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Obergrenze Frankenkurs: Schweizer Notenbank entscheidet eigenmächtig

Die Überbewertung des Schweizer Franken wird zur Belastung für die heimische Wirtschaft.

Die Schweizer Notenbank (SNB) greift hart durch: Ein Euro-Wechselkurs unter 1,20 Franken wird nicht mehr toleriert.

Der Franken stürzt daraufhin ab.

Historische Entscheidung: Feste Obergrenze für Frankenkurs

Nachdem auch vermehrt von außen Forderungen laut wurden, macht die Schweizer Nationalbank heute ernst.

In einer Pressemitteilung kündigt sie eine feste Obergrenze für den Kurs des Schweizer Franken an.

Mit dieser Entscheidung wird gezielt und deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens angestrebt.

Man werde an den Devisenmärkten keinen Euro-Franken-Kurs von weniger als 1,20 Franken tolerieren.

Deutlich gemacht wird dabei, dass die damit getroffene Entscheidung in ihrer Tendenz unumstößlich ist.

Es heißt ganz klar: „Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.“


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Schweizer Franken als Fels in der Brandung: Belastung für die Wirtschaft

Die Reaktion der SNB ist als Schutzmaßnahme zu verstehen.

Die massive Überbewertung des Schweizer Franken stelle eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und berge das Risiko einer deflationären Entwicklung, heißt es zur Begründung.

Diese Überbewertung des Franken ergab sich dabei aus den aktuellen Unsicherheiten am Finanzmarkt.

Gehandelt wurde der Franken hierbei als sichere Anlage. Ein Run auf eben diesen war die Folge, der Schweizer Franken stieg deutlich.

Die Folge war eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Waren. Exporte wurden immer teurer, die Absätze damit immer geringer.

Auch der Tourismus litt. Durch die massive Verteuerung des Urlaubs in der Schweiz, kamen stetig weniger Gäste in die Eidgenossenschaft.

Im Vergleich zur Vorjahr handelt es sich um einen ungefähren Rückgang von 5 Prozent.

Reaktion des Marktes: Schweizer Franken auf Talfahrt

Die Bekanntgabe der festen Obergrenze blieb nicht ohne Wirkung. Der Kurs des Schweizer Franken fiel massiv von 1,1048 (Tageshoch) auf 1,2189 (Tagestief) pro Euro.

Ein ähnliches Bild ergibt sich mit Blick auf den Dollar. Hier schlug sich die direkte Reaktion auf die Obergrenze in Form eines Tageshochs von 1,2754 und eines Tagestiefs von 1,1687 pro Dollar nieder.

Der Euro machte 0,6 Prozent auf den Dollar gut und auch der Deutsche Aktienindex konnte punkten.

Entscheidung auf eigene Faust: SNB setzt fragwürdiges Zeichen

Der Europäischen Zentralbank (EZB) folgend, fällte die SNB die Franken-Entscheidung im Alleingang.

Man nehme die getroffene Entscheidung zur Kenntnis heißt es weiter.

Die Schweizer Notenbank habe diesen Schritt in „eigener Verantwortung“ unternommen.

Eine Folge der mangelnden Absprache ist wachsende Skepsis auf den Devisen-Märkten.

Hier wird die Entscheidung der SNB als Zeichen der Hilflosigkeit gewertet. Auch wird Zweifel darüber laut, ob die SNB diese Entscheidung über längere Zeit durchhalten könne.

1978 jedenfalls war die SNB schon einmal erfolgreich. Hier legte der Franken im Vergleich zur DM um 40 Prozent zu.

Das Experiment wurde gewagt und ein unbeschränkter Devisenkauf angeordnet, damit die Schwelle von 80 Rappen pro DM nicht unterschritten werde.

Aktuell jedenfalls gibt sich die Schweizer Nationalbank kämpferisch. Der Schweizer Franken werde ‘gerettet‘.

Sollten die aktuellen Maßnahmen dabei nicht genügen, heißt es am Schluss der Pressemitteilung, „wird die Nationalbank weitere Maßnahmen ergreifen“.

6. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.