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Notenbanken wichtiger als Krisen: DAX 30 Index steuert weiter aufwärts

Ein kleines Geständnis vorab. Mit dem heutigen Kommentar hatte ich es sehr einfach, denn: Ich habe (fast) abgeschrieben.

Dies ist zwar keine Doktorarbeit, bei der Abschreiben oft kontrolliert und dann gegebenenfalls mit Entzug des Doktortitels bestraft wird. Ich könnte davon ausgehen, dass es niemand merkt. Aber ich beichte es trotzdem – und: Es hat natürlich einen Grund, dass ich abgeschrieben habe. Dazu am Ende mehr.

Der abgeschriebene Kommentar

Heute tagt die US-Notenbank, kurz Fed. Um 19 Uhr unserer Zeit, gibt die Fed-Chefin, Janet Yellen, das Sitzungsergebnis bekannt.

Das ist für die Börsianer wichtiger als die Griechenland-Krise. Nicht umsonst sagt man: „Politische Börsen haben kurze Beine.“

Entscheidend ist unverändert der Kurstreiber „Liquidität“. Erhält der Finanzmarkt Geld, geht es ihm gut. Dafür sorgt die Fed. Nicht umsonst habe ich vor einiger Zeit diese 3 Kurstreiber für Aktien genannt:

Die 3 Kurstreiber:

1. Liquidität

2. Liquidität

3. Liquidität


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Die Liquidität ist für den Markt so wichtig, wie für den Drogensüchtigen der Stoff.

Liquidität treibt den DAX 30 Index, Dow Jones, S&P 500 und die Nasdaq

Im Vergleich zu der alles entscheidenden Größe Liquidität verblassen derzeit alle anderen Bewertungskriterien. Ob Charttechnik oder fundamentale Bewertungen der Unternehmen:

Hebt die Chefin des US-Dollars, die Fed-Vorsitzende Janet Yellen, ihre Stimme und verspricht dem Markt, was er hören will, nämlich frisches Geld, streben die Aktienkurse aufwärts. Dasselbe gilt für den Chef der EZB, Mario Draghi.

Aufwärts ist der übergeordnete Trend. Und der bleibt auch erhalten, wenn die Griechenland-Krise die Kurse vorübergehend mal in die andere Richtung schickt.

Charttechnik unterstützt Aufwärtstrend

Hinzu kommt, dass die Trendfolge der Charttechnik auch steigende Kurse signalisiert. Denn da die meisten Aktienkurse gestiegen sind und viele fast auf Allzeithoch notieren (z.B. die Aktien-Indizes DAX 30 Index, S&P 500 und Dow Jones), liefern auch die Charts Kaufsignale.

Fundamentale Daten unterstützen Aufwärtstrend

Fundamental sind wichtige Bilanzkennziffern [z.B. Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV)] noch lange nicht im Übertreibungsbereich. Auch von dieser Seite gibt es Kaufsignale.

Die Liquidität wirkt wie eine „Droge“

Die Liquidität überdeckt alles. Deshalb nenne ich sie auch die „Droge der Aktienmärkte“.

Die Droge beherrschen und reich werden

Der Drogensüchtige hat keine Chance. Er ist dem Stoff verfallen und wird von ihm getrieben. Das bittere Ende ist abzusehen. Es gibt auch immer wieder Millionäre und Milliardäre, die „auf der Strecke bleiben“. Da muss man nicht lange suchen. Gerade eben hat es einen Kunsthändler hinter Gittern getrieben.

Wer die „Droge Geld“ aber sinnvoll nutzt, kann erhebliche Gewinne erzielen. Und da liegt das beste Chance-/Risikoverhältnis nach wie vor bei Call-Optionen auf starke Aktien.

Ich empfehle als „Muss“: Sichern Sie Ihr Depot ab. Ich gehe zwar davon aus, dass die Märkte weiter steigen, aber Sicherheit dafür gibt es nicht. Mit der richtige Kombination aus Call-Optionen und Put-Optionen lässt sich dieser Markt zum „Geld machen“ hervorragend nutzen.

Warum dieser Kommentar so einfach war und wo ich abgeschrieben habe

Den obigen Kommentar habe ich fast wortwörtlich vom 18.03.2014, das ist auf den Tag genau von vor einem Jahr, übernommen. Es war mein Kommentar, von dem ich „abgeschrieben“ habe.

Vor einem Jahr stand dort die „Krim“ als Sinnbild der Krise; heute habe ich die „Krim“ durch Griechenland ersetzt. Vor einem Jahr geisterte die „Krim“ als Bremser der Aktienmärkte durch die Medien, heute ist es Griechenland.

Warum ich abgeschrieben habe

Vor einem Jahr hatte der DAX 30 Index auch gerade eine Rally von gut 25% Kursgewinnen aus den davor liegenden 12 Monaten hinter sich. Seinerzeit sagten viele Kommentare das Ende der Rally voraus. So wie heute.

Am 18.03.2014 schloss DAX 30 Index mit 9.243 Punkten; heute notiert der um 12.000 Punkte. Krisen hin – Krisen her, der DAX 30 Index hat also rund 30% zugelegt. Es hat in der Zeit Korrekturen gegeben, die wird es auch jetzt wieder geben.

Aber der Trend ist unverändert aufwärts gerichtet, denn entscheidend ist unverändert der Kurstreiber „Liquidität“.

Zum guten Schluss: Heute vor 202 Jahren, am 18.03.1813, erblickte der deutsche Dramatiker und Lyriker Christian Friedrich Hebbel das Licht der Welt. Er sagte:

„Es ist besser, ein eckiges Etwas zu sein, als ein rundes Nichts.“

Frei nach seinen Worten bin ich hier gerne das eckige Etwas, das auch mal aneckt, als das Phrasen nachplappernde Nichts, denn von nichts kommt nichts. Nichtsdestotrotz sende ich Ihnen beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

18. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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