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Neue Regeln zu Inversions-Deals: Welche Übernahmen jetzt wackeln

Zu Beginn der Woche kam es für viele Anwälte in den USA zu einer faustdicken Überraschung: Das US-Finanzministerium gab neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerflucht von US-Unternehmen nach Übernahmen bekannt – und die fielen weitaus schärfer aus, als angenommen.

Diese als Inversions-Deals bekannten Übernahmen haben den Anwälten in den vergangenen 4 Jahren die ganz dicken Einnahmen gebracht. Im Vorjahr sorgte eine Veränderung zwar dafür, dass einige Inversions-Deals nicht mehr so ergiebig waren, doch die trickreiche Übernahme nebst Steuerflucht blieb attraktiv.

Bis Montag. Denn das Finanzministerium hat seine Hausaufgaben gemacht, die Möglichkeiten von Inversions-Deals deutlich erschwert und quasi alle positiven Aspekte zunichte gemacht.

Größter Deal der Pharma-Branche gescheitert

Das wohl berühmteste Opfer der neuen Regelung ist die Allergan-Übernahme durch Pfizer. Der 160 Mrd. Dollar schwere Deal musste 2 Tage nach Bekanntgabe der neuen Richtlinien abgesagt werden.


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Dass es so schnell ging, zeigt Ihnen, für wie aussichtslos die beiden Parteien ein Festhalten an dem Übernahme-Plan hielten. Nicht unbedingt weil der Deal nicht genehmigungsfähig war – wohl aber, weil ein entschiedener Steuervorteil (earnings stripping) nicht mehr möglich ist.

Damit ist der größte Deal in der Pharma-Branche, der gleichzeitig auch drittgrößte Deal aller Zeiten war, geplatzt.

2 weitere Deals über 10 Mrd. Dollar in Gefahr

Die neue, schärfere Regelung hat auch negative wirtschaftliche Folgen für andere Übernahmen. Am Montag galt auch die Baxalta-Übernahme durch Shire im Volumen von 32 Mrd. Dollar als fraglich.

Erst nachdem das Management beruhigte und erklärte, dass die Übernahme kein Inversions-Deal ist, konnte die Aktienkurs-Talfahrt gestoppt werden. Beruhigen mussten auch die Manager anderer Übernahme-Kandidaten.

Als gefährdet gelten unter anderem die Milliarden-Deals von Johnson Controls – Tyco im Volumen von 16,5 Mrd. Dollar, der Zusammenschluss von IHS und Markit im Volumen von 13 Mrd. Dollar, sowie die Übernahme von Progressive Waste Solutions durch Waste Connections im Volumen von 2,7 Mrd. Dollar.

Gut vorstellbar, dass weitere Deals platzen.

Neue Regelung hält Unternehmen zwar in den USA, doch wo Licht ist, ist auch Schatten

Wie immer bei neuen Regelungen, sind nicht alle mit den Änderungen einverstanden. Die Regelung schafft es zwar, Inversions-Deals zu unterbinden, doch an anderer Stelle könnten dadurch negative Folgen auftreten.

So wird vermutet, dass die geringere Attraktivität von Übersee-Übernahmen letztendlich dazu führt, dass US-Unternehmen langfristig selbst übernommen werden könnten. Dann seien nicht nur die Steuern weg, sondern auch gleich die Arbeitsplätze.

In ersten Hochrechnungen ist von 12 Mio. Arbeitsplätzen die Rede. Hinzu soll es eine geringere Expansions-Attraktivität in den USA für ausländische Unternehmen geben. Unter Umständen würde die harsche Verschärfung sogar gegen internationale Vereinbarungen verstoßen.

Das US-Finanzministerium beschwichtigt und noch ist auch nichts final. Es bleibt abzuwarten, was am Ende abschließend umgesetzt wird und wie Ausnahmen aussehen. Eins steht aber fest: Der Deal zwischen Pfizer und Allergan ist tot.

7. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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