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Neue Mittelstandsanleihe birgt große Gefahren

Die Schaukelbörse geht weiter. Heute verlor der deutsche Leitindex DAX knapp 1% und sackte auf 11.966 Punkte ab. Dennoch war der März 2015 unter dem Strich ein sehr guter Börsenmonat für die Anleger. Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) treibt die Anleger in den Aktienmarkt.

Auf der Suche nach Rendite greifen viele Privatanleger bei Unternehmensanleihen mit hohen Zins-Kupons zu. Doch Vorsicht: Hier drohen oft unkalkulierbare Risiken!

Mittelstandsanleihen erwecken fälschlicherweise den Eindruck, dass Anleger mit einem solchen Investment in den als grundsolide geltenden deutschen Mittelstand investieren und daher nahezu kein Risiko eingehen.

Dass dies nicht so ist, hat die jüngere Vergangenheit gezeigt: In den vergangenen Monaten und Jahren sind gleich reihenweise deutsche Mittelstandsanleihen ausgefallen. Mit dem Ergebnis, dass die Anleger große Teile ihres eingesetzten Kapitals verloren haben und teilweise sogar die gesamte Anlagesumme abschreiben mussten.

Daher warne ich hier im „Schlussgong“ regelmäßig vor hochverzinslichen Anleihen, die als vermeintlich sicher verkauft werden. Heute möchte ich Ihnen ein aktuelles Beispiel vorstellen. Es handelt sich dabei um eine brandneue Mittelstandsanleihe mit einem auf den ersten Blick sehr verlockenden Zinskupon von 8,125%.

Apassionata Unternehmensanleihe

Die Apassionata Entertaiment GmbH, Initiatorin von Europas größter Familienunterhaltungsshow mit Pferden, erweitert ihr Angebot: Mit dem ersten Pferde-Freizeitpark der Welt bietet das Unternehmen ab 2016 in München-Fröttmaning auf mehr als fünf Hektar Fläche eine ständige Show und einen Erlebnispark.


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Um dieses Projekt zu realisieren, wird viel Geld benötigt. Und dieses frische Geld wurde in den vergangenen Tagen durch die Emission einer hochverzinslichen Anleihe eingesammelt. Ich stelle Ihnen jetzt zunächst die Eckdaten der Anleihe vor.

Die Anleihe ist mit einem festen jährlichen Zinssatz von 8,125% und einer Laufzeit von 5 Jahren ausgestattet. Der Emissionserlös von bis zu 30 Mio. Euro wird eingesetzt, um den bereits angesprochenen Pferdefreizeitpark aufzubauen.

Die Zeichnungsfrist der Anleihe lief vom 26. bis zum 30. März 2015 und der Mindesteinsatz lag bei 1.000 Euro. Durch die kleine Stückelung sollten explizit auch Kleinanleger angesprochen werden.

Es bleiben (zu viele) offene Fragen

Aus der Tatsache, dass das Unternehmen nach eigenen Angaben „nahezu keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ und „eine Eigenkapitalquote von knapp 80%“ hat, ergibt sich direkt die erste Frage.

Warum bietet ein Unternehmen mit einer derart hohen Eigenkapitalquote (Werte ab 30% gelten bereits als solide) und nahezu keinen Bankschulden einen Zinskupon in Höhe von 8,125% pro Jahr an? Zins-Renditen von gut 2% gelten in der aktuellen Niedrig-Zins-Phase bereits als attraktiv. Da ich davon ausgehe, dass kein Unternehmen der Welt etwas zu verschenken hat, finde ich keine plausible Antwort auf diese Frage.

Börsennotierte Unternehmen, die über eine ähnlich gute Eigenkapitalausstattung verfügen, zahlen oftmals weniger als 1% Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Warum also zahlt Apassionata einen so hohen Zinskupon? Ich vermute, dass die Risken deutlich größer sind, als sie im Emissionsprospekt dargestellt sind.

Hinzu kommen weitere Punkte, die mich stutzig machen: So will sich das Unternehmen nur 30 Mio. Euro leihen. Da die Kosten für die Börsenplatzierung einer solchen Anleihe relativ hoch sind, sammeln die Unternehmen fast immer größere Beträge ein, damit die Kosten auf eine größere Summe verteilt werden können.

Auffällig ist auch, dass die Werbeaktionen relativ groß waren. Zum einen hat die Werbung ebenfalls Geld verschlungen, zum anderen muss man sich fragen, warum für ein solches „Traumangebot“ überhaupt Werbung gemacht werden muss.

Wenn das Risiko passt, würden die Profi-Investoren auch ohne Werbung Schlange stehen. Offensichtlich reicht das Interesse der großen Anleger nicht aus. Daher sollen auch Privatanleger mit ins Boot geholt werden.

Fazit: Höhere Zinsen bedeuten in der Regel höhere Risiken

Seien Sie bei derart hohen Zins-Angeboten vorsichtig. Die genannten Beispiele zeigen, dass in der aktuellen Niedrig-Zins-Phase derartige Zinsversprechen mit Vorsicht zu genießen sind.

Im Zweifel sollten Sie lieber auf Anleihen von börsennotierten Unternehmen setzen, da bei diesen der Informationsfluss wesentlich besser ist.

Wenn Sie einen Aktienkurs als Referenz haben und in ein Unternehmen investieren, das regelmäßig Quartalsberichte veröffentlichen muss, ist Ihr persönliches Risiko deutlich geringer, da Sie die Unternehmensentwicklung regelmäßig überprüfen können.

31. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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