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Novo Nordisk schockiert Anleger mit diesen brutalen Zahlen

Lange Zeit galt die Aktie des dänischen Insulin-Herstellers als Geheimtipp unter institutionellen Anlegern und durfte in keinem diversifizierten Portfolio fehlen.

Die Kurs-Entwicklung gab den Anlegern Recht: Der Anteils-Preis explodierte regelrecht von 0,70 € im Jahr 1990 bis auf 55 € im letzten Jahr.

Das ist ein durchaus beeindruckender Gewinn von mehr als 7.700%.

Doch damit scheint nun erst einmal Schluss zu sein; bereits im August hat der Pharma-Riese seine Jahres-Prognose gekappt.

Am vergangenen Freitag folgte für die Anleger der nächste Schock: Sowohl die Jahres-Planung als auch der Langfrist-Ausblick wurde zusammengestrichen.

Die Reaktion der Investoren fiel eindeutig aus: Der Kurs kollabierte mit einem Rückgang von 15% auf nur noch 32 €.

Damit hat Novo Nordisk rund 60 Mrd. Dollar an Marktwert seit den Höchstständen im vergangenen Jahr verloren.

Marktführer für Insulin

Novo Nordisk ist ein dänisches Pharma-Unternehmen, das sich auf den Vertrieb von unterschiedlichen Hormonen und Gerinnungs-Faktoren spezialisiert hat.

Der Konzern produziert u. a. Insulin, Wachstums-Hormone sowie Östrogen- und Gestagen-Präparate.


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  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
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Mit seinem breiten Produkt-Portfolio im Bereich Diabetes gehört das Unternehmen zu den führenden Herstellern von Diabetes-Arzneimitteln auf dem Weltmarkt.

Wenn Sie sich die historischen Bilanzen ansehen, wird deutlich, wie stark der Konzern gewachsen ist:

Seit 2001 explodierten die Umsätze von 23 Mrd. Dänische Kronen bis auf 107,9 Mrd. Dänische Kronen (umgerechnet rd. 13,9 Mrd. €) in 2015.

Im Gegenzug verdoppelte das Unternehmen seine Gewinn-Spanne von 16,24% bis auf 32,30% im vergangenen Geschäftsjahr.

Management stutzt Ziele zusammen

Aber jetzt zu den harten Fakten und den Gründen des massiven Kursverfalls vom Freitag.

Für das Gesamtjahr rechnen die Dänen nun mit einem währungsbereinigten Umsatz-Plus zwischen 5 und 6%, der bereinigte operative Gewinn sollte um 5 – 7% zulegen.

Bislang hatte sich der Insulin-Hersteller am oberen Ende der Spanne jeweils 1 Prozentpunkt mehr zugetraut.

Als Grund führt Novo Nordisk v. a. das Marktumfeld in den USA an, das sich offenbar deutlich verschlechtert hat; dort stehen die Preise für Insulin- und Wachstums-Hormone scheinbar kräftig unter Druck.

Zugleich hat sich die Konkurrenz durch sogenannte Generika erhöht und die Firma musste satte Rabatte hinnehmen.

Probleme keine Eintagsfliege

Auf eine schwächere Situation in diesem Jahr hatten sich die Anleger bereits eingestellt, wie Sie an dem kräftigen Kursrückgang von über 30% in den letzten Wochen sehen können.

Was jetzt für zusätzlichen Abwärtsdruck gesorgt hat, ist die Langfrist-Prognose der Dänen. Denn langfristig peilt Novo Nordisk beim operativen Ergebnis „nur“ noch einen Zuwachs von 5% an.

Zuvor war der Pharma-Gigant noch von 10% ausgegangen. Auch die Analysten wurden komplett auf dem falschen Fuß erwischt.

Denn die Experten rechneten bis 2020 mit einem Anstieg auf 65,5 Mrd. Dänische Kronen (8,8 Mrd. €). Diese Schätzungen sind nach der neuen Guidance nunmehr Makulatur.

Langfrist-Trends sprechen für Novo Nordisk

Die Anleger zeigen sich massiv enttäuscht. Aber Sie sollten nicht vergessen: Die Dänen sind der weltgrößte Hersteller von Insulin.

Und wir steuern weltweit auf eine Diabetes-Pandemie zu; bis 2040 erwarten Experten weltweit über 640 Mio. Diabetiker.

Hierfür sind insbesondere die westlichen Industriestaaten verantwortlich. Die demographische Entwicklung und ungesünderen Lebensgewohnheiten treiben die Krankheit explosionsartig voran.

Zugleich stellt Novo Nordisk Medikamente gegen Fettleibigkeit, die Bluterkrankheit sowie Wachstums-Hormone her.

Jetzt muss der Konzern zeigen, dass er mit selektiver Forschung und den vielen strukturellen Wachstumstrends wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden kann.

31. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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