Öl: Fördermengen werden nicht ausgeweitet – Renditekonsequenzen

Rohöl wird in den kommenden Wochen nicht stärker gefördert als momentan.

Damit wird der Preis tendenziell nicht mehr weiter sinken – rein wirtschaftlich.

Denn die Nachfrage sinkt derzeit, wie an den schlechten Konjunkturnachrichten sichtbar wird. Auf der anderen Seite sollte der Preis sinken, wenn es um die Analysten an den Finanzmärkten geht. Denn Öl ist der Motor schlechthin, wenn es um günstigere Produktion und damit höhere Gesamtnachfrage geht.

Ölpreis sinkt aller Voraussicht nach deutlich

Achtung: der Ölpreis wird aus unserer Sicht trotz der Förderrestriktion weiter sinken. Das bedeutet zum einen ein positives Konjunktursignal. Dies werden auch die Aktien-Märkte registrieren.

Wir gehen bei Werten unter 90 Dollar (Brent) pro Fass davon aus, dass dies ein kräftiger symbolischer Impuls für die Aktien ist.

Das bedeutet auch, dass die Opec die Fördermengen bei der nächsten Sitzung im Sommer eher sogar drosseln wird, um die Preise wieder steigen zu lassen.

US-Dollar ebenfalls im Sinkflug – Gefahr für Ölpreis

Sinkt zudem der US-Dollar infolge des US-Wahlkampfs wieder, bei dem auch die steigenden Schulden eine Rolle spielen werden, wird dies den Ölpreis wieder leicht anziehen lassen. Das heißt in unserer Prognose:

  • Der Ölpreis wird zunächst sinken – bis auf unter 90 US-Dollar, um sich im Laufe der nächsten Monate doch wieder den 100 Dollar zu nähern.
  • Für Investoren heißt dies: setzen Sie nicht auf Zertifikate, die einfach nur den Preis von Öl abbilden.
  • Kaufen Sie keine Hebelzertifikate auf den Ölpreis, da dieser Hin und Her springen wird.
  • Eine einzige Möglichkeit sind „Discount-Zertifikate“. Diese beteiligen Sie per Rabatt an der Entwicklung der Preise. Der Rabatt wird aufgrund der anziehenden Schwankungsbreiten in den nächsten Monaten aktuell sogar höher als sonst üblich sein.

GeVestor meint: Wer dauerhaft Geld verdienen möchte, braucht im Ölsektor nicht lange zu suchen. Weiterhin sind die Öl-Unternehmen die beste Quelle, um den langfristig ansteigenden Ölpreis voll mitzunehmen. Achtung: Wir setzen auf Royal Dutch Shell.

Dieses Unternehmen hat einen KGV-Wert von etwa 8 und ist damit besonders günstig. Die Dividendenrendite liegt bei über 5,5%. WKN der Aktie ist A0D94M. Sie können diese Aktie langfristig halten, da das KGV und die hohe Dividendenrendite sich bereits über Jahre bewährt haben.

Eine Alternative zu einer Aktie ist das Investment in einen Branchen-Index. Ölwerte aus Europa können Sie in Form eines Zertifikats oder eines ETFs kaufen – und ebenfalls langfristig halten. Die entsprechenden Indizes enthalten allerdings in der Regel keine Berechnung der ausgeschütteten Dividenden.

Zudem: achten Sie beim Kauf auf die Gebühren für die Anlageinstrumente. Hier können Zertifikate – reine Indexzertifikate – sogar noch günstiger sein.

15. Juni 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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