Neue Anleihe mit 5,25% Zinsen: Die Renditechance?

Immofinanz dürfte ein Unternehmen sein, das Sie noch nicht kennen.

Der Finanzierer begibt jetzt eine Anleihe, die attraktiv sein soll.

5,25% Zinsen, so melden es die Märkte, gibt es für die Anleihe des Immobilienunternehmens. Das Volumen bewegt sich in dem Rahmen, den Mittelstandsanleihen für gewöhnlich bringen.

Anleihe soll 100 Millionen Euro bringen

100 Millionen Euro stehen dabei zur Debatte. Nur: aktuell können Sie die Anleihe nicht mehr direkt kaufen, sondern vesuchen, über die Börse zu kaufen. Das heißt:

Wir rechnen mit leicht sinkenden Kursen, denn die Unsicherheit am Markt ist vergleichsweise hoch. Das heißt aber auch, dass die Kurse unter einer schwächeren Nachfrage leiden werden. Im Ergebnis dürfen Sie etwa mit 6% bis 6,5% aktueller Rendite rechnen.

Anleihe: kaum bekannt – das große Problem

Das große Problem für Investoren ist die Laufzeit – 5 Jahre lang müssten Sie diesen Titel halten. Das bedeutet:

Wer kurzfristig Geld haben möchte, etwa weil sich attraktive neue Chancen anbieten, muss bei der Anleihe auf das Laufzeitende warten, da die Kurse weiter sinken dürften.

Am Laufzeitende dann wird das Geld zu 100% zurückgezahlt, wenn Sie das "Glück" haben, dass dieses Unternehmen zahlungsfähig ist.

  • Immerhin: Die Aktie spricht derzeit dafür, denn die Bewertung ist "gut".
  • Die Dividendenrendite beträgt 8,4%.
  • Die Aktie soll eine Dividende von 0,2 Euro pro Titel erhalten. Für das ablaufende Geschäftsjahr fällt eine Dividende von 0,15 Euro an, wenn sich der Vorschlag des Vorstands durchsetzt.
  • Zudem soll das Unternehmen höhere Gewinne als bislang schreiben. Nur:

Die Anleihe zeigt das Problem von Mittelstandswerten. Das Risiko der Illiquidität ist doppelt groß:

Dies betrifft sowohl die Unternehmen, die sich teilweise am Markt vergleichsweise schlecht finanzieren können. Zudem aber betrifft dieses Bedenken auch die Investoren, welche während der Laufzeit den Wert in der Regel kaum ersetzen können.

Das heißt: wir raten von dem Wert ab.

Wer hohe Zinsen sichern möchte, muss sich derzeit mit Genussscheinen oder Wandelanleihen zufrieden geben – oder auf Tagesgeldkonten setzen.

GeVestor meint: Tagesgelder nehmen die Banken derzeit mit ungefähr 2,5% bis 3% Zinsen auf. Das heißt: Sie könnten dann allerdings flexibler investieren als zur Zeit.

Deshalb empfehlen wir diese Strategie, falls Sie das nominelle Risiko von Genussscheine oder Wandelanleihen scheuen. Unter den letztgenannten empfiehlt sich immer noch ein Wert wie Bertelsmann.

Ebenso können Sie in Fonds auf solche Titel investieren. Auch diese haben wir hier mehrfach empfohlen. Dies sind der DWS Convertible, der internationale Wandelanleihen im Vermögen führt oder Genussscheinfonds desselben Hauses, die sich vergleichsweise stabil entwickeln.Achtung:

Genussscheine von Banken würden wir – als Einzelposition – derzeit nicht empfehlen. Das Risiko ist zu groß.

29. Juni 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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