Ölpreis auf Jahreshoch: Die wichtigsten Antworten

Nun könnte es doch noch was werden mit der Rettung des Ölpreises: Russland will sich nach Aussagen von Präsident Wladimir Putin an der Drosselung der Ölproduktion beteiligen.

Damit würde der Beschluss, den die Organisation Öl exportierender Staaten (OPEC) im September überraschend gefasst hatte, erheblich an Gewicht gewinnen.

OPEC-Staaten wollen Förderung begrenzen

Dass es zwischen den OPEC-Staaten überhaupt zu einer Einigung gekommen war, hatte bereits einige Beobachter überrascht.

Immerhin mussten die regionalen Intimfeinde Saudi Arabien und Iran sich dafür aufeinander zu bewegen.

Teheran sagte zu, seine Produktion zu begrenzen, die nach dem Ende westlicher Sanktionen erst seit wenigen Monaten wieder angekurbelt worden war.

Saudi Arabien hingegen willigte in Zugeständnisse gegenüber dem Iran ein. Der Beschluss sieht vor, dass die OPEC-Staaten ihre tägliche Ölförderung auf 32,5 – 33 Mio. Barrel begrenzen.


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Welcher Staat dazu wieviel genau beiträgt, soll – ebenso wie weitere Details – bei einem OPEC-Gipfel Ende November verhandelt werden.

Kritiker hatten angesichts des OPEC-Beschlusses zu bedenken gegeben, dass eine Begrenzung der Fördermenge dieser Staaten global betrachtet nur geringe Auswirkungen entfalten dürfte, solange die USA und Russland nicht am gleichen Strang ziehen.

Putin sorgt für Jahreshoch beim Ölpreis

Russlands Absichts-Erklärung, sich ebenfalls an der Drosselung er Ölförderung zu beteiligen, erhielt dementsprechend viel Beachtung und sorgte an den Märkten dafür, dass der Ölpreis in die Höhe schnellte.

Mit 51,35 US-Dollar je Barrel für die US-Sorte WTI sowie 53,22 US-Dollar für die Nordsee-Sorte Brent erreichte der Ölpreis vor wenigen Tagen ein neues Jahreshoch.

Für eine nachhaltige Stabilisierung kommt es nun aber auf die konkrete Ausgestaltung der Beschlüsse an sowie die praktische Umsetzung der bisherigen Ankündigungen.

Skeptiker befürchten, dass es bei leeren Worthülsen bleiben könnte, was wiederum dem Ölpreis wohl einen Dämpfer versetzen würde.

Kommt es jedoch tatsächlich zu einer koordinierten Begrenzung der Fördermengen, dürfte diese Verknappung des Angebots zu einer Stabilisierung und Erhöhung es Ölpreises beitragen.

Massiver Preisverfall seit 2014

Seit 2 Jahren hat die Branche mit einem massiven Preisverfall zu kämpfen. Von Juni 2014 – Januar 2016 befand sich der Ölpreis im freien Fall und rauschte von mehr als 100 Dollar je Barrel auf unter 30 Dollar je Barrel.

Danach setzten Stabilisierungs-Tendenzen ein, seit dem Frühjahr bewegt sich der Ölpreis auf einem Niveau zwischen 40 und 50 Dollar.

Wegen der massiven Ausfälle haben zahlreiche Branchen-Größen ihre Ausgaben deutlich zurückgefahren und Großprojekte verschoben.

Die fehlenden Milliarden-Investitionen werden Beobachtern zufolge perspektivisch ebenfalls zu einer Preissteigerung beitragen, da sie mittelfristige Engpässe begünstigen.

Dass die OPEC-Staaten und auch Russland sich nun veranlasst sehen, an der Preisschraube zu drehen, zeigt, dass auch die Haushalte dieser Länder nach 2 Jahren Flaute zunehmenden Belastungen ausgesetzt sind:

Man braucht schlichtweg die Einnahmequellen.

14. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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