Geschäft für medizinische Lebensmittel.


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Seitdem hat der Lebensmittel-Gigant permanent investiert:

So etwa in die Forschung wie im eigenen Institut für Gesundheits-Eissenschaften an der Universität Lausanne, aber auch in Zukäufe und Kooperationen; v. a. mit US-Unternehmen.

So schluckte der Konzern im vergangenen Jahr die Biotech-Fima Seres, die einen Wirkstoff für Infektionen des Verdauungstraktes entwickelt.

Mit einem weiteren Biotech-Unternehmen (AC Immune) forscht der Nahrungsmittel-Konzern nach einem diagnostischen Alzheimer-Antikörper. Der Hintergrund leuchtet ein:

Das Geschäft mit therapeutischen Nahrungsmitteln gegen Alzheimer, Allergien oder andere Volkskrankheiten verspricht deutlich höhere Gewinn-Margen als das klassische Geschäft mit Yoghurt, Kaffee oder Schokoriegeln.

Schätzungen zufolge könnte der Markt mit Gesundheits-Produkten in 20 – 30 Jahren weltweit 150 Mrd. Dollar groß sein.

Nestlé  schluckt Medizingeräte-Firma Phagenesis

Jetzt legen die Schweizer mit dem Zukauf in Großbritannien nach. Schrittweise, sprich: mit meilensteinbasieren Zahlungen, will sich Nestlé die Medizingeräte-Firma Phagenesis einverleiben.

Die schrittweise Akquisition basiert auf dem erfolgreichen Abschluss der europäischen und US-amerikanischen Entwicklungs-Programme bis 2019.

Damit setzt Nestlé auf die Behandlung von Dysphagie, landläufig besser bekannt als Schluckbeschwerden.

Der Zustand ist eine große wirtschaftliche Belastung für Krankenhäuser und das Gesundheitssystem. So treten Schluckbeschwerden bei 29 – 55% aller Schlaganfall-Patienten auf.

Für Sie zur Information: es gibt jährlich etwa 15 Mio. Schlaganfälle weltweit.

Schluckbeschwerden sind eine massive Beeinträchtigung des Patienten und können sich zu lebensgefährlichen Komplikationen entwickeln. Die Behandlung gilt als komplex, das Potenzial hingegen als beachtlich.

Halbjahres-Zahlen unter Erwartungen

Dass sich bei Nestlé was tun muss, zeigt Ihnen der Blick auf die Halbjahres-Bilanz. Denn mit einem organischen Wachstum von „nur“ 3,5% blieb der Konzern unter seinem ambitionierten Langfristziel von 5 – 6% zurück.

Von den Zuwächsen im Halbjahr gingen 2,8% auf das Konto von internem Wachstum (ohne Firmenkäufe) und 0,7% auf Preis-Anpassungen zurück.

Zugleich wirkten sich die Wechselkurse mit 2% nachteilig aus: Während die Erlöse unter dem Strich bei 43,2 Mrd. Schweizer Franken lagen, sank der Gewinn um immerhin 8,8% auf 4,1 Mrd. Schweizer Franken.

Langer Weg zum Ziel

Für 2016 geht Nestlé weiterhin von einem organischen Plus auf dem Vorjahres-Niveau von 4,2% aus.

Dabei dürfte die Gesundheits-Sparte noch eine verhältnismäßig kleine Rolle spielen. Der Umsatz-Beitrag von rund 2 Mrd. Franken im letzten Jahr entsprach gerade einmal gut 2% der Gesamt-Erlöse.

Damit braucht der Konzern einen langen Atem, um ans Ziel zu kommen. Ob es solange dauert, wie bei den Nespresso-Kapseln, die in den ersten 20 Jahren nur Verluste gebracht haben, ist aber mehr als fraglich.

1. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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