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Öl: Hintergründe der BG-Übernahme durch Shell

In dieser Börsenwoche sorgte die bevorstehende Übernahme der britischen BG Group durch den Ölmulti Royal Dutch Shell für die größten Schlagzeilen.

Damit Sie diesen Übernahme-Deal einordnen können: Es handelt sich um die zweitgrößte Übernahme in der Ölindustrie, die es jemals gab. Zudem stellt diese Transaktion die neuntgrößte Übernahme dar, die branchenübergreifend jemals vollzogen wurde.

Bereits am Mittwoch habe ich Ihnen an dieser Stelle erste Details zu der spektakulärsten Übernahme des Jahres geliefert. Heute möchte ich auf die Hintergründe und die Bedeutung der Übernahme eingehen.

Shell macht trotz 50%-Prämie ein gutes Geschäft

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell zahlt eine Übernahmeprämie von rund 50% (Übernahmeprämie = Aufschlag auf den Aktienkurs vor Ankündigung des Übernahmeangebots.

Ein Beispiel: Eine Aktie notiert vor dem Übernahmeangebot bei 10 Euro. Das Übernahmeangebot liegt bei 15 Euro. Das entspricht einer Übernahmeprämie von 50%).


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Trotz des hohen Aufschlags macht Royal Dutch Shell unterm Strich aber dennoch ein gutes Geschäft. Denn: Wenn wir den Höchstkurs der BG-Aktie auf 12-Monats-Sicht betrachten, so liegt dieser nur hauchdünn unter dem Preis, den Shell jetzt pro BG-Anteil zahlen will.

Hier noch einmal die etwas komplizierten Details des Shell-Angebots: Shell bietet 3,83 Pfund und 0,445 B-Aktien von Shell für eine BG-Aktie. Das entspricht umgerechnet 13,50 Pfund und damit einem Aufschlag von 52% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der BG-Aktie der vergangenen 90 Tage.

Die Übernahme sichert, wenn Sie von allen Seiten abgesegnet wird, Shell zukünftig reichlich Mittelzufluss (Cashflow), der an die Anteilseigner ausgeschüttet werden kann. Damit wäre die Dividende auch dann gesichert, wenn es in anderen Geschäftsfeldern schlecht laufen sollte. Das ist definitiv eine gute Nachricht für Sie, falls Sie Shell-Aktionär sind.

Zudem erspart der Erwerb der BG Group Shell die mühevolle Suche nach neuen Öl- und Gasquellen. Kaufen ist aktuell billiger als neue Öl-Quellen zu suchen, denn das Objekt der Begierde hat interessante Öl- und Gasvorkommen im Portfolio.

Weitere Übernahmen und Fusionen werden folgen

Die in dieser Woche angekündigte Übernahme wird andere Unternehmen aus der Energiebranche, die sich mögliche Übernahmeziele ansehen, dazu bewegen, aktiv zu werden.

Analysten rechnen angesichts des Ölpreisverfalls und der Angebotsverschiebung durch die vermehrte US-Förderung bereits seit einiger Zeit mit mehr Übernahmen und Fusionen in der Branche.

„Wir sehen das als einen Deal, der von Shell aus der Notwendigkeit heraus vorgeschlagen wurde, nicht aus eigener Stärke“, schrieben die Aktienexperten der Schweizer Großbank UBS.

Durch den Zukauf steigen die nachgewiesenen Reserven bei Shell um ein Viertel, die Produktion um ein Fünftel. Das Flüssiggasportfolio von BG ergänzt das von Shell, die Tiefseeaktivitäten vor Brasilien ebenso. Denn dort war Shell bislang nicht nennenswert vertreten.

Hinzu kommt, dass Shell von Synergie- und Skaleneffekten profitieren wird. So kann Shell beispielsweise im Einkauf sparen, wenn – vereinfacht ausgedrückt – künftig 50 statt 30 Bohrtürme gemietet oder gekauft werden.

Wenn der Ölpreis steigt, ist es ein noch besseres Geschäft

Wenn der Ölpreis mittelfristig wieder steigen wird und sich bei 70 bis 80 US-Dollar je Barrel einpendeln sollte, wäre der Deal für Shell noch lukrativer.

Ich persönlich sehe in der aktuellen Übernahme eine Wette auf einen steigenden Ölpreis. Wenn diese Wette aufgeht, profitieren Shell-Aktionäre umso mehr.

10. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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