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Nestle taumelt: 5 massive Probleme belasten die Aktie

Es ist kein guter Start ins Jubiläumsjahr, den Nestle da hingelegt hat. 2016 feiert der Schweizer Lebensmittelkonzern sein 150jähriges Bestehen – doch den Aktionären ist die Champagnerlaune erst einmal vergangen.

Einmal mehr hat das Unternehmen 2015 sein selbstgestecktes Ziel verfehlt, das da lautet: 5 Prozent organisches Wachstum pro Jahr. Zuletzt kam Nestle auf gerade einmal 4,2 Prozent, das lässt sich nicht einmal mehr vernünftig aufrunden. Dennoch hält der Konzern perspektivisch an seiner Zielmarke fest.

Anleger unzufrieden

Doch es gibt noch mehr Gründe aus Sicht der Anleger, mit der jüngsten Bilanz unzufrieden zu sein. Nicht zuletzt die Stärke des Schweizer Franken, die Anfang 2015 durch den überraschenden Schritt der Schweizer Nationalbank (SNB) ausgelöst worden war, die Kopplung an den Euro aufzugeben, belastet die Bücher bei Nestle.

Der Umsatz ging demnach leicht zurück von 91,6 Milliarden Franken im Vorjahr auf nun „nur noch“ 88,8 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn entwickelte sich ebenfalls rückläufig und fiel um 4,5 Prozent auf 13,4 Milliarden Franken, was Nestle vor allem auf höhere Kosten zurückführt, beispielsweise im Bereich Health Science. Unterm Strich blieben gerade einmal 9,1 Milliarden Franken stehen, was nach 14,5 Milliarden Franken im Vorjahr einen spürbaren Rückgang markiert – allerdings war das positive Ergebnis von 2014 durch Sondereffekte besser ausgefallen.


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Obwohl der Gewinn je Aktie um gut 30 Prozent zurückging, soll die Dividende angehoben werden auf 2,25 Franken pro Aktie. Die Anleger kann all das jedoch nicht besänftigen, sie schickten das Papier nach Bekanntgabe der Zahlen auf Talfahrt.

Das sind die wichtigsten Baustellen 2016

Kein Wunder, denn auch im neuen Jahr haben die Schweizer mit Problemen zu kämpfen. Das sind die wichtigsten fünf Baustellen:

Indische Nudeln

Der Skandal hat Indien erschüttert und sich auch in den Geschäftsbüchern von Nestle deutlich niedergeschlagen: Wegen erhöhter Bleiwerte wurden auf dem Subkontinent monatelang Fertignudeln von Maggi aus den Regalen verbannt. Zwar ist der Verkaufsstopp inzwischen aufgehoben, Produktion und Vertrieb sind im Herbst wieder angelaufen. Doch neben Einnahmeverlusten und Kosten für die Rückrufaktion sowie die rechtlichen Auseinandersetzungen bleibt ein Kratzer im Image zurück. Ein Unternehmen, dessen Produkte in nahezu allen Haushalten weltweit vorhanden sind, ist aber auf das Vertrauen seiner Kunden angewiesen. Wie stark der Nudelskandal die Geschäfte belastet hat, zeigt sich vor allem im Mini-Wachstum in der Region asien, wo das Plus mit gerade einmal 1,9 Prozent vergleichsweise gering ausfiel.

Chinesische Geschmacksnerven

Der Markt in China ist speziell, keine Frage. Das gilt nicht nur für die kulinarischen Vorlieben, sondern auch für die Vertriebswege. Der Onlinehandel, auch mit Lebensmitteln, ist dort inzwischen deutlich verbreiteter und beliebter als etwa in Europa. Darauf versucht sich nun auch Nestle stärker einzustellen und hat eine Kooperation mit dem chinesischen Onlineriesen Alibaba vereinbart. Ob es gelingt, das Ruder herumzureißen, muss sich allerdings noch zeigen.

Schwache Margen

Die schwache Entwicklung der Margen ist ein Aspekt, der von Analysten häufig kritisiert wird. Zwar verkaufen sich Nestle-Produkte nach wie vor gut, keine Frage. Doch das Geschäft ist kein reiner Selbstläufer mehr, die Konkurrenz wird stärker. Von kurzfristigen Maßnahmen zur Kostensenkung hält die Führungsetage dennoch wenig, stattdessen wird auf längerfristige Einsparmöglichkeiten gesetzt.

Hohe Vergütungen

Die stolze Entlohnung der Führungsetagen sorgt schon seit längerem für Gesprächsstoff. Angesichts der jüngsten Bilanz dürfte sich das auch künftig nicht ändern, ganz im Gegenteil. Zwar gingen die Aufwandsentschädigungen der Chefs im Einzelnen leicht zurück im Vergleich zum Vorjahr. Doch unterm Strich erscheinen die Millionengehälter als Belastung, gerade im aktuell schwierigen Geschäftsumfeld.

Instabiler Aktienkurs

Angesichts des angestrebten, aber doch stets verfehlten organischen Wachstums von 5 Prozent und der Tatsache, dass die Aussichten wohl auch im neuen Jahr kaum besser werden, geriet zuletzt auch die Aktie verstärkt unter Verkaufsdruck. Daran wird wohl auch die Anhebung der Dividende kaum etwas ändern, schließlich hatten viele Aktionäre auf eine Sonderausschüttung im Jubiläumsjahr gehofft, die allerdings wohl nicht auf der Agenda steht.

Analysten sind in ihren Einschätzungen uneinig, positive, neutrale und negative Bewertungen halten sich die Waage. Während einige Studien klares Kurspotenzial sehen, rechnen andere mit einem weiteren Rückgang. Analysten, die die Aktie zum Halten empfehlen, sehen sie nur leicht über ihrem aktuellen Niveau von 64 Euro oder 70 Schweizer Franken.

2016-02-24 Nestle

8. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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