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Nokia – Finnland verliert seine Identität

Nokia ist Finnland, und Finnland ist Nokia, so einfach ist das bzw. war das. Doch seit heute Morgen ticken die Uhren anders, so mancher meint, sie ticken schon langsamer.

Fragt man sich als Nicht-Finnland-Urlauber einmal selbst, was einem zu Finnland einfällt, so stehen neben der Natur und einem hochprozentigen klaren Getränkt die Mobiltelefone der Marke Nokia ganz oben auf der Bekanntheitsliste.

Alle Welt kennt Nokia, deshalb kennt auch alle Welt Finnland, so lange Zeit die selbstbewusste Behauptung der Landesbewohner.

Mit Nokia verbinden viele Finnen traditionelle Emotionen, bilden quasi eine nationale Identität. Und nun wird diese Ikone der finnischen Wirtschaft verkauft, an ein ausländisches Unternehmen, für lächerlich geringe 5,4 Mrd. Euro.

Die finnische Volks- und Politikerseele ist überrascht und trauert. Doch gibt es dafür wirklich einen triftigen Grund?

Denn, sieht man von aller Nostalgie ab, die Mobiltelefonsparte des Unternehmens glänzte in den letzten Jahren nicht mit großen Erfolgen.

Die Finnen verschliefen schlicht das Geschäft mit den Smartphones. Und damit begann der Niedergang des einstigen Weltmarktführers.


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Mit den Handys gehen 50% des Umsatzes

Die Handysparte stand in den letzten Quartalen für 50% des Konzernumsatzes, produzierte aber damit auch knapp 500 Mio. Euro Verluste.

Doch der Turnaround schien möglich, die neuen Smartphones der Lumina-Serie kamen bei den jeweiligen Zielgruppen gut an, die Umsätze zogen deutlich an, der Aktienkurs reagierte entsprechend.

Doch nun der Schock. Was Mitte Juni diesen Jahres bereits als gescheitert erklärt wurde, wurde nun doch noch abschließend besiegelt.

Microsoft, der Software-Gigant aus Kalifornien übernimmt die finnische Traditionsmarke Nokia Mobile mit allen Produktionsstätten, Mitarbeitern und Mobiltelefonpatenten. Nokia wird damit quasi zerlegt, die Kernmarke wandert in fremde Hände.

Doch so negativ, wie es klingt, ist der Deal jedoch nicht. Klar, die nationale Seele leidet und das Unternehmen verliert mit seinen bekanntesten Produkten auch Umsatz.

Doch sehen wir es einmal von der positiven Seite, es verbleben ja noch 50% des Konzernumsatzes. Und der, so steht es in den Bilanzen, hat zuletzt fast 1 Milliarde Euro Gewinn erwirtschaftet

Also, eine Geschäftssparte  zu verkaufen, die nicht rundläuft, und dafür die Geschäfte zu behalten, die Profite abwerfen, scheint doch eine ganz vernünftige Idee zu sein.

Der Aktienkurs explodiert und führt zu einem neuen Kaufsignal

Das zumindest scheinen sich auch die Aktionäre zu denken, die überrascht vom Verkauf und dem explodierenden Aktienkurs weiterhin ihre Nokia-Aktien halten, anstatt ihre Aktien heute mit einem satten Kursgewinne  zu verkaufen.

Meine Leser vom Point&Figure-Trader und ich jedenfalls haben uns heute Morgen von unseren Beständen getrennt und seit unserem rechtzeitigen Einstieg bei 2,75 € bei Kursen von 4,00 €, viele sogar sehr deutlich darüber, Kursgewinne von über +45% realisiert.

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(anklicken zum Vergrößern)

Unbestritten, der Point&Figure-Chart von  Nokia hat mit den heutigen Kursen ein mehr als klares Point&Figure-Kaufsignal (grüner Kreis) erzeugt, doch bleibt abzuwarten, ob es den beiden verbleibenden Geschäftsbereichen (interaktive Kartendienste und Netzwerkausrüstung) gelingt, das Nokia-Schiff weiterhin auf Kurs zu halten.

Am Chart soll es nicht scheitern, der ist, wie gesagt extrem bullish, meine Point&figure-Software errechnet mir ein nächstes Kursziel bei 7,15 € und 8,00 €.

Doch warten wir mal ab, was die kommenden Tage so an Kursen bringen. Ob die Aktie tatsächlich ungebremst weiter klettert. Oder ob sich die Lage wieder beruhigt und die Kurse sinken.

Denn dann könnte man durchaus noch einmal neu ansetzen und überlegen, erneut in Nokia einzusteigen.

Aber bis dahin freuen wir vom Point&Figure-Trader uns über unsere Gewinne von +45% und mehr. Ich hoffe, Sie waren dabei.

4. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.