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Nike-Aktie: Die Konkurrenz hängt dem Sportriesen im Nacken

Jahrelang kannte der weltgrößte Sportkonzern Nike nur eine Richtung.

Seit 2002 legten die Papiere mehr als 1.100% zu und erreichten im Dezember letzten Jahres ihren vorläufigen Höhepunkt bei 67 Dollar je Aktie.

Seitdem schwächelt der Kurs und gab trotz guter Zahlen zuletzt auf 53 Dollar nach.

Was sind die Gründe für den Kursverfall? Wie sind die mittelfristigen Perspektiven und was macht die Konkurrenz-Situation?

Beeindruckende Entwicklung im letzten Jahrzehnt

Wie stark die Zuwächse waren zeigt Ihnen der Blick in die Vergangenheit, denn die Entwicklung war durchaus beeindruckend:

Seit 2003 verbesserten sich die Umsätze von 10,6 Mrd. Dollar auf 32,3 Mrd. Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr(+204%).

Im Gegenzug explodierten die Gewinne regelrecht auf 3,76 Mrd. Dollar (+693%). Der Gewinnsprung ist das Ergebnis einer satten Steigerung der Gewinn-Marge auf das bisherige Rekord-Niveau von 11,61% (vs. 2003: 4,43%).


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Olympia-Quartal schlägt Erwartungen

Auch das abgelaufene Quartal kann sich durchaus sehen lassen: Unterm dem Strich konnte Nike ein Umsatzplus von 8% auf 9,1 Mrd. Dollar ausweisen. Beim Überschuss ging es um 6% auf 1,25 Mrd. Dollar nach oben.

Hierzu dürften v. a. die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele einen Großteil beigetragen haben.

Dabei zeigten sich sämtliche Märkte stark: Im Heimatmarkt USA zogen die Erlöse um 6% an, in China lag der Zuwachs bei 15% (ohne Währungs-Effekte bei 21%) und in Westeuropa bei 7%.

Damit lag das Unternehmen über den Erwartungen der Analysten. Dennoch zeigten sich die Anleger unzufrieden.

Schwache Order-Eingänge drücken auf die Stimmung

Den Grund für die satten Kursverluste finden Sie in den aktuellen Bestellungen, die als Indikator für das zukünftige Wachstum gelten.

Hier zeigte Nike „nur“ ein Plus von 5% auf 12,3 Mrd. Dollar. Damit legten die Bestellung so gering zu wie seit gut 1 Jahr nicht mehr.

Hier waren die Experten von einem deutlich dynamischeren Anstieg von 8% ausgegangen. Zugleich erhöhten sich die Lager-Bestände um überraschend kräftige 11%, was ein Zeichen für schwächelnde Nachfrage sein könnte.

Wettbewerber holen auf

Nach der starken Entwicklung kommt der Sportgigant mittlerweile auf einen Marktwert von 90 Mrd. Dollar und liegt damit weiterhin deutlich vor dem Erzrivalen Adidas (31,5 Mrd. €).

Aber der Vorsprung schmilzt; während die Nike-Papiere in den letzten 12 Monaten gut 10% an Wert eingebüßt haben, verdoppelte sich die Aktien des Rivalen Adidas – und das nicht ohne Grund:

Die Herzogenauracher überzeugten gerade in früher schwierigen Märkten, allen voran bei sportlichen Freizeit-Schuhen in den USA. Aber auch neue Wettbewerber wie der Frischling Under Armour greifen den Traditions-Konzern an.

Bei der Marge weiterhin das Maß der Dinge

Auch wenn der Wettbewerb schärfer wird, bei der Profitabilität ist der Sportkonzern weiterhin unangefochten die Nr. 1.

Für Sie zum Vergleich: Die Gewinn-Spanne lag bei Nike im letzten Jahr mit über 11% deutlich über der Konkurrenz (Under Armour: 5,87%; Adidas: 3,75%).

Für nächstes Jahr gehen die Analysten bei Nike von einem weiteren Gewinnplus von 15% aus.

Bei der Bewertung hat sich Bild mittlerweile gedreht: Nach der Konsolidierung ist die Nike-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 günstiger bewertet als der Konkurrent Adidas (KGV: 25).

Bei dem unter Anleger beliebten Under Armour Konzern beträgt das Vehältnis sogar das 44-Fache der erwarteten Gewinne für 2017.

30. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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